Campusleben_HAW_Hamburg_52

Lehrende_HAW_Hamburg_11

Studierende_HAW_Hamburg_9

Informationen für:

Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
Competence Center

Fragen und Antworten

Bergedorf wird Zentrum der Forschung und Ausbildung für die Energiewende

In den Bergedorfer Schleusengärten soll bis Ende 2014 ein „Silicon Valley der Erneuerbaren Energien“ – der Energie-Campus Hamburg – entstehen. Das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) wird als Keimzelle dieses Energie-Campus ein Technologiezentrum mit einem Windpark errichten: ein deutschlandweit einzigartiges Projekt!

Fragen und Antworten zum Technologiezentrum Energie-Campus

Antwort auf/zuklappen Welche Ziele hat der Energie-Campus?

Zielsetzung des Energie-Campus ist die Vernetzung zwischen Unternehmen, Hochschulen und Einrichtungen zur Entwicklung von anwendungsnahen Lösungen und Innovationen für Erneuerbare Energien:

Wissensorientierung:
Förderung des Technologietransfers, Stärkung des Wissenschaftsstandorts Hamburg, Stärkung des wachsenden Clusters Erneuerbare Energien

Bürgerorientierung:
Vermittlung von Wissen und Information zur Schaffung von Akzeptanz für die Energiewende bei Bürgerinnen und Bürger, Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien

Unternehmensorientierung:
Förderung der Ansiedlung von Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche und deren Forschungsvorhaben sowie Neu- und Existenzgründungen, Weiterbildungen und Qualifizierung von Fachkräften

Antwort auf/zuklappen Was soll im Technologiezentrum Energie-Campus entstehen?

Im Technologiezentrum Energie-Campus Hamburg werden ein Wind- und ein Smart Grid-Labor entstehen. Zudem soll ein Windpark in unmittelbarer Nähe realisiert werden.

Antwort auf/zuklappen Wie hängen der Energie-Campus und die HAW Hamburg zusammen?

Das Technologiezentrum soll der angewandten Forschung sowie der Ausbildung und Qualifizierung an der HAW Hamburg dienen. Dies bedeutet, dass am Technologiezentrum mit Hilfe der Labore und des Windparks angewandte Forschung betrieben werden soll. Die hier gewonnen Erkenntnisse werden wiederum vollständig in den Lehrbetrieb der HAW Hamburg integriert und dienen der Ausweitung des Wissens in der Windenergie-Branche.

Antwort auf/zuklappen Welche Forschungsaufgaben haben Energie-Campus und Windpark?

Ziel ist es, das Verständnis zu spezifischen Fragestellungen von Windenergieerzeugung,
-anlagenbetrieb und Netzintegration sowie Speicherung zu erweitern. Durch die einzigartige Kombination aus Windpark und Wind- sowie Smart Grid-Labor sollen folgende Forschungsaufgaben verfolgt werden:

  • Windenergie-Technologien und deren Zuverlässigkeit verbessern
  • Verträglichkeit für Mensch und Natur verbessern, Schallwirkungen verringern, Risiken für Vögel oder/und Fledermäuse minimieren, Nachtbeleuchtung reduzieren
  • Leistung in der Stromproduktion zur Versorgungssicherheit steigern, innovative Technologien für Verbesserungen der Einspeisung von Windenergie in das Stromnetz und zum Ausgleich  der Schwankungen im Stromnetz schaffen
  • Neue Speichertechnologien wie Batterie-, Wasserstoff- und Wärmespeicher entwickeln: Jede erzeugte Kilowattstunde Windenergie soll genutzt werden.
Antwort auf/zuklappen Wo soll der Windpark entstehen?

Der Windpark soll in unmittelbarer Nähe zum Technologiezentrum Energie-Campus (ca. 1000 m), südlich der Autobahn A25 in Curslack entstehen.  Der Windpark umfasst fünf  Windenergieanlagen modernsten Typs mit einer Nabenhöhe von ca. 120 m und einer Gesamthöhe (Spitze des Rotorblatts) von ca. 180 m.

Antwort auf/zuklappen Warum Windenergieanlagen mit 180 Meter Gesamthöhe?

  • 1. Marktanforderungen
    Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, müssen in Binnenland-Regionen zunehmend ertragsstärkere Windenergieanlagen  eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass modernste Generatoren der 2,5 – 3,5 MW-Klasse mit entsprechend großen Rotordurchmessern benötigt werden. Anlagenhersteller entwickeln deshalb ertragsstärkere Windturbinen mit Höhen von rund 180 Metern. Da die kleineren Windanlagen demnach als Auslaufmodell gelten, haben diese nur noch einen sehr geringen Nutzen für die angewandte Forschung. Es ist zu berücksichtigen, dass Erkenntnisse aus Messungen an kleinen Windenergieanlagen (z.B. 100 m) nicht auf große Anlagen (z.B. 180 m) übertragbar sind.

  • 2. Forschungsaspekte
    Insbesondere aus wissenschaftlich-forscherischer Sicht sprechen folgende Gründe für Windenergieanlagen mit 180 Meter Gesamthöhe:

    • In Höhen von 180 m besteht ein größeres Spektrum an Windgeschwindigkeiten, dies ermöglicht die Untersuchung von verschiedenen Betriebssituationen (vor allem Extremsituationen). Deshalb liefern hohe Anlagen auch stärkere Messsignale und somit bessere Messergebnisse für die Forschung.

    • Aufgrund höherer Windlasten und größerer Dimensionen der Komponenten – bei 180 m Anlagen – lenken Turm und Rotorblätter stärker aus. Dies hat eine schnellere Materialermüdung (z.B. durch Schwingungen) zur Folge und stellt höhere Ansprüche an die Regelung der Anlagen – Produktinnovationen zur Lösung haben eine große Bedeutung.

    • Durch entsprechende Messungen sollen Schadensfälle von Komponenten reduziert bzw. zuverlässigere Prognosen für Ausfallwahrscheinlichkeiten gestellt werden (Schwingungs- und Dehnungsverhalten). Insbesondere bei modernen Anlagentypen haben Ausfall-wahrscheinlichkeiten zugenommen, weil zu wenige Forschungsvorhaben vor der Serienproduktion realisiert werden.  Auch um diese weiter zu optimieren, besteht ein großer Forschungsbedarf.

  • 3. Landschaftsbild
    Am Beispiel Curslack müssten für die gleiche Strom-Jahresproduktion von 5 Anlagen mit 180 m Gesamthöhe stattdessen ca. 17 Anlagen mit 100 m Gesamthöhe eingesetzt werden. Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild wären erheblich.

  • 4. Stromertrag
    Mit Hilfe höherer Anlagen kann ein größerer Stromertrag erzielt werden. Hierbei spielen unterschiedlichste Faktoren eine Rolle. In größeren Höhen herrschen beispielsweise höhere und konstantere Windgeschwindigkeiten. Leistungsstärkere Turbinen und größere Rotoren schöpfen die Windkraft besser aus.  Anlagen mit einer Gesamthöhe von 180 m produzieren demnach 3,2 bis 3,4-mal so viel Strom wie Anlagen mit einer Gesamthöhe von 100 m.
Antwort auf/zuklappen Warum sind direkter Anlagenzugriff und kurze Wege wichtig?

Der Windpark soll integraler Bestandteil des Lehrangebots – im Bereich Erneuerbaren Energien und Maschinenbau – an der HAW Hamburg werden. Ein direkter Anlagenzugriff ist dabei in zweierlei Hinsicht zwingend erforderlich:

  • 1. Zugriffsberechtigung
    Da die Anlagen der Forschung dienen, ist es absolut notwendig, dass die Mitarbeiter und Studierenden frei über die Anlagen bestimmen können. So muss es jederzeit die Möglichkeit geben, die Anlagen zu betreten, an diesen zu forschen und diese dafür auch zeitweise außer Betrieb nehmen zu können.
    Diese für die Forschung notwendigen Anforderungen sind nicht zu gewährleisten, wenn statt eigener Anlagen die Anlagen eines anderen Betreibers/Eigentümers genutzt werden würden.
     
  • 2. Räumliche Nähe
    Die räumliche Nähe von Energie-Campus und Windpark ist zwingend notwendig, da die geplanten Messungen keinesfalls per Fernwarte vorgenommen werden können. Zwar sind auch eine Leitwarte und eine Datenfernanbindung für den Windpark zur Erfassung von Betriebszuständen und Monitoring geplant, jedoch ergibt sich aus der Notwendigkeit von Betrieb und Betreuung der Messausstattung sowie aus Beobachtungsmethoden (Umweltmonitoring durch manuelle Zählverfahren von Populationen von Vögeln und Fledermäusen, Kurzzeit-Messungen der Anlagen mit Akustikkamera oder Offline-Schwingungsmessungen), die Erforderlichkeit des Forschungspersonals vor Ort.

 

 

Antwort auf/zuklappen Welche Vorteile hat der Windpark für Hamburg Bergedorf?

Mit der Stromproduktion der Anlagen würden rund 18.000 Bergedorfer Haushalte versorgt werden können, wodurch ein wesentlicher Beitrag zum 100 Prozent-Regenerativ-Ziel des Bezirks geleistet werden würde. Die Erträge aus der Stromproduktion werden vollständig in die Deckung der Betriebskosten und den Ausbau des Energie-Campus investiert.

Den Bergedorfer Bürgerinnen und Bürgern soll darüber hinaus eine finanzielle Beteiligung am Windpark ermöglicht werden. Ein sogenanntes Bürgerbeteiligungsmodell wird derzeit entwickelt.

Antwort auf/zuklappen Welche Vorteile haben Technologiezentrum und Windpark für den Wissenschaftsstandort Hamburg?

Die akademische Ausbildung kann durch diese Integration einen enormen Qualitätsschub erlangen. Zudem findet sich für eine praxisorientierte Forschung und Entwicklung (FuE) eine ideale Plattform. Diese Kombination ist innovativ und einzigartig in Deutschland. Dies bietet die Chance für Hamburg, national wie international den Anschluss in Forschung und Ausbildung im Bereich Windenergie zu halten. Zudem bildet diese Qualifizierung ein Potenzial für zukünftige Mitarbeiter in Unternehmen. Damit wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen gesteigert.

Hinsichtlich der Umweltkompetenz und Nachhaltigkeits-Entwicklung der Stadt Hamburg kann eine führende Rolle erlangt werden. Damit einher geht ein hoher Leistungsbeitrag für die Energiewende, die Erfüllung der Klimaschutzziele bzw. der CO2-Minderung. Als Leuchtturm-Projekt kann es Vorbildfunktion für andere Regionen haben.

Antwort auf/zuklappen Welche Vorteile haben Technologiezentrum und Windpark für den Wirtschaftsstandort Hamburg?

Für die Wirtschaft schafft das Projekt eine steigende Attraktivität für Investitionen in den Ausbau von Erneuerbaren Energien, für den Aufbau und die Sicherung von Arbeitsplätzen, betont den Wachstumsfaktor Zukunftstechnologie am Standort Hamburg Bergedorf, fördert das Innovationsklima, die Innovationsallianz und auch Existenzgründungen. Des Weiteren sind Kompetenzbündelung sowie die Verzahnung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und der damit verbundene Know-How-Transfer wesentliche Erfolgsfaktoren für den Standortausbau für Erneuerbare Energien.

Letzte Änderung: 20.08.15

An die Redaktion

Quelle: DGI

Energie-Campus Hamburg Bergedorf

Am Schleusengraben 24

21029 Bergedorf

CC4E

Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Alexanderstraße 1
20099 Hamburg

T +49.40.428 75-98 50
F +49.40.428 75-98 69

energie(@)haw-hamburg.de

Lageplan des CC4E

Flugzettel "Energie-Campus Hamburg"

Hier können Sie sich den Flugzettel "Energie-Campus Hamburg" downloaden.

 

Download Flyer