Arbeitsstelle Migration

Praktikum bei der Arbeitsstelle Migration

Drei Studentinnen, drei unterschiedliche Wege, ein Erfahrungsraum: Hemrîn Oso, Lotta Winkler und Daria Molchanova haben im vergangenen Jahr ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums in der Arbeitsstelle Migration absolviert. Sie geben Einblicke in ihre vielfältigen Aufgaben, persönliche Herausforderungen und die besondere Zusammenarbeit im Team. Ihre Erfahrungen zeigen, wie intensiv, abwechslungsreich und bereichernd die Arbeit in dieser Organisationseinheit der HAW Hamburg sein kann.

Zwei junge Frauen sitzen an Schreibtischen in Büroräumen und schauen lächelnd in die Kamera. Links arbeitet eine Frau mit Laptop in einem hellen Büro mit Bücherregal und Pflanze im Hintergrund. Rechts sitzt eine Frau an einem Tisch vor einem Fenster mit Blick auf Hochschulgebäude, ebenfalls mit Laptop vor sich.© Arbeitsstelle Migration

Lotta Winkler, Hemrîn Oso und Daria Molchanova (nicht im Bild) haben 2025 und 2026 ein Praktikum in der Arbeitsstelle Migration absolviert.

Den Anfang machte Hemrîn Oso, die Erziehungs-und Bildungswissenschaft an der Universität Hamburg studiert. Mit der Arbeitsstelle Migration war sie schon vor ihrem Praktikum vertraut, da sie zuvor selbst an Projektmaßnahmen teilgenommen hatte. Ursprünglich hatte Hemrîn vor, ihr Praktikum an einer anderen Stelle zu absolvieren – doch rückblickend ist sie sehr froh über den Weg. „Ich war zu motiviert“, zieht sie heute über frühere Absagen Fazit. „Ich habe alles erzählt, was ich erwarte, und deren Erwartung war, dass ich so ein bisschen Büroarbeit mache, Akten sortieren. Das hat nicht gepasst.“ Bei der Arbeitsstelle Migration hingegen fand sie genau das, was sie gesucht hatte: die Möglichkeit, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und wirklich zu lernen.

Lotta Winkler kam im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Bereich Projektmanagement von der Universität Windesheim in den Niederlanden nach Hamburg und bewarb sich initiativ, nachdem sie bei ihrer Recherche auf die Angebote der Arbeitsstelle Migration gestoßen war. „Ich fand es total spannend, dass die Arbeitsstelle Migration gerade in Kombination mit Forschung diese – so dachte ich am Anfang – Vogelperspektive auf das Thema hat“, erinnert sie sich. Mit der Zeit habe sich dieses Bild jedoch erweitert: „Man bekommt diese unmittelbaren Erfahrungen und Schicksale mit. Man hat diesen flächendeckenden Blick durch den Forschungsbereich, ist aber trotzdem sehr nah am Menschen.“

Man bekommt diese unmittelbaren Erfahrungen und Schicksale mit. Man hat diesen flächendeckenden Blick durch den Forschungsbereich, ist aber trotzdem sehr nah am Menschen.

Lotta Winkler

Daria Molchanova studiert Soziale Arbeit an der HAW. Wie Hemrîn war auch sie bereits vor ihrem Praktikum als Teilnehmerin in Projektmaßnahmen mit der Arbeitsstelle Migration in Kontakt. Das erleichterte den Einstieg eröffnete ihr aber zugleich neue Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

Die  Aufgaben der drei Praktikantinnen waren vielfältig. Lotta arbeitete vor allem an der Organisation der Ringvorlesung, stand im Kontakt mit externen Referent*innen und übernahm koordinierende und administrative Aufgaben. Ein weiterer Schwerpunkt war ihre Recherchearbeit: „Im Prinzip das, was ich innerhalb meines Studiums gemacht habe – nur noch mal im realen Leben sozusagen.“

Hemrîn war in nahezu allen Bereichen aktiv: Sie arbeitete im Projekt BildungsCHANCE mit, gestaltete eine Orientierungswoche mit und hielt dort einen Vortrag zu Studienfinanzierung und studentischen Wohnheimen. Bei den Bunten Händen organisierte sie eine Veranstaltung, aktuell ist sie im Projekt KINEA tätig und begleitet eine B2-Klasse. „Ich habe viel hospitiert bei allen Mitarbeitenden hier und von jedem Bereich ein bisschen mitbekommen“, fasst sie zusammen.

Ich habe viel hospitiert bei allen Mitarbeitenden hier und von jedem Bereich ein bisschen mitbekommen.

Hemrîn Oso

Daria war vor allem in koordinatorischen, verwaltenden und beratenden Bereichen eingebunden, hauptsächlich im Projekt BildungsCHANCE. Dazu gehörten Workshop-, Zeit- und Zielgruppenplanung sowie die inhaltliche Konzeption von Angeboten. Im Beratungsbereich beobachtet sie bislang und nimmt parallel an einer Weiterbildung teil, die Teil des Praktikums ist. „Das ist eine Supermöglichkeit“, sagt sie.

Natürlich bringt jedes Praktikum auch Herausforderungen mit sich. Für Lotta lag diese eher in ihrem eigenen Anspruch: „Ich mache mir viel zu viele Gedanken über Sachen, wo man sich gar nicht groß Gedanken machen muss“, erzählt sie. Gleichzeitig hebt sie hervor, wie gut sie damit im Arbeitsumfeld hier aufgefangen wurde – ohne Druck, mit viel Wertschätzung und dem Raum, Fehler machen und daraus lernen zu dürfen. Hemrîn hingegen erinnert sich vor allem an die Anfangszeit im Projekt KINEA und den Unterricht in der B2-Klasse: „Meine Sorge war, werden sie mich ernst nehmen als kleine Studentin, die vor der Klasse stehen und irgendwelche Sachen mit Grammatik anleitet? Aber das war nicht der Fall zum Glück.“ Regelmäßiges Feedback ihrer Anleiterin habe ihr Sicherheit gegeben – und die Motivation der Teilnehmenden zeigten ihr, dass sie ihren Weg gefunden hat, auch wenn die ersten Wochen herausfordernd waren. Daria sieht ihre größte Herausforderung in ihrer Rollenfindung. Durch ihre vorherigen Erfahrung in der Arbeitsstelle Migration kannte sie bereits viele Abläufe, gleichzeitig seien die Überschneidungen zwischen Projekten und Arbeitsbereichen anfangs schwer einzuordnen gewesen. Der offene Austausch im Team half ihr dabei, die Strukturen besser zu verstehen: „Ich nehme alle zwei Wochen an der Teamsitzung teil und dadurch kann ich tiefer verstehen, wie in der Arbeitsstelle alle zusammenarbeiten.“

Alle  drei beschreiben die Zusammenarbeit im Team als besonders wertvoll. Hemrîn hebt die individuelle Begleitung  und regelmäßige Feedbacks hervor. „Es fühlt sich nicht an, als wäre ich erst seit Dezember dabei. Ich habe das Gefühl, ich bin schon seit Jahren hier. Lotta spricht von einem stark ausgeprägten Gemeinschaftsgeist, den auch Daria spürt: Das Team funktioniert durch offene Kommunikation und Transparenz miteinander. Alle hätten eine Vorstellung, was die anderen machen. „Ich könnte mir – ehrlich gesagt – keine besseren Bedingungen vorstellen!“

Ich könnte mir – ehrlich gesagt – keine besseren Bedingungen vorstellen!

Daria Molchanova

Wer sollte sich also für ein Praktikum bei der Arbeitsstelle Migration bewerben? Offenheit und Lernbereitschaft sind für Lotta zentral. Daria ergänzt eine systemkritische Haltung und die Sichtweise, dass Menschen kompetent sind und Begleitung statt „Rettung“ brauchen. Für Hemrîn stehen Interesse an der Arbeit mit Menschen, Empathie und Respekt im Mittelpunkt.

Die Erfahrungen der drei Studentinnen zeigen: Ein Praktikum bei der Arbeitsstelle Migration ist mehr als ein Pflichtprogramm – es ist eine Einladung, mitzudenken, mitzugestalten und Teil eines wertschätzenden Teams zu werden.

Kontakt

Arbeitsstelle Migration
HAW Hamburg
Dr. Cornelia Sylla
Steindamm 105, 4. OG |20099 Hamburg
migration (at) haw-hamburg (dot) de

x