BlauPause

Der AStA will intelligent vernetzen

Sperling26.01.2010


[Aktueller Service] Das ist ein erklärtes Ziel des neuen AStA, der Ende November 2009 vom Studierendenparlament (StuPa) gewählt wurde. Das Amt des Vorstandes haben Tilmy Alazar und Marc Alexander Holtz übernommen. Die einzelnen Referate und jeweiligen Ansprechpartner werden aktuell noch abschließend definiert und festgelegt.

Grundsätzlich ist der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) für alle gesetzlich festgelegten Aufgaben der Studierendenschaft verantwortlich. Mehr noch: Er vertritt die Interessen der Studierenden, gilt als „Sprachrohr“ für ihre Belange und setzt sich zum Beispiel gegenüber Lehrenden oder gegenüber der Hochschulleitung für sie ein. Im Sommer 2009 trugen in dunkle Kutten gewandete AStA-Mönche der HAW Hamburg symbolisch die Bildung zu Grabe. Die Bilder der bundesweiten Proteste gegen schlechte Studienbedingungen und den Bologna-Prozess haben wir alle noch vor Augen. Aufgrund dieser öffentlich sichtbaren hochschulpolitischen Aktivitäten des AStA wird oftmals übersehen, mit welchen Themen sich dieser außerdem befasst: Bundesweit wird der AStA in der Regel für ein Jahr gewählt und besteht aus einem oder mehreren Vorsitzenden sowie einer Reihe von Referaten – an der HAW Hamburg unter anderem zu Themen wie Soziale Sicherheit, Studieren mit Kind, Finanzen oder Gremien. Er bietet Beratung zu Studiengebühren und Krankenversicherung, zur Finanzierung des Studiums, zu Immatrikulationsfragen oder einer drohenden Exmatrikulation. In vielen Fällen ist er jedoch auch einfach nur Vermittler von Kontakten. Gerade zu Beginn des Studiums sind viele Studierende auf der Suche nach den richtigen Ansprechpartnern. Ein Hauptaspekt der AStA-Arbeit ist somit der Verweis auf Experten.

 

  
Tilmy Alazar mit Prof. Dr. M. Stawicki beim Neujahrsempfang        Marc Alexander Holtz an seinem Arbeitsplatz

   
BlauPause nutzte die Neuwahl an der HAW Hamburg, um sich vor Ort in den Räumen des AStAs, im Dachgeschoss des Gebäudes BT 11, einmal umzusehen und fragte den neuen Vorsitzenden Marc Alexander Holtz (Fakultät DMI) nach Tätigkeiten und Vorhaben des Teams sowie nach typischen Sorgen und Nöten der Studierenden.

BlauPause: Herr Holtz, womit ist Ihr Team, kurz nach der Wahl, aktuell beschäftigt?

Marc Holtz: Zu Beginn der neuen Amtszeit mussten wir uns zunächst einmal einarbeiten und versuchen, auf den Wissensstand unserer Vorgänger zu gelangen. Viele Informationen sind durch den Teamwechsel verloren gegangen. Für die Referenten ging es also vorwiegend darum, die Hochschulstrukturen kennenzulernen, das Leistungsportfolio zu erörtern und herauszufinden, wer an der Hochschule für „ihre“ Themen zuständig ist. Nur wenn die Referenten über dieses Wissen verfügen, können sie die Studierenden, aber auch die Fachschaftsräte entsprechend beraten und weiter vermitteln.

BlauPause: Wodurch qualifizieren sich die Referenten? Was haben sie für einen Hintergrund?

 

Marc Holtz: Bei den Referenten handelt es sich ausschließlich um Studierende. Einige haben ihre Kompetenzen in dem von ihnen betreuten Bereich durch das Studium oder aber durch eine Tätigkeit in der Praxis erworben, andere zeigen einfach ein überdurchschnittliches Interesse am Thema. Wenn Studierende Gelegenheit erhalten, Verantwortung zu übernehmen und erkennen, dass sie imstande sind, Probleme zu identifizieren und zu lösen, entwickeln sie ein wahnsinniges Potenzial.

 

   
Die Wand im Büro der AStA-Vorsitzenden                                       Der große Konferenzraum des AStA

 

BlauPause: Wie sehr nutzen die Studierenden der HAW Hamburg momentan das Angebot des AStA?

Marc Holtz: Leider stellen wir fest, dass sehr viele Studierende der Hochschule bislang keine besondere Notiz vom AStA genommen haben. Das könnte unter anderem daran liegen, dass unsere Institution an sich, unser Beratungsangebot und unsere sonstigen Leistungen in der Hochschule gar nicht so präsent sind, was wir durch viel Dialog und Kommunikation, zum Beispiel über den HAW Mailer, innerhalb der OE-Wochen, auf Veranstaltungen oder durch die Nutzung weiterer Hochschulmedien gerne ändern möchten.

BlauPause: Und die Studierenden, die den Weg zum AStA finden – mit welchen Fragen und Nöten kommen sie auf Sie zu?

Marc Holtz: In vielen Fällen geht es ganz klar um Fragen zur Finanzierung des Studiums. Wie beantrage ich BAföG? Wo stelle ich einen Antrag auf Wohngeld? Aber auch rechtliche Aspekte, wenn beispielsweise Rückmeldefristen verpasst wurden und eine Exmatrikulation droht, kommen zur Sprache. Ebenso Prüfungsängste oder Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder. Oftmals möchten sich Studierende in Projekten engagieren, wissen aber nicht, wen sie ansprechen sollen, wenn es darum geht, Mittel oder Räume zu beschaffen. Zusätzlich machen wir die Erfahrung, dass sich Studierende engagieren möchten – auch für nachfolgende Generationen – aber nicht über die entsprechenden Möglichkeiten informiert sind, woran ihre Vorhaben schließlich wieder scheitern.

BlauPause: Was kann der AStA da tun bzw. was sind Ihre Ziele in dieser Richtung?

Marc Holtz: Wir möchten einerseits die Gremienarbeit transparenter machen und nachhaltige sowie langfristige Kommunikationsstrukturen aufbauen, die auch über die Amtszeit von einem Jahr Bestand haben. Wir möchten den Kontakt des AStAs zu den verschiedenen Bereichen der Hochschule verstärken, intelligente Netzwerke schaffen, die dazu beitragen, Informationen für die Studierenden schnell verfügbar zu machen und dabei helfen, ihre Probleme zu thematisieren und Lösungen zu finden. Andererseits versuchen wir zu erreichen, dass sich die Studierenden mehr mit der Hochschule identifizieren, dass sie das Gefühl haben, mit ihren Belangen ernst genommen zu werden und sich gut informiert fühlen.

BlauPause: Haben Sie hierfür konkrete Vorschläge?

Marc Holtz: Wir wünschen uns mehr Aktionen, wie beispielsweise Firmenkontaktmessen für Studierende, aber auch häufigere Treffen untereinander. Der Austausch zwischen höheren und niedrigeren Semestern oder Mitgliedern verschiedener Projekte findet unserer Meinung nach zu wenig statt. Dabei verfügen Projektprofis bewährter HAW-Projekte wie zum Beispiel die Teammitglieder von HAWKS über hilfreiche Informationen für Projekt-Newcomer und könnten wertvolle Tipps für Planung und Organisation geben. Veranstaltungen, die im Interesse von Studierenden durchgeführt werden, sollten von Seiten der Lehrenden stärker beworben und beispielsweise durch Freistellung unterstützt würden. Ein toller Tag wie der „Tag der Lehre und des Lernens“ im Dezember war eigentlich viel zu wenig besucht.

BlauPause: Was benötigt der AStA, um seinen Zielen ein Stück näher zu kommen?

Marc Holtz: Neben den finanziellen Mitteln und der moralischen Unterstützung, die der AStA und die Studierenden von der Hochschulleitung bekommen, würden wir gerne – ich nennen es mal „Verhalten“ – sehen. Konkrete Konzepte und Handlungen einzelner Hochschulbereiche, die den Studierenden zu Gute kommen. Wir möchten die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit den verschiedenen Einrichtungen der Hochschule und dem Präsidium unbedingt steigern. Nur auf diese Weise können viele Anliegen Studierender diskutiert, Ideen bearbeitet und umgesetzt werden.

BlauPause: Herr Holtz, vielen Dank für das Gespräch.

 

 
Viel Raum für die Arbeit der Referenten                                        Raum- und Organisationspläne für 2010

 

Kontakt:
AStA HAW Hamburg
Berliner Tor 11
20099 Hamburg
Tel. 040.44 09 22
asta(@)asta.haw-hamburg.de
www.asta.haw-hamburg.de