Zur politischen Verantwortungsübernahme in sozialen Krisen
In Zeiten sozialer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit oder politischer Umbrüche wird Migration in politischen und medialen Debatten oft als Ursache für komplexe gesellschaftliche Probleme dargestellt und als „Sündenbock“ konstruiert. Dabei geraten strukturelle Ursachen wie soziale Ungleichheit, politische Fehlentscheidungen oder institutionelle Defizite häufig in den Hintergrund. Anhand aktueller Beispiele aus Politik und Medien wird diskutiert, inwiefern die Problematisierung von Migration zur Verschiebung von Verantwortung beitragen kann und welche Auswirkungen solche Narrative auf gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Entscheidungsprozesse und demokratische Diskurse haben.
Hila Latifi ist Fachsprecherin für Feminismus, Diversität, Integration & Antidiskriminierung der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft.
