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Kooperation mit der Stadtreinigung Hamburg

Abfallwirtschaft trifft auf Design-Nachwuchs

In Kooperation mit der Stadtreinigung Hamburg realisierten Studierende aus den Bereichen Modedesign und Fotografie ein Praxisprojekt mit Blick auf die steigenden Mengen an Alttextilien. Ziel war es, den Studierenden Hintergrundwissen aus den Bereichen Abfallwirtschaft und Circular Economy zu vermitteln, mehr über einen ressourcenschonenden Umgang in der Textilproduktion zu erfahren und kreative Entwürfe und Outfits aus Alttextilien zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigt eine kleine Ausstellung in der Armgartstraße, die auch digital abrufbar ist.

Die Stadtreinigung Hamburg hatte die Lehrenden der HAW Hamburg angesprochen, um im Rahmen einer Kooperation das Thema Nachhaltigkeit in der Mode gemeinsam und öffentlichkeitswirksam zu bearbeiten. Prof. Kai Dünnhölter und Prof. Jürgen Frisch aus dem Modedesign sowie Prof. Linn Schröder aus dem Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie setzen dieses interdisziplinäre Projekt gemeinsam mit Studierenden aus dem Bachelor und Master um. 

Der Besuch auf dem Recyclinghof und in der STILBRUCH-Filiale in Altona standen ebenso auf dem Programm wie verschiedene Impulsvorträge der Stadtreinigung zu Themen wie Abfallwirtschaft und Circular Economy. Teilnehmen konnten Studierende aus dem Mode- und Kommunikationsdesign: Jeweils ein* eine Modedesigner*in und ein*eine Fotograf*in bildeten zusammen ein Projekt-Team. 

Die erste Aufgabe für die Studierenden bestand darin, aus ausgesuchten Alttextilien eine Maske herszustellen, die von den Fotografie-Studierenden bildlich in Szene gesetzt wurde. Anschließend arbeiten die Modedesigner*innen an ihre großen Entwürfe, für die sie die verschieden Techiken anwendeten. Währenddessen beschäftigten sich die Fotografie-Studierenden mit dem Genre Stillleben. Dafür nutzen sie auch hier ausschließlich gebrauchte, bzw. weggeworfene Gegenstände und Objekte. Auch die Bilderrahmen für ihre Stillleben suchten die sie im Gebrauchtwarenhaus STILBRUCH aus. Abschließend arbeiten die Zweier-Teams gemeinsam an der bildlichen Inszenierung der kreierten Kleidungsstücke. Entstanden sind verschiedene Fotostrecken von sehr unterschiedlichen Modeentwürfen aus Alttextilien. 

Was ich allerdings bemerkt habe, das Upcycling viel mehr Zeit in der Fertigung benötigt.

Noah Dubbe, angehender Modedesigner

Der angehende Modedesigner Noah Dubbe entschied sich für das Upcyclingkonzept Patchwork und fertigte aus vielen abgelegten Jeanshosen einen neuen Mantel: "Ich fand an der Zusammenarbeit mit der Stadtreinigung spannend zu schauen, was von den Leuten weggeschmissen wird und was man aus diesen weggeworfenen Kleidungsstücken machen kann", sagt er. "Was ich allerdings bemerkt habe, das Upcycling viel mehr Zeit in der Fertigung benötigt." 

Für die Studentin Leonie Reuter sollte "Nachhaltigkeit die Grundlage von jeder Art kreativen Arbeitens sein. Mein Upcycling Outfit ist von dem Grunge Stil der 90er-Jahre inspiriert und auf die heutige Zeit übertragen. Es ist ein Unisex-Outfit, das von allen Geschlechtern getragen werden kann." 

Studierende aus dem Studiengang Modedesign: Noah Dubbe, Carina Göhler, Rani Hawae, Lena Kurtz, Jakob Landwehr, Michelle Patzi, Katharina Schu, Kea Uhlig.
Studierende aus dem Studiegang Kommunikationsdesign, Schwerpunkt Fotografie: Melvyn Berger, Amelie Sophie Heinrich, Marlene Hoberger, Lily Lemcke, Johanna Lick, Leah Meyerstrack, Maximilian Naratin, Anja Marie Scholz, Lisa Werdemann,

Wer sich die Entwürfe und Fotgrafien selbst ansehen möchte, kann das noch bis ins kommende Sommersemester in der Armgartstraße tun oder sich die digitale Ausstellung ansehen. 

Text: Hendrike Schmietendorf

Kontakt

Prof. Kai Dünhölter
Professor Modedesign

Jürgen Frisch 
Professor Modedesign

Linn Schröder 
Professorin Fotografie 

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