Engagement, das Wirkung zeigt
„Mein früheres ehrenamtliches Engagement, auch in Syrien, zeigte mir, dass ich im sozialen Bereich konkrete Veränderungen bewirken kann, insbesondere für Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.“ Konsequent setzt Frau Abdad Baki diese Einsichten in Hamburg und Umgebung um: Im Stadtteilmütter-Projekt der Diakonie Hamburg-Altona unterstützt sie Mütter mit Migrationserfahrung und setzt dabei ihr fachliches Wissen gezielt ein. Sie ist Mitgründerin einer mehrsprachigen digitalen Lerninitiative für Kinder und Jugendliche und dort seit mehreren Jahren als Nachhilfelehrerin aktiv. Darüber hinaus engagiert sich Frau Abdad Baki in verschiedenen Projekten der Caritas, darunter im Containerprojekt für obdachlose Frauen in Hamburg und im Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth in Vechta. Ihre Schwerpunkte liegen in der Begleitung geflüchteter und zugewanderter Frauen und Jugendlicher.
Besonders hervorzuheben ist ihre Weiterentwicklung hin zu unternehmerischer Verantwortung im sozialen Bereich: Derzeit baut sie gemeinsam mit ihrer Schwester eine Nachhilfeinitiative auf, deren Konzept sie so erläutert: „Die Initiative befähigt Kinder und Jugendliche mit Migrationserfahrungen, ihr individuelles Potenzial zu identifizieren, sich gesehen und wertgeschätzt zu fühlen und passende Bildungs- und Lebenswege zu erschließen.“ Darüber hinaus bringt sie sich mit Redebeiträgen für Fridays for Future und Amnesty International in gesellschaftspolitische Debatten ein.
"Bildung, die Brücken baut"
Der DAAD-Preis stellt für Frau Abdad Baki eine Bestätigung ihres bisherigen Lebenswegs dar und veranschaulicht für sie die Bedeutung von Bildung: „Der DAAD-Preis ist für mich eine tiefe Bestätigung nicht nur meiner eigenen Anstrengungen, sondern auch des Weges, den viele internationale Studierende gehen. Er steht für Mut, den Glauben daran, dass Bildung Brücken baut, selbst unter schwierigsten Bedingungen. Für mich ist er zudem eine wichtige Motivation und eine ständige Erinnerung, engagiert und fokussiert zu bleiben, um weiterhin einen Beitrag zu leisten. Ich wünsche mir, dass andere Studierende in diesem Preis eine Ermutigung sehen.“ Sie fährt fort und wendet sich mit einer Ermutigung an die neuen internationalen Studierenden: „Egal, woher du kommst. Du kannst Wirkung entfalten – und du hast das Recht auf Teilhabe und Mitgestaltung. Es geht nicht ums Müssen, sondern um die Chance und das Recht mitzuwirken. Es ist deine Möglichkeit und dein Recht, Schritt für Schritt deinen Weg zu gehen und sichtbar zu sein.“
Bedeutung für Hochschule und Stadt
Mit ihrer Geschichte, ihrem Studium und ihrer Haltung steht Frau Abdad Baki exemplarisch für internationale Studierende, die akademische Leistung mit gesellschaftlichem und interkulturellem Engagement verbinden. Ihre Arbeit wirkt sichtbar in die Hochschule hinein und in die Stadtgesellschaft hinaus. Abschließend betont Rama Abdad Baki: „Und für die Stadtgesellschaft hoffe ich, dass diese Auszeichnung daran erinnert, wie bereichernd internationale Perspektiven für Hamburg und die Hochschule sind.“
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Zum DAAD-Preis
Seit 1995 verleiht die HAW Hamburg den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis. Der jährlich vergebene Preis macht die Vielfalt unserer internationalen Studierenden sichtbar und gibt ihren Lebenswegen eine Stimme. Der DAAD-Preis wird jährlich vergeben und wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um den vielen internationalen Studierenden an deutschen Hochschulen ein Gesicht zu verleihen und etwas über ihre Lebensgeschichten zu erfahren. Mit dem Preis werden internationale Studierende ausgezeichnet, die nicht nur herausragende Leistungen erbringen, sondern sich auch umfangreich gesellschaftlich oder interkulturell engagieren.
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Text: Ines Tobis / Foto: Kawkab Abdolbake