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15. Mai 2007

Wächterpreise der Tagespresse 2007

Das DokZentrum „ansTageslicht.de“ von der Stiftung „Freiheit der Presse“ und der HAW Hamburg dokumentiert prämierte Geschichten zur heutigen Preisverleihung in Frankfurt/Römer

 

Der Glaube, dass Vieles beim Alten bleibe und sich Engagement nicht mehr lohne ist ein weit­verbreiteter Irrtum. Die heute mit dem Wächterpreis der Tagespresse 2007 ausge­zeich­­neten Geschich­ten von drei deutschen Tagszeitungen sprechen eine andere Sprache: Die Berichterstat­tungen deckten Unge­reimt­heiten und Widersprüche auf, brachten Skan­dale ans Licht und thema­tisierten ungerechte und aktuelle Missstände. Am Ende zog die Berichterstattung teilweise gesetzliche Veränderungen nach sich.

 

www.ansTageslicht.de ist ein Portal für Dokumentationen couragierter Recherchen und Repor­tagen seit 2003 (ab­ge­­kürzt: DokZentrum ansTageslicht.de), das von Studierenden der Hochschule für Ange­wandte Wissen­schaf­ten Hamburg (HAW Hamburg) unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Ludwig in Kooperation mit der Stiftung „Freiheit der Presse“ (Wächterpreis) erstellt wurde. Anlässlich der offiziellen Preisverleihung der Wächter­preise heute, Dienstag, den 15. Mai im Frankfurter Römer wird hier auch über die drei prämierten Berichterstattungen berichtet: Alle originalen Berichte der drei 2007 ausgezeichneten Tageszeitungen (das sind das Hamburger Abend­blatt, die Süddeutsche Zeitung und die Westdeutsche Zeitung/Bergischer Volksbote) sowie die Geschichten hinter diesen Geschichten zu den teilweise brisanten Recherchen sind genau dokumentiert und unter www.ansTageslicht.de nachzulesen. Hinweis: Unter der Rubrik „Wächterpreis“ sind alle Wächterpreise der vergangen fünf Jahrgänge vollständig dokumentiert.

 

Wächterpreise 2007

Der 1. Preis: „Der Fall der Alten Dame“. Oder: Maulkorb für die Presse? Das Hamburger Abendblatt veröffentlicht 2006 eine Geschichte unter dem Titel „Bereichert sich ein Dorf auf ihre Kosten?“. Es geht um ein zentral gelegenes Grundstück, das einer älteren Dame gehört, die auf ihren 7.000 qm diverse Dinge sammelt. Verkaufen will die Dame nicht und so wird sie amtlich unter „Betreuung“ gestellt. Ein Berliner auf Medienrecht spezialisierter Anwalt verbietet dem Abendblatt seine Namensnennung sowie die des Betreuers und der beteiligte Gemeinde. Die Zeitung setzt sich juristisch und journalistisch zur Wehr. Sie dokumentiert alle Vorgänge in Text und Bild. Am Ende der Geschichte steht der klare presserechtliche Sieg des Hamburger Abendblatts; und: die Gemeinde muss den Kauf des Grundstücks rückab­wickeln. Die beiden Wächterpreisträger des Hamburger Abendblatts waren zudem für den Henri-Nannen-Preis 2007 nominiert („beste investigative Leistung“). (Doku unter: www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&NAVZU_ID=14&STORY_ID=34

 

Der 2. Preis: CIA und Guantanamo in Deutschland. Der zweite Wächterpreis wurde der Süddeut­schen Zeitung für ihre kontinuierliche Berichterstattung in Sachen Bekämpfung des Terrorismus und Menschen­rechte zuerkannt. Konkret geht es um die Schicksale des Deutsch-Libanesen Kaled El Masri (entführt nach Afghanistan) und des Bremer Türken Murat Kurnaz (4 Jahre gefangengesetzt auf Guantanamo). Die Bericht­erstattung trug dazu bei, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Arbeit der Geheim­dienste eingesetzt wurde. Das DokZentrum ansTageslicht.de dokumentiert die Themenkarriere und Recherchewege der so genannten rendition flights durch die CIA weltweit. (Doku unter: www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&NAVZU_ID=14&STORY_ID=36)

 

Der 3. Preis: Der lange Arm der Energiekonzerne. Der Artikel „Wochenendtrip auf die Förderinsel“ aus der WZ - Lokalausgabe „Bergischer Volksbote“, Burscheid, landete bei der Staatsanwaltschaft in Köln. Ein Leser hatte eine anonyme Anzeige erstattet: der Aufsichtsrat der Burscheider Stadtwerke hatte sich auf Kosten von E.ON-Ruhrgas nach Norwegen einladen lassen. Die Anzeige löste eine Lawine aus: richterlich genehmigte Durchsuchungen erst in Burscheid, später in Nordrhein-Westfalen, danach sogar bundesweit. Heute hat E.ON hat einen neuen Verhaltenskodex. (Doku unter: www.ansTageslicht.de)

 

Weitere Informationen zu www.ansTageslicht.de

HAW Hamburg/Department Technik

Prof. Johannes Ludwig; Mobil: 0176 – 52 00 69 15

 

Letzte Änderung: 09.03.11

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