Als Susann Aronsson ihr Studium im Bereich Gesundheit an der HAW Hamburg beginnt, ist sie schwanger. Mit Ende 30 wagt sie einen Neuanfang. Doch gleich zu Beginn stößt sie auf ein System, das für ihre Lebensrealität nicht gemacht ist.
Für ihr Pflichtpraktikum bewarb sie sich bei der Stabsstelle Gleichstellung der Hochschule. Sie schlug vor, das Praktikum aufgrund ihrer Lebenssituation als Mutter über zwei Semester in Teilzeit zu absolvieren. Die Entscheidung fiel jedoch gegen sie aus.
Für Aronsson war dies ein Moment, der exemplarisch zeigte, wie wenig Hochschulen zu diesem Zeitpunkt auf Studierende mit Familienverantwortung eingestellt waren. Seminare wurden kurzfristig abgesagt, Informationen häufig erst spontan weitergegeben, mit direkten Folgen: organisierte Kinderbetreuung umsonst, verlorene Zeit und zusätzlicher organisatorischer und finanzieller Druck. „Niemand hat darauf Rücksicht genommen, dass ich ein Kind hatte“, sagt sie rückblickend.



