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12.6.2013: Aktuelle Studie zur „Akzeptanz Erneuerbare Energien in Hamburg-Bergedorf“

12.06.2013

Wissenschaftliche Studie der HAW Hamburg zeigt große Akzeptanz für die Energiewende. Bergedorfer Bürger/innen befürworten mehrheitlich den Ausbau von Windenergie und den Bau eines Energie-Campus im Bezirk.

Das Erreichen von Bürgerakzeptanz ist ein wesentlicher Faktor bei der Realisierung von Projekten der Erneuerbaren Energien. Das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) hat deshalb eine wissenschaftliche Studie unter Mitwirkung von Studierenden zur Ermittlung der Akzeptanz durchgeführt.

Der Energie-Campus Hamburg: Als Leuchtturmprojekt für die Energiewende in Hamburg und der Metropolregion wird das CC4E das Technologiezentrum Energie-Campus Hamburg errichten. Die technologischen Schwerpunkte sind: Windenergie, Netzintegration und Speicherung. Zielsetzung des Energie-Campus ist die Vernetzung zwischen Unternehmen, Hochschulen und Einrichtungen zur Entwicklung von innovativen und anwendungsbezogenen Lösungen für Erneuerbare Energien. Das Technologiezentrum soll die Keimzelle eines wachsenden Energie-Campus sein. In dieser Forschungseinrichtung wird das CC4E zunächst ein Windlabor und ein Smart Grid (Demand Side Integration)-Labor realisieren. Geplant ist ebenfalls ein eigener Windpark, als wesentlicher Teil im Gesamtkonzept von Forschungs- und Lehrvorhaben des Technologiezentrums. Aufgrund dieser Planungen wurde die Akzeptanz-Studie jetzt unter Bürger/innen in Bergedorf durchgeführt.

Akzeptanz-Studie ermittelt überraschende Ergebnisse: Für eine empirische repräsentative Studie befragten Studierende der HAW Hamburg insgesamt 543 Bürger/innen in Bergedorf. Dabei wurden die Chancen und Möglichkeiten für eine erfolgreiche Vermittlung des Projekts Energie-Campus und damit die Akzeptanz herausgearbeitet. Gleichzeitig wurde die Befürwortung bezüglich des Ausbaus von Erneuerbaren Energien vor allem von Windenergie ermittelt. Befürchtungen und Besorgnisse waren ebenfalls Thema. Die aktuellen Ergebnisse überraschen: Die Bergedorfer zeichnen sich durch eine hohe Identifikation mit Nachhaltigkeit aus. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigen den wachsenden Trend zum Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. 64 Prozent der Befragten haben großes Interesse, lediglich 10 Prozent geringes Interesse an Umweltthemen. Die Bürger/innen des Bezirks Hamburg-Bergedorf nehmen die komplexe Zukunftsaufgabe der Energiewende wahr und bewerten den Ausbau von Erneuerbaren Energien in Deutschland entsprechend hoch. Dabei fühlen sich die Bergedorfer mit 82 Prozent sehr wohl in ihrem Bezirk. „Die Energiewende hat in Bergedorf eine breite Basis bei den Bürgerinnen und Bürgern“, so das Fazit von Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des CC4E und verantwortlich für die Studie.

Ergebnisse der Befragung:

Allgemeiner Ausbau von Erneuerbaren Energien:
Bezogen auf Hamburg bewerten 75 Prozent der Befragten den Ausbau der Erneuerbaren Energien als wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Den Ausbau im Stadtteil Bergedorf halten wiederum 69 Prozent der Befragten für (sehr) wichtig. Dabei konnte eine deutlich positive Einstellung zu Erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie in Bergedorf festgestellt werden.

Die klimaschutzpolitische Bedeutung von Erneuerbaren Energien wird mit 84 Prozent Zustimmung insgesamt als sehr hoch eingeschätzt. Der Windenergie wird ein ähnlich hoher Stellenwert zugeschrieben. Mit den Zielen der Energiewende sind Konsequenzen verbunden: Die „unbedingte Förderung von Erneuerbaren Energien“ befürworten knapp 80 Prozent der Befragten, bei der Windenergie sind es 72 Prozent. Damit, so die Schlussfolgerung, scheint die Energiewende in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein.

Konkreter Ausbau der Windenergie im Bezirk Bergdorf: Es wurde in der Studie auch nach dem Ausbau der Windenergie im Bezirk Bergdorf gefragt. Auch hier zeigt sich ein eindeutiges Resultat: Abgelehnt wird der geplante Ausbau von 18 Prozent der Befragten, dem gegenüber wird er von einer breiten Mehrheit mit 63 Prozent deutlich befürwortet. Die konkreten Ausbauprojekte in den vorgesehenen Stadtteilen Curslack, Neuengamme, Altengamme und Ochsenwerder lehnen insgesamt 19 bis 23 Prozent der Befragten ab. Allerdings, so ein überraschendes Ergebnis, plädieren 60 Prozent der Befragten in keinem der Stadtteile für eine Ausbaubeschränkung und sprechen sich somit uneingeschränkt für einen Ausbau der Windenergie aus.

Die Gründe der kritischen Bürger/innen sind vielfältig und differenziert. Die meist genannten Aspekte beziehen sich auf die Belästigung, Einschränkungen der Lebensqualität, Natur- und Umweltbeeinträchtigungen sowie auf die Ablehnung der Windenergie in der Nähe von Stadtgebieten und Wohnsiedlungen. Eine weitere Kategorie ist das festgestellte Informationsdefizit.

Wesentlich für die Erzeugung von Akzeptanz für Windenergie ist, so ein Resultat der Studie, die Vermittlung ihres Nutzens für den Einzelnen sowie auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Für 50 Prozent der Befragten sind die Abschaffung klimaschädlicher Kraftwerke sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen zentrale akzeptanzfördernde Faktoren. Weitere wichtige Faktoren sind: die Mitwirkung und Partizipation an Entscheidungsprozessen.

Bei der Frage nach dem eigenen Informationsstand über Erneuerbare Energien geben lediglich 36 Prozent an, sich informiert oder sehr informiert zu fühlen. Insgesamt 64 Prozent fühlen sich nur teilweise beziehungsweise gar nicht informiert. Dies lässt auf Defizite in der Vermittlung über die zukunftsträchtigen Entwicklungen und Herausforderungen von Erneuerbaren Energien schließen. Ein hoher Informationsstand schafft jedoch Akzeptanz und aktiviert die Bürger/innen.

Standortaufwertender Effekt des Forschungszentrums: Das geplante Technologiezentrum des Energie-Campus in Verbindung mit einem eigenen Windpark halten 57 Prozent der Befragten für (sehr) sinnvoll. Dabei wird der standortaufwertende Effekt des Forschungszentrums begrüßt. Eine offene Kommunikationsstrategie zu diesem Projekt soll die grundlegende positive Akzeptanz weiter fördern. Der hohe Bedarf an weiteren Informationen soll zukünftig durch das neue Informationszentrum für Erneuerbaren Energien in Bergedorf erfüllt werden, was 63 Prozent der Befragten begrüßen.

Perspektiven für eine chancenreiche Zukunft: Den Perspektiven für eine chancenreiche Zukunft für die nachfolgenden Generationen stimmen 77 Prozent zu, der langfristigen Erhöhung der Lebensqualität durch den Ausbau der Windenergie in Bergedorf 60 Prozent. Die konkreten positiven Effekte der Schaffung von Arbeitsplätzen werden von zwei Drittel der Bürger/innen wahrgenommen.

Fazit der Befragung:

Das Resümee von Prof. Werner Beba, dem Leiter der Studie, lautet deshalb: „Die Energiewende ist in Hamburg-Bergedorf angekommen! Der gesellschaftliche Nutzen der Energiewende ist den Bürgern bewusst und wird von Ihnen sehr wesentlich akzeptiert. Dies ist eine sehr tragfähige Basis für unser Ausbauvorhaben in Hamburg-Bergedorf. Der `gefühlte´ Informationsstand ist, so hat die Studie gezeigt, eine Schlüsselgröße für Akzeptanzbildung und -förderung. Dies betrifft sowohl die Einstellung sowie auch die Bewertung konkreter Ausbauvorhaben. Aufklärung, Information und Kommunikation kommen daher eine Schlüsselrolle bei der Akzeptanzbildung zu. Mit dem Ziel, ein Verantwortungsbewusstsein hervorzurufen und durch Dialoge die Einbeziehung des Bürgers zu verbessern.“ 

Prof. Beba sagt weiter: „Die Studie hat das Ziel verfolgt, den Dialog über den Energie-Campus und den Windpark zu eröffnen. Hinzu kommt, dass wir durch wissenschaftliche Akzeptanzforschung lernen wollen, welche Schlüsselfaktoren zur Akzeptanzbildung und -förderung führen. Hierbei gilt es, den Bürgerinnen und Bürgern klar den Nutzen von Windkraft zu vermitteln.“

Akzeptanzstudie und Pressemitteilung


Kontakt für Akzeptanzstudie CC4E:
Prof. Dr. Werner Beba, Leiter CC4E
Janine Eibl, Projektleiterin Akzeptanzstudie
Tel.: 040.428 75-6937/9204
werner.beba(@)haw-hamburg.de


Pressekontakt HAW Hamburg:
Dr. Katharina Ceyp-Jeorgakopulos
Pressereferentin und -sprecherin
Tel. +49.40.428 75-9132
katharina.ceyp-jeorgakopulos@haw-hamburg.de


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Letzte Änderung: 06.01.16

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