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Neuberufung

Delir vorbeugen – von der Kindheit bis ins hohe Alter

Ein Delir kann Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen betreffen, Kinder ebenso wie Hochbetagte. Dr. Natascha-Elisabeth Denninger untersucht, wie sich ein Delir frühzeitig erkennen und möglichst verhindern lässt. Außerdem beschäftigt sie sich damit, wie Übergänge zwischen Versorgungsbereichen sicher gestaltet werden können und wie wissenschaftliche Erkenntnisse ihren Weg in die Pflegepraxis finden.

Das Foto zeigt die Lehrende Natascha Elisabeth Denninger. © Lichtfabrik Studio

Dr. Natascha-Elisabeth Denninger ist neue Professorin für Pflegewissenschaft.

Plötzlich verwirrt, unruhig oder ungewöhnlich still: Ein Delir ist eine akute Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein, die im Krankenhaus häufig auftritt und oft unerkannt bleibt. Wie sich ein Delir verhindern lässt – bei Kindern ebenso wie bei älteren Menschen –, steht im Mittelpunkt der Forschung von Denninger. Besonders kritisch sind Übergänge wie Aufnahme, Verlegung oder Entlassung. Hier sind eine frühzeitige Einschätzung individueller Risiken, verlässliche Übergaben und die aktive Einbindung der zu pflegenden Menschen und ihrer An- und Zugehörigen besonders wichtig.

Wissenschaft, die in der Praxis ankommt

In der Lehre möchte die neue Professorin Studierende befähigen, Forschungsergebnisse einzuordnen, bestehende Routinen kritisch zu hinterfragen und diese mit ihrer klinischen Expertise sowie den Perspektiven der zu pflegenden Menschen und ihrer An- und Zugehörigen zu verbinden. Wissenstransfer versteht sie als wechselseitigen Austausch: Erkenntnisse sollen in die Praxis gelangen, Fragen aus der Praxis zurück in die Forschung.

Beide Seiten kennt Denninger aus eigener Erfahrung. Die Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin studierte Pflegewissenschaft und arbeitete unter anderem als Advanced Practice Nurse am Universitätsklinikum Salzburg sowie in der Forschung an der Technischen Hochschule Rosenheim und an der Universität Heidelberg. 2025 wurde sie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema Delirprävention bei älteren Menschen promoviert. Zudem ist sie Mitglied der Expert*innengruppe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) zum Expertenstandard Delir. 

Seit September 2026 ist Denninger Professorin für Pflegewissenschaft an der HAW Hamburg. Als Schwerpunktprofessorin für kooperative Forschungsprojekte bringt sie ihre Erfahrungen aus Pflegepraxis und Forschung in die Zusammenarbeit mit Praxispartnern ein. Gefördert wird diese Maßnahme im Rahmen des Projektes go-2-prof:in (FH-Personal).

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