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05. November 2009

„Mutter der Zeugen“ erhält Exzellenzpreis Soziale Arbeit

– HAW Hamburg würdigt zum dritten Mal persönliches soziales Engagement –

Die Hamburger Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach und die Fakultät Wirtschaft und Soziales der HAW Hamburg vergaben am Montag, den 9. November 2009, zum dritten Mal den „Exzellenzpreis Soziale Arbeit“ im Siemens-Festsaal in Hamburg St. Georg. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ehrt ausgesuchte Personen des öffentlichen Lebens, die durch langjähriges und qualitätsorientiertes Engagement Vorbildliches im Bereich der Sozialen Arbeit in Hamburg leisten. Diesjährige Preisträgerin ist Gerda Rose-Guddusch.

Die 58-jährige hat die weit über Hamburg hinaus geschätzte Einrichtung „Hamburger Zeuginnen- und Zeugenbetreuung“ aufgebaut und prägt sie seit 15 Jahren. Richter und Staatsanwälte aus Japan, Chile und Spanien haben Anregungen für eine menschliche Gerichtsbarkeit daraus aufgegriffen. „Zeugen sind oft in dem Gefühl befangen, die Begegnung mit dem Angeklagten nicht auszuhalten und keine Kraft für das erneute Erzählen des Erlebten zu haben oder hinterher eine Rache befürchten zu müssen“, schildert die Preisträgerin Gerda Rose-Guddusch die typischen Befindlichkeiten von Menschen, die sie um Unterstützung bitten. Richter wissen um die besonderen Fähigkeiten von Rose-Guddusch „Kommen Sie schnell und schaffen Sie Vertrauen“, bat jüngst ein Amtsrichter, als eine Mutter mit ihren Kindern nicht in das Vernehm¬ungs¬zimmer gehen wollte. In der Regel lernt sie Zeugen aber vorher kennen. Manche kommen auch schon persönlich vor der Hauptverhandlung vorbei, um im Gerichtssaal „Probe zu sitzen“.

Zeugenbetreuung braucht nicht nur eine humane Einstellung und Helfermotivation, sondern auch ein Höchstmaß an Professionalität. Gute Information, Einfühlungsvermögen und ein starker Sinn für Gerechtigkeit sind Voraussetzung für die Unterstützung von Zeugen, dieses bringt Gerda Rose-Guddusch mit. Vielen gilt sie daher als „guter Engel“ und „Mutter der Zeugen“. Ihre berufliche Laufbahn begann mit einer Ausbildung in Breklum bei Husum als kirchliche Gemeindehelferin. Anschließend studierte sie Sozialpädagogik an der Ev. Fachhochschule im Rauhen Haus. 15 Jahre arbeitete sie als Sozialpädagogin für die Kinderarbeit der Timotheuskirche Horn, danach wechselte sie in den Täter-Opfer-Ausgleich der Justizbehörde. Ab 1994 baute sie dort den Bereich „Zeuginnen- und Zeugenbetreuung“ auf, der seit 2006 originäre Aufgabe des Landgerichts ist.

Dr. Herlind Gundelach, Präses der Behörde für Wissenschaft und Forschung: „Professionelles soziales Engagement ist wichtig für das Gleichgewicht in unserer ökonomisch geprägten Gesellschaft, denn erfolgreiches Wirtschaften und soziales Augenmaß sind zwei Säulen, die unsere Gesellschaft tragen. Mit Gerda Rose-Guddusch wird eine engagierte, temperamentvolle bis leidenschaftliche Diplom-Sozialpädagogin und Viktimologin ausgezeichnet, für die Opferschutz nicht nur eine Herzensangelegenheit ist, sondern die ihr Opfer-Beratungskonzept wissenschaftlich weiterentwickelt und über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt gemacht hat. Ich danke ihr für ihr exzellentes soziales Engagement und den Preisinitiatoren des Departments Soziale Arbeit sowie dem Präsidenten der HAW Hamburg für diese wichtige Initiative ganz besonders.“

Prof. Dr. Michael Stawicki, Präsident der HAW Hamburg: „Wieder ist es der Jury gelungen, eine engagierte und hochinteressante Persönlichkeit für den Exzellenzpreis Soziale Arbeit 2009 zu finden. Der Preis ehrt einerseits die Person für langjährig Geleistetes. Gleichzeitig macht er die Arbeit der sonst eher im Verborgenen Wirkenden bekannt; das ist für mich das Besondere, und daher freue ich mich auf die dies¬jährige Verleihung des Exzellenzpreises. Ich wünsche Frau Rose-Guddusch weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Die von ihr unterstützten Zeugen brauchen ihre Erfahrung, ihr Verständnis und ihr Fingerspitzen¬gefühl.“

Gerda Rose-Guddusch, Hamburger Zeuginnen- und Zeugenbetreuung: „Wir müssen Verständnis zeigen und die Zeuginnen und Zeugen gut informieren. Wer weiß, was auf ihn zu kommt, ist sicherer. Wer sicherer ist, ist konzentrierter und entspannter. Entspannte Zeugen sind gute Zeugen. Das nützt auch dem Gericht im Sinne einer qualifizierten Aufklärung und Wahrheitsfindung.“

Zum Exzellenzpreis Soziale Arbeit: Persönliches Engagement wird persönlich gewürdigt: Dieses Konzept unterscheidet den Exzellenzpreis Soziale Arbeit von anderen. Hinter¬grund der Preisidee ist der chronisch unterbewertete Status der Sozialen Arbeit. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht deshalb die Person mit ihrer persönlichen Leistung: Das Preisgeld geht an direkt an sie. Weitere Voraussetzungen für die Nominierung sind: Man wird von Führungs¬¬kräften der Sozialbranche, Professoren aus dem Rauhen Haus und der HAW Hamburg vorge¬schlagen. Die Preisträger müssen in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik diplomiert sein und eine lang¬jährige exzellente und vorbildliche soziale Arbeit geleistet haben. Die hochkarätige Jury besteht aus Professoren und anerkannten Personen der Sozial¬branche und des Stiftungswesens. Das Preisgeld von 5.000 Euro, das für 10 Jahre bereits feststeht, ist gespendet von Professoren der HAW Hamburg ebenso wie von Geschäftsleuten überwiegend aus dem Hamburger Lions Club. Ebenso unterstützt Siemens die Preisverleihung des Exzellenzpreises Soziale Arbeit mit Räumlichkeiten und Catering.

Kontakt:
HAW Hamburg, Fakultät Wirtschaft und Soziales
Prof. Dr. Jens Weidner
Tel. +49.40.816 405
E-Mail: info(@)prof-jens-weidner.de
www.haw-hamburg.de

Letzte Änderung: 09.03.11

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