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Chapeau Herr Kalina!

Nachtweh17.11.2011
Jochen Kalina hat schon viel gesehen in seinem Berufsleben. Der ruhige und gelassen wirkende Mann arbeitet seit über 31 Jahren bei der Polizei. Seit 6 ½ Jahren ist er Stadtteilpolizist in St. Georg und kommt in unserer Hochschule regelmäßig vorbei, um den Kontakt zu halten und nach dem Rechten zu sehen.

„Wir sind insgesamt sechs Kollegen, die in St. Georg als Stadtteilpolizisten arbeiten. Jeder hat sein Gebiet und ist immer allein unterwegs. Wenn man allein ist, wird man eher angesprochen und ist selbst auch offener für die Menschen, denen man begegnet,“ sagt Kalina. Und diese Offenheit ist wichtig, denn die Funktion der offiziell »Besonderer Fußstreifendienst« genannten Polizisten ist, Nähe und Vertrauen zu den Bürgern herstellen, Distanz schmälern und Ängste abbauen, auch mal schnell und unbürokratisch helfen. Kurz, einfach da zu sein für den Stadtteil.

Und St. Georg ist ein besonderer Stadtteil. In Jochen Kalinas Gebiet liegen 4 Altenheime, 14 Moscheen, etliche kleine Gemüse- und Dönerläden, große Firmen, wie Philips, Siemens und Securvita, Schulen und eben auch unsere Hochschule. „St Georg ist sehr heterogen. Hier gibt es Geschäftsleute, Studierende, viele alte Menschen, Menschen muslimischen Glaubens, Homosexuelle, Ärmere und Besserverdienende und und und. Ich kenne fast alle hier. Dieses Viertel ist wie mein zweites Wohnzimmer,“ so Jochen Kalina. Und das merkt man. Der Polizist kann einem viel über St. Georg erzählen, zum Beispiel dass sich am Freitag 3000 bis 4000 Menschen muslimischen Glaubens in den Moscheen treffen, um zu beten und welche Bedeutung das Muster der Türme der Centrum Moschee hat – die vielen grünen Sechsecke symbolisieren die Gegenwärtigkeit Gottes und Grün war die Lieblingsfarbe des Propheten Mohamed.

Der mit seiner Familie in Duvenstedt lebende Polizist kennt aber auch ganz andere Seiten des Viertels, die er während seiner langen beruflichen Laufbahn gesehen hat. Nach seiner Ausbildung und einer Zeit bei der Bereitschaftspolizei, war er zunächst fünf Jahre in Eppendorf, Eimsbüttel und Groß Bostel im 4-Schichtendienst tätig. Danach hat Kalina 6 1/2 Jahre nur nachts als Fahnder gearbeitet.

Anschließend kamen 11 Jahre als Jugendschützer im Drogen- und Prostituierten-Milieu in St. Georg und St. Pauli. „Das war nicht immer leicht, vor allem da meine beiden Töchter zu dieser Zeit ebenfalls Jugendliche waren. Ich musste lernen damit umzugehen und bestimmte Dinge nicht zu dicht an mich heranzulassen. Denn die einzige Hilfe, die man manchmal auf der Straße bieten konnte, waren die fünf Minuten, in denen man ein offenes Ohr für die jungen, sich prostituierenden Drogenabhängigen hatte.“

Heute hat Jochen Kalina mehr Zeit für die Menschen in seinem Stadtteil und kann oft auch schnell und unbürokratisch Dinge beeinflussen. So kann er eben mal beim Wegewart anrufen und einen Stein aus dem Weg räumen lassen, der einem gehbehinderten Menschen das Leben schwer macht, da er immer wieder darüber stolpert. Oder Kalina besucht mit einer Seniorengruppe die Centrum Moschee, um Ängste vor andersgläubigen Menschen abzubauen. Auch ist er „Cop 4 You“ an drei Schulen im Stadtteil.

In die HAW kommt er oft mit Schülerpraktikanten oder angehenden Polizistinnen und Polizisten in den 14. Stock des Hauptgebäudes, um den jungen Leuten einen Blick auf „ihr Revier“ von oben zu ermöglichen. Das verschafft einen ganz anderen Ein- und Überblick.

Früher war ein gängiges Motto: „Die Polizei, Dein Freund und Helfer!“ Das trifft in ganz besonderer Weise auf Jochen Kalina zu. „Jeder kann mich jederzeit gern anrufen, wer Fragen an die Polizei hat“. Und das meint er wirklich ernst!

Kontakt:
Jochen Kalina
Polizeikommissariat 11
Tel.: 040-428 6-511 43
Mobil: 0172-41 40 183
Mail: jochen.kalina(@)polizei.hamburg.de

Redaktion NEWS online

Maren Borgerding
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