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MEGA – Ein internationales Kooperationsprojekt zur Verbesserung der Versorgung psychosozial belasteter junger Menschen in Südafrika und Sambia

Das Projekt MEGA (Building capacity by implementing mhGAP mobile intervention in SADC countries) verfolgt das Ziel die Versorgung psychisch kranker Jugendlicher und junger Erwachsener im südlichen Afrika-Raum zu verbessern. Dabei steht vor allem die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im Mittelpunkt. Das Forschungsvorhaben wird von der EU (Erasmus+ Programm) über den Zeitraum Oktober 2017 bis Oktober 2020 gefördert. Neben der HAW Hamburg sind die Turku University of Applied Sciences und die Riga Technical University sowie weitere Universitäten aus Südafrika (Pretoria, Kapstadt, Bloemfontein, Mthatha, Stellenbosch) und Sambia (Lusaka) beteiligt.

Millionen von jungen Menschen im südlichen Afrika leiden unter schwerwiegenden psychischen Problemen, haben aber keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zu medizinischen und psychosozialen Hilfsangeboten. Schätzungsweise 20 % aller Kinder und Jugendlichen leiden unter einer psychischen Erkrankung. Ca. ein Drittel aller Erwachsenen in Südafrika und Sambia sind betroffen. Es kann davon ausgegangen werden, dass ungefähr die Hälfte aller schweren psychischen Störungen im Jugendalter oder bereits vorher beginnen. Unbehandelt zeigen diese Erkrankungen einen hohen Grad an Chronifizierung und führen zu langanhaltenden Beeinträchtigungen, wie einer insgesamt reduzierten gesellschaftlichen Teilhabe, fehlenden schulischen und beruflichen Abschlüssen, hohen öffentlichen Kosten, sowie vor allem großem persönlichen Leid.

In den letzten Jahren wieder steigende sozioökonomische Probleme, Armut und Arbeitslosigkeit aber auch ein hohes Vorkommen von HIV-Infektionen und Aids führen im südlichen Afrika zu einer Zunahme von psychischen Belastungen unter jungen Menschen, bei gleichzeitig abnehmenden Versorgungsressourcen. Die stärkere Berücksichtigung von psychischen Problemen in der allgemeinen Gesundheitsversorgung wird einheitlich gefordert. Bisher fehlen vielerorts, insbesondere im ländlichen Raum, Kenntnisse und Fähigkeiten, aber auch personelle und finanzielle Mittel, um psychische Krankheiten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, zu erkennen und angemessen zu behandeln.

Gemäß dem Aktionsprogramm der Weltgesundheitsorganisation (Mental Health Gap Action Programme, mhGAP) soll die Versorgungssituation für psychisch kranke Menschen weltweit weiterentwickelt werden und zunehmend etablierten Standards entsprechen. Besonders auch unter jungen Menschen soll die Früherkennung, Diagnostik und angemessene Behandlung von Depressionen, Suizidalität, Psychosen, Suchtproblemen und anderen psychischen Belastungen weiter verbessert werden.

In Anlehnung an das mhGAP Programm der WHO sollen im Rahmen des MEGA-Projektes zunächst Lehrende an Universitäten und Fachschulen, dann im Verlauf Fachkräfte der regionalen Gesundheitsversorgung und der Jugendfürsorge in einem Train-the-Trainer-Modell geschult werden. Im engen Austausch der beteiligten Afrikanischen und Europäischen Hochschulen werden hierfür ein innovatives, Leitlinien entsprechendes Curriculum und eine mobile Applikation für Computer und mobile Endgeräte entwickelt. Angesichts des besonderen Mangels an psychosozialen, therapeutischen und psychiatrischen Fachkräften soll die Versorgung von jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen vor allem in ländlichen Regionen verbessert werden. Vorab wird erhoben, wie es vor Ort um die Versorgungssituation genau bestellt ist und welche Verbesserungsbedarfe, vor allem im Hinblick auf Wissen und Knowhow der Fachkräfte, bestehen. Nationale und regionale politische Entscheidungsträger und relevante Interessengruppen werden über den Projektverlauf eingebunden.

Verantwortlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gunter Groen HAW Hamburg
gunter.groen(@)haw-hamburg.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
 Astrid Jörns-Presentati

mega.turkuamk.fi

Letzte Änderung: 16.10.18

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