Campusleben_HAW_Hamburg_13

Lehrende_HAW_Hamburg_21

Studierende_HAW_Hamburg_3

Informationen für:

10. Dezember 2010

Hochschulsenat der HAW Hamburg  wehrt sich gegen angekündigte Sparmaßnahmen des Hamburger Senats

 

Der Wissenschaftsbereich in Hamburg ist, verglichen mit anderen Bundesländern, deutlich unterfinanziert. Im Mittel betrug der Anteil der Forschungsausgaben an den öffentlichen Ausgaben der Bundesländer 2007 3,3 %. Schlusslicht war Hamburg mit deutlich weniger als 3 %, Sachsen ist mit 5,9 % führend.

 

Kein Bundesland gibt für Studierende an Fachhochschulen pro Kopf weniger aus als Hamburg, und nur in zwei Bundesländern ist die Betreuungsrelation noch schlechter als hier. Daher hält es der Hochschulsenat der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) für dringend notwendig, sich zu den geplanten Sparmaßnahmen zu äußern:

 

Der Hamburger Senat hat wiederholt den Eindruck erweckt, den Bereich der Wissenschaft von dem Sparpaket auszu¬nehmen. Tatsächlich aber belasten seine Beschlüsse alleine die HAW Hamburg mit etwa 3,4 Mio. Euro im Jahr 2011. Gegenüber dem Jahr 2009 bedeutet dies eine Etat-Kürzung um mehr als 4 Prozent. Die aus den Spar¬ma߬nahmen resultierenden Beeinträchtigungen des Lehr- und Forschungsbetriebs, der Abbau von Professorenstellen und damit Studienplätzen und Studierendenprojekten sowie die Demotivierung der Beschäftigten durch die Gehaltskürzungen um fünf Prozent beschädigen das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Handelns der Regierung.

 

Vor allem aber treffen die Sparmaßnahmen die Studierenden: Höhere Preise des Studierendenwerks wegen der Streichung des Essenszuschusses für die Mensaverpflegung in Höhe von 2,3 Mio. Euro und die Erhöhung des Semesterbeitrags um fast 20 Euro summieren sich. So würde jeder Studierende im Laufe des Studiums im Durchschnitt ungefähr eine zusätzliche Studiengebühr bezahlen. Ausländische Studierende trifft es noch härter. Durch den Wegfall von insgesamt 60 von 84 Stipendien für ausländische Studierende an der HAW Hamburg geraten viele in Existenznot. Gerade für Hamburg, das international ausgerichtet sein will, ist aber eine international zusammengesetzte Studierendenschaft ein absolutes Muss!

 

Gleichzeitig bekommen die Studierenden immer weniger Gegenleistungen für ihre Studiengebühren. Die 500 Euro Studiengebühren, die ursprünglich pro Kopf von den Studierenden gezahlt wurden, galten der Ver¬besserung der Lehre und der Infrastruktur an der Hochschule. Der Senat senkte mit dem Koalitions¬vertrag von Schwarz/Grün diesen Betrag um 25% auf 375 Euro ab. Die damals zugesagte Kompensation wird nun gestrichen. Jetzt sollen auch noch die Kosten für die Verwaltung und die Stundung aus den Studiengebühren bezahlt werden. So vermindert sich der tatsäch¬lich für den Zweck der Lehre und des Studiums verfügbare Betrag um weitere 10 Prozent¬punkte. Damit kommt man einer Situation nahe, in der das Gebühren¬system vor allem sich selbst finanziert, statt den Studierenden Vorteile zu bringen.

 

Der Hochschulsenat der HAW Hamburg weist außerdem darauf hin, dass es die alleinige Aufgabe der Freien und Hansestadt Hamburg sei, den Hochschulen die nötigen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Kosten für das angemietete Gebäude in der Alexanderstraße 1 und am Standort Finkenau sind, so fordert er, von der Wissen¬schaftsbehörde und nicht aus dem Hochschulhaushalt zu finanzieren.

 

Die aktuelle Steuerschätzung zeigt, dass Notmaßnahmen ohne Beachtung der beschriebenen Folgen derzeit in Hamburg nicht erforderlich sind und daher auch nicht exekutiert werden sollten. Der Hochschulsenat  appelliert vielmehr an die Hamburger Politik, gemeinsam mit der HAW Hamburg und den anderen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen daran zu arbeiten, dass Studium und Wissenschaft zum Wohlergehen dieser Region beitragen und dass Hamburg seine Position im nationalen und internationalen Vergleich deutlich verbessert.

Letzte Änderung: 09.03.11

An die Redaktion