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Student entwickelt langlebige Lithium-Autobatterie

Siekmann08.03.2012
Lithium steckt im Handy, im Computer - und bald auch in Autobatterien? Dass mit dem Leichtmetall die Funktion von Starterbatterien verbessert werden kann, will Lars Hillermann in seiner Diplomarbeit zeigen. Der angehende Elektroingenieur macht als einer der letzten noch einen Diplomabschluss an der HAW Hamburg.

Das „Stop-and-Go“ im Stadtverkehr strapaziert nicht nur die Nerven der Autofahrer, sondern vor allem ihre Autobatterie. „Neue Fahrzeuge haben eine Start-Stopp-Automatik und schalten sich an roten Ampeln ab, um den Spritverbrauch zu reduzieren. Aber auf den kurzen Strecken im Stadtverkehr können sich die Batterien nicht wieder aufladen und werden dadurch stark belastet“, erklärt Lars Hillermann.

Der 37-Jährige studiert Informations- und Elektrotechnik mit der Fachrichtung Automatisierung. Im Rahmen seiner Diplomarbeit bei Prof. Dr.-Ing. Karl-Ragmar Riemschneider entwickelt er eine Autobatterie, die aus Lithium-Eisen-Phosphat besteht. Im Vergleich mit den herkömmlichen Batterien aus Blei und Schwefelsäure besitzen Lithiumionen eine höhere Zyklenzahl. „Das heißt sie können viel häufiger ge- und entladen werden, zum Beispiel wenn ein Motor an Ampeln häufig ausgeschaltet wird“, sagt Hillermann. „So erreichen die Batterien eine größere Lebensdauer.“

Durch Lithium würden Autobatterien nicht nur deutlich langlebiger, sondern auch leichter. „Lithium ist so ziemlich der leichteste Stoff, den es gibt. Ein leichtes Fahrzeug verbraucht weniger Sprit. Damit ist eine Lithiumbatterie langfristig kostengünstiger als eine normale Bleibatterie“, so der Diplomand. Das schwierigste an seinem Projekt sei, beim Einbau einer Lithiumbatterie die richtige Spannung zu finden. „Für den Start einer Lithiumbatterie benötige ich eine höhere Spannung als bei einer Bleibatterie. Wenn ich eine normale Batterie durch meine Lithiumbatterie ersetze, muss ich die Spannung genau an die der vorhandenen Autoelektronik anpassen.“ Dass sich ein Auto mit einer Lithium-Batterie wirklich starten lässt, konnte Hillermann in seinen Experimenten bereits zeigen. Nun hofft er, dass sich neue Autobatterien, ähnlich wie sein Prototyp langfristig durchsetzten.

Hillermann hat bereits seinen Elektrotechnikmeister gemacht und mehrere Jahre gearbeitet, bevor anfing, an der HAW Hamburg zu studieren. Auch während seines Studiums hat er nebenbei in seinem Beruf gearbeitet. „Ich bin froh, dass ich mich zum Studieren entschlossen habe. Der Zeitaufwand ist zwar sehr hoch, aber dafür sind die Jobaussichten nach meinem Abschluss gut.“

Gerne würde er nach dem Studium in der Batterieforschung bleiben. Vor allem angesichts des Booms bei den Elektrofahrzeugen sieht er Forschungsbedarf. „Die Batterien in Elektroautos bringen noch zu wenig Leistung, um damit wirklich lange Strecken zu fahren. Hier muss noch viel geforscht werden.“

Kontakt:
Lars Hillermann
Department Informations- und Elektrotechnik
lars.hillermann(@)haw-hamburg.de

 

Redaktion NEWS online

Maren Borgerding
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