"HaMoNee": Erste persönliche Treffen nach Projektstart

Im Rahmen einer vierzehntägigen Vietnamreise hat Svenja Henseleit, Projektkoordinatorin des vom DAAD finanzierten Projekts „HaMoNee“ – Hamburg/Hanoi Mobile Engineers“, vier Partnerhochschulen in Hanoi und Ho Chi Minh City besucht. Sie hat sich einen Überblick über aktuelle Dynamiken im Land verschafft und an einem Alumnitreffen des DAAD Vietnam in Ho Chi Minh City teilgenommen. Nachdem das Projekt „HaMoNee“ inmitten der Pandemie gestartet ist und bisherige Treffen ausschließlich online stattfinden konnten, bot sich mit der Aufhebung der Reisebeschränkungen erstmalig seit Projektstart die Chance eines persönlichen Besuchs im Land.

HUTECH Visit May 22

Besuch der HUTECH im Mai 2022 (Đinh Hải Yến - Vizedirektorin des HUTECH Center of International Education, Svenja Henseleit, Prof. Dr. Hồ Đắc Lộc - Präsident der HUTECH , Prof. Dr. Hoàng Anh Tuấn, Vizepräsident der HUTECH und Prof. Dr. Nguyễn Thanh Phương, Vizepräsident der HUTECH (v.l.n.r); https://t1p.de/t1spk)

Im Fokus der Reise stand der Austausch mit den Projektpartner*innen über bisherige und zukünftige Projektmaßnahmen. Dazu zählt vor allem der Studierenden- und Lehrendenaustausch, der mit dem Übergang zur Präsenzlehre nun auch um reale Mobilitäten ergänzt werden soll. So wurden für das kommende Wintersemester erstmalig vier Studierende der Hanoi University of Science and Technology (HUST) für ein Semester am Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau und damit verbundene Vollstipendien nominiert. Und auch Studierende der HAW Hamburg können sich noch bis zum 15. Juni für einen Aufenthalt in Hanoi oder Ho Chi Minh City bewerben und ein Vollstipendien erhalten. Die Stipendien werden über den DAAD mit Mitteln des BMBF finanziert. An der HUST und HUTECH (Ho Chi Minh City University of Technology) konnten die hochschulweiten Kooperationsverträge unterzeichnet werden.

Was ist geplant für die nächsten Semester?

Während in allen Gesprächen die zentrale Bedeutung und der Mehrwert realer Mobilitäten und Auslandserfahrungen betont wurde, sprachen sich die Projektbeteiligten gleichzeitig auch für die Weiterführung der in den letzten Semestern etablierten virtuellen und hybriden Formate aus. Hierdurch könnten auch weiterhin Studierende, denen es aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht möglich ist, einen längeren Ausladsaufenthalt zu absolvieren, Lehrangebote der Partnerhochschulen inklusive neuer Tools kennenlernen und damit das eigene Studienangebot erweitern. Und auch Gastdozenturen sind als Online-Formate flexibler planbar, wie beispielsweise die in diesem Semester gehaltenen digitalen Gastvorträge von Prof. Dr. Dirk Engel im Rahmen einer Lehrveranstaltung der HUST zeigen.

Ebenfalls in Vorbereitung und z.T. bereits umgesetzt, sind digital unterstütze, kollaborative Forschungs- und Studienprojekte sowie Formate zur virtuellen Vor- und Nachbereitung von Aufenthalten, nicht nur fachlicher, sondern auch landeskundlicher, interkultureller und sprachlicher Art. So z.B. die erfolgreich gestarteten Vietnamesisch-Sprachkurse für HAW Hamburg Studierende, die auf großes hochschulweites Interesse stoßen und entsprechend fortgesetzt werden sollen. Zuletzt engagierte das Projektteam einen Tourguide in Hanoi, der Studierende der HAW Hamburg im Rahmen der „Internationalen Tage“ per Livestream durch das Altstadtviertel Hanois führte. Die Studierenden haben hierdurch nicht nur einen Eindruck vom alltäglichen Leben des historischen Handels-, Markt- und Wohnviertels und der Architektur der berühmten „Tunnelhäuser“‘ erhalten, sondern auch Wissenswertes über traditionelle Werte, Lebensalltage sowie aktuelle Herausforderungen des Viertels und ihrer Bewohner*innen erfahren können.

Die vietnamesischen Metropolen Hanoi und Ho Chi Minh City

Die Altstadt Hanois hat in ihrer etwa 1000-jährigen Geschichte vielfache Veränderungen durchlebt, sei es durch die französische Kolonialherrschaft, Kriege, sozialistische Plan- und Verwaltungswirtschaft sowie seit der sogenannten "Erneuerung" (‚Dổi Mới‘), marktwirtschaftliche Dynamiken und Transformationsprozesse.Sie ist heute vor allem aufgrund ihres einmaligen Charmes und lebendigen Flairs und kulturellen Werts berühmt, steht jedoch vor Herausforderungen durch verschlechterte Bausubstanzen, unkontrollierte Abrisse und Neubauten sowie soziökonomische Veränderungen.
Während es im Altstadtviertel vor allem um Schutz und Kulturerhalt geht, so liegen in anderen Teilen der Stadt die Zeichen vor allem auf Wachstum, Modernisierung und technologischem Fortschritt. Neue Wohnsiedlungen, Metrolinien, die Elektrifizierung der öffentlichen Verkehrsmittel und vor allem die verbesserte Konnektivität durch das noch in diesem Jahr kommerzialisierte 5G Netz, sind nur einige der zahlreichen Maßnahmen und Ziele. Und auch in Ho Chi Minh City, der südlichen Metropole Vietnams, hat sich städtebaulich viel getan, wie beispielweise die Entwicklung des Stadtviertels Quận 2  mitsamt der Anfang des Jahres fertiggestellten „Thu Thiem 2“ Brücke zeigt, für die 258 - teils über 100 Jahre alte - Bäume weichen mussten.

Das Alumni Treffen des DAAD Vietnam und ein Ausblick auf den September 2022

In Ho Chi Minh City fand auch das vom DAAD Vietnam veranstaltete Alumnitreffen zum Thema „The future of work, studying and science“ statt, an dem mehr als 100 Alumni sowie Hochschulvertreter*innen teilnahmen. In Impulsvorträgen wurden aktuelle Herausforderungen vietnamesischer und deutscher Hochschulen im Allgemeinen und die Chancen und Potenziale Vietnamesisch-Deutscher Kooperationen im Speziellen aufgezeigt.
Für September 2022 ist eine weitere Reise des Projektleiters Prof. Dr. Dirk Engel geplant. Er wird weiterführende Gespräche mit den Hochschulvertreter*innen und Industriepartnern des Projekts zu Gastdozenturen, kollaborative Forschungs- und Studienprojekten sowie Praxisaufenthalten führen. Außerdem ist im Rahmen dieser Reise ein Blockseminar an der HUST geplant, das auf den bisherigen virtuellen Gastdozenturen aufbauen soll.

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