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Reallabor für die Energiewende in Wilhelmsburg gestartet

Im Förderprogramm „Reallabore der Energiewende“, das im letzten Jahr vom Bundeswirtschaftsministerium ausgeschrieben wurde, ist das Reallabor IW3 – Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg als einer der 20 Gewinner hervorgegangen. In diesem Projekt wird in drei Teilvorhaben in Hamburg-Wilhelmsburg die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien erprobt. Dabei wird auf ein integratives Konzept gesetzt, das die zugrundeliegende Idee der Transformation eines urbanen Wärmenetzes gesamtheitlich betrachtet. Am 11.08.2020 wurde nun der offizielle Förderbescheid durch Staatssekretär Andreas Feicht vom BMWi überreicht.

Konzept IW3 - Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg © Hamburg Energie

Mit Hamburg-Wilhelmsburg als stetig wachsender Stadtteil ist ein optimales Gebiet für das Forschungsvorhaben IW3 gefunden worden: Zum einen ist das Gebiet als Europas größte Flussinsel räumlich klar begrenzt, zum anderen gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Projekte zur Wärmewende in diesem Stadtteil – ein Beispiel ist der Energiebunker. HAMBURG ENERGIE als städtisches Unternehmen und Konsortialführerin von IW3 möchte gemeinsam mit den Projektpartnern mit diesem neuen, umfangreichen Projekt eine zuverlässige sowie bezahlbare Wärmeversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien initiieren. Dabei wird in Wilhelmsburg auf bereits bestehender Infrastruktur aufgebaut, die mit neuer Infrastruktur durch die projektbezogene Förderung und darüber hinaus geplanter Infrastruktur erweitert wird.

Das Verbundprojekt IW3 gliedert sich in drei Teilvorhaben:

  • IWU (= Geothermische Nutzung des urbanen Untergrunds) hat das Ziel aufzuzeigen, wie das geothermische Wärmepotential im tieferen Untergrund des Norddeutschen Beckens optimal erschlossen werden kann. Dazu soll eine Geothermie- Anlage gebaut werden, mit der zukünftig aus einer Thermalwasser-Lagerstätte in einer Tiefe von rund 3.500 Meter geothermische Energie gewonnen und in das Nahwärmenetz eingespeist werden soll. Dabei werden die Erkundung des Untergrunds sowie die Entwicklung der Brunnen für eine bestmögliche Ergiebigkeit, Effizienz und Verfügbarkeit optimiert.
  • Im Teilvorhaben IWS (= Systemintegration) wird eine konkrete Konzeptionierung und Projektierung des angestrebten synergetischen Energiequartiers durchgeführt. Darauf folgt die reale Umsetzung eines intelligenten Wärmesystems. Eine der geplanten Baumaßnahmen ist ein Hochtemperatur-Aquifer-Wärmespeicher für die Speicherung von Wärme in Grundwasserleitern.
  • Das Teilvorhaben IWM (= Integrierter Wärmemarkt) hat zum Ziel, die Ökologisierung der Fernwärme durch neuartige Handels- und Vermarktungsmechanismen zu unterstützen. Dabei soll erstens eine Handelsplattform für die effiziente Einbeziehung von grüner Wärme verschiedener Erzeuger erstellt werden. Zweitens wird ein Herkunftsnachweisregister zur Sicherstellung und Vermarktung von ausschließlich grüner Fernwärme entwickelt. Und drittens werden mittels „Blockchain“ innovative Methoden zur Nachweisführung für Herkunft und Qualität von Wärme entwickelt.

Das Team Wärme des CC4E arbeitet in mehreren Arbeitspaketen im Teilprojekt IWS mit und ist federführend für die Umsetzung des Teilprojektes IWM – Integrierter Wärmemarkt verantwortlich. Mit der Promotionsarbeit von Peter Lorenzen, Koordinator des Teams, wird aktuell bereits die Vorarbeit zu Handels- und Vermarktungsmechanismen von grüner Wärme geleistet. Der zu entwickelnde Wärmemarktplatz soll in Zukunft dazu dienen, dass Endkunden sich zwischen verschiedenen Wärmeprodukten entscheiden können und die Nachweisführung für die angebotene Wärme mittels Blockchain gewährleistet ist.  

Neben HAMBURG ENERGIE als Konsortialführerin und dem CC4E der HAW Hamburg als Mitglied des Konsortiums sind folgende weitere Institutionen und Unternehmen Teil des Reallabors IW3: Geothermie Wilhelmsburg GmbH, Consulaqua Hamburg mbH, HIR Hamburg Institut Research gGmbH und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das CC4E freut sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit in diesem spannenden Reallabor der Energiewende.

(Text: Elvira Hinz, CC4E)

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