„Lehren lernen - Coaching der Lehrenden zur nachhaltigen Verbesserung der Lehre“
Ein Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – gefördert vom Stifter-verband für die Deutsche Wissenschaft und von der Kultusministerkonferenz im Rahmen des Wettbewerbs für Exzellente Lehre
Mit dem Preisgeld von 1 Million Euro vom Stifterband und der KMK soll Einzelcoaching für Neuberufene und Teamcoaching für erfahrene Lehrende mindestens 30 % der 400 Professorinnen und Professoren in der dreijährigen Projektlaufzeit von September 2010 bis September 2013 erreichen.
Ziel dieses fachübergreifenden Konzeptes ist es, eine studierendenzentrierte Lehr- und Lernkultur mit allen Beteiligten – auch den Studierenden – an der HAW Hamburg weiter zu entwickeln und zu etablieren.
Ausgangsbasis: Hochschuldidaktische Angebote an der HAW-Hamburg
Die HAW Hamburg bietet ihren Lehrenden seit Jahren ein akkreditiertes, für alle Neuberufenen verbind-liches hochschuldidaktisches Workshop-Programm zur Weiterentwicklung methodisch-didaktischer Kompetenz an. Es besteht aus fünf 2-tägigen Modulen, von denen drei verpflichtend sind; z. B. „Von der Lehrveranstaltung zur Lernveranstaltung“ oder „Schwierige Situationen in Lehrveranstaltungen“. Die Workshops genießen eine hohe Akzeptanz. Seit Anfang 2005 bis heute haben 159 Neuberufene an den Workshops teilgenommen.
Coaching-Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Lehre
Die Umsetzung der Erkenntnisse aus den Workshops kommt zu kurz: Im Hochschulalltag werden die in den Workshops erworbenen Qualifikationen oft nicht längerfristig angewendet. Ursachen hierfür sind u. a. die Überzeugungen von vielen Lehrenden, dass einer großen Stofffülle nur mit Frontalunterricht zu begegnen sei. Erkenntnisse über andere Lehr-/Lernkonzepte, Steuerung von Gruppenprozessen und Methodenvielfalt in den Lehrveranstaltungen werden nicht vertieft und gehen deshalb bei den Neuberufenen oftmals wieder verloren. Einzelcoaching soll einen Beitrag zur Umsetzung der Grundlagen der Hochschuldidaktik leisten und auf studierendendenzentrierte Lehre hinwirken.
Auch erfahrene Lehrende haben häufig Bedarf an Beratung und Fragen zur Didaktik und suchen deshalb Austausch und Anregung. Mit dem Format „Teamcoaching“ erhalten sie ein Angebot, das über die Themen der bisherigen Workshops hinausgeht und zum offenen Gespräch über die eigene Lehre inspiriert.
Mitglied im Beirat des Projekts: Prof. Dr. Sigrid Harendza vom UKE
Einzel-Coaching
- konzipiert für alle neuberufenen Professor/innen, die direkt aus der Wirtschaft, häufig ohne vertiefte Lehrerfahrungen, an die Hochschule kommen.
- mit professionellen externen Coachs, die im vertraulichen Rahmen in Hospitationen und Beratungsgesprächen individuell auf Bedarfe und Wünsche der Lehrenden vor dem Hintergrund studentischer Lehrevaluationen eingehen können.
- verpflichtend für alle neuberufenen Professor/innen, die seit 01.03.2010 an die Hochschule gekommen sind. Die Verpflichtung ist – genau wie die Teilnahme an mindestens 3 hochschuldidaktischen Workshops – in einer Dienstvereinbarung niedergelegt.
- Matching: Über persönliche Begegnungen in den hochschuldidaktischen Workshops und Informationsveranstaltungen oder über schriftliche Profile haben der Coach und die/der Lehrende (Coachee) die Gelegenheit sich passend zusammenzufinden.
- Umfang: Pro Jahr können 24 Professor/innen ein Coaching von jeweils 30 Stunden pro Person innerhalb eines Jahres in Anspruch nehmen. Hospitationen in der Lehre sind in das Zeitkontingent eingeschlossen. Insgesamt sind 72 Plätze für 3 Jahre vorgesehen.
Team-Coaching für erfahrene Lehrende als Ergänzung der Workshop- und Einzelcoaching-Angebote
- Gruppen von etwa 8 Professor/innen haben die Möglichkeit, sich unter Anleitung eines professionellen externen/internen Coachs gegenseitig kollegial zu Herausforderungen der Lehre zu beraten und über verbesserte Lehr- und Lernmethoden und deren Anwendung nachzudenken. Zusätzlich bilden sie Lerntandems/-tridems, die sich gegenseitig bei Lehrveranstaltungen hospitieren und sich Feedback zur Lehre geben.
- Die vertrauensvolle Atmosphäre innerhalb dieses geschützten Raumes hat den offenen Austausch zum Ziel – Voraussetzung für nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen des individuellen Lehrstils – auch jenseits des persönlichen Wettbewerbs.
- Mit dem Konzept „Kollegiale Fallberatung“ eignen sich die Lehrenden Beratungskompetenz an. Damit haben die Teamcoaching-Gruppen das Handwerkszeug, um in ihren Gruppen eigenständig weiter zu arbeiten.
- Umfang: 32 Plätze für 4 Gruppen pro Jahr – insgesamt 96 Plätze in drei Jahren.
Teil des Coaching-Projekts: Die Entwicklung eines Zentrums für Lehren und Lernen
Um das Ziel einer studierendenzentrierten Lehr- und Lernkultur zu erreichen, ist es wirkungsvoll, eine in der Organisation verankerte und dauerhaft bestehende Serviceeinrichtung für Lehrende zu schaffen, die das derzeit bestehende hochschuldidaktische Angebot und ggf. Formate und Beratungen zur akademischen Personalentwicklung aktualisiert, bedarfsgerecht erweitert und organisiert. Zu den Aufgaben der Projektleitung gehört es, bereits während der Projektlaufzeit hochschuldidaktische Angebote zu machen und das Konzept der Serviceabteilung in einer Arbeitsgruppe unter Vorsitz der Vizepräsidentin zu entwickeln.
Nachfolgemaßnahme: Die Nachhaltige Implementierung der Coaching-Konzepte in der Hochschule:
Aus dem Qualitätspakt Lehre hat die Hochschule u. a. Gelder für eine Stelle bekommen, die Maßnahmen für die nachhaltige Implementierung von Coaching/Mentoring in der Lehre zum Ziel hat. In diesem Rahmen können Coaching-Fortbildungen für Lehrende angeboten werden, die diese dazu befähigen, andere Lehrende in der Lehre zu coachen. Enthalten ist die Möglichkeit von Supervision durch externe Experten. Die erste Fortbildung startet 2012.
Lehrentlastung
Für alle Coaching-Maßnahmen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lehrentlastung, so dass sie einen Teil des Mehraufwands für ihr Engagement ausgleichen können.
Evaluation
Das Projekt wird jährlich von einer externen Evaluatorin in Zusammenarbeit mit der internen Abteilung für Qualitätssicherung evaluiert und aufgrund der Rückmeldungen und Empfehlungen weiter entwickelt.
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft – Wettbewerb für Exzellente Lehre
Projekt-Konzeption der HAW Hamburg





