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Studienorientierung proTechnicale

MINT: Die schönste Farbe für junge Frauen

14 junge Frauen des MINT-Programms für Studienorientierung proTechnicale waren an der Fakultät Technik und Informatik zu Gast. Sie besuchten Labore, hörten eine Vorlesung und kamen mit Studentinnen und Professorinnen ins Gespräch.

proTechnicale Rundgang 2021

Rainer Herrmann erklärt den Teilnehmerinnen die EMV-Messkabine, Teil des Labors für Kommunikationstechnik.

„Bei unserer Corona-Zugangskontrolle an den Eingängen der Hochschule fühlt man sich wie am Flughafen. Und wir starten jetzt hoffentlich auf eine schöne gemeinsame Reise“, begrüßte Prof. Dr. Enno Stöver, stellvertretende Departmentleitung Maschinenbau und Produktion, die diesjährigen Teilnehmerinnen der proTechnicale, als diese am Berliner Tor eintrafen.

Die 14 jungen Frauen sind zwischen 17 und 21 Jahre alt, mint-affin und begannen im Herbst das elfmonatige Programm zur Studienorientierung und Qualifizierung. Während dieser Zeit leben sie zusammen in drei Wohngemeinschaften in Neuenfelde. „Die Teilnehmerinnen bekommen Unterricht in Fächern wie Mathe, Physik, CAD oder Technisches Zeichnen“, erzählt Friederike Fechner, die das Projekt leitet und betreut. Kurse in Persönlichkeitsentwicklung, Rhetorik, Konflikt- oder Projektmanagement vermitteln den Teilnehmerinnen die nötigen Softskills. Doch das ist nicht alles: Die jungen Frauen besuchen verschiedene Hochschulen und Unternehmen, absolvieren Praktika im In- und Ausland, bauen ein eigenes Netzwerk auf und bekommen fachliche Einblicke in technische Studiengänge und Berufsfelder. Das Ziel: Die Teilnehmerinnen sollen sich ausprobieren, bevor sie in ein Studium starten.

Inzwischen kann ich sagen: Mich interessiert die Kombination von Wirtschaft und Technik sehr!

Lana Moulhem Arous, proTechnicale-Teilnehmerin aus Hamburg

Lana ist 18 Jahre alt, kommt aus Hamburg und ist eine der diesjährigen Teilnehmerinnen. Sie hat von proTechnicale erfahren, als es in ihrer Schule vorgestellt wurde. Obwohl das Programm erst wenige Monate andauert, hat es Lana schon viel gebracht. „Meine Interessen sind so breit, dass ich zu Beginn überhaupt nicht wusste, in welche Richtung es gehen soll“, erzählt sie. „Dadurch, dass wir bereits verschiedene Unternehmen und Hochschulen kennengelernt haben, weiß ich nun vor allem, was ich nicht will. Und inzwischen kann ich sagen: Mich interessiert die Kombination von Wirtschaft und Technik sehr“, so die 18-jährige.

An der Fakultät Technik und Informatik durchliefen sie ein vielseitiges Programm: Prof. Dr. Enno Stöver und Prof. Dr. Michael Erhard starteten mit einer kurzen Einführung in das Studienangebot an der Fakultät, mit besonderem Fokus auf Maschinenbau und Informations- und Elektrotechnik. Anschließend hatten die jungen Frauen die Möglichkeit, mit Studentinnen und Professorinnen ins Gespräch zu kommen. „Wie funktioniert das duale Studium in Zeiten von Corona?“, „Wie theoretisch ist das Studium hier?“ oder „Wie ist das, wenn hier nur so wenige Frauen studieren“ waren nur einige der Fragen, die diskutiert wurden.

Nach einer Mittagspause in der Mensa nahmen die Teilnehmerinnen an einer Mathematikvorlesung von Prof. Dr. Ulf Teschke teil. Im Anschluss besuchten sie das Institut für Antriebs- und Regelungstechnik, das Institut für erneuerbare Energien und energieeffiziente Anlagen, das Labor für Automatisierungs­technik und angewandte Regelungstechnik  sowie die EMV-Messkabine* und den Schallmessraum für akustische Messungen im Labor für Kommunikationstechnik.

Am 8. Dezember 2021, einen Tag vor dem Rundgang, zeichnete der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. die "Bildungsorte des Jahres 2021" via Publikumsvoting aus. Als wegweisend für Bildung in Zeiten digitaler Transformation kam das Hamburger Projekt proTechnicale auf Rang zwei mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Beim Rundgang wirkten mit: Prof. Dr. Enno Stöver, Prof. Dr. Michael Erhard, Prof. Dr. Ulf Teschke, Prof. Dr. Heike Frischgesell, Prof. Dr. Jessica Finke, Prof. Dr. Birgit Koeppen, Prof. Dr. Thomas Veeser, Alexander von Stryk, Rainer Herrmann, Sophie Lißke, Marlene Bartschies und Melissa Ferrara.

(Text: Tiziana Hiller)
* EMV steht für elektromagnetische Verträglichkeit


NDR Hamburg Journal : News vom 9.12.2021 ab 00:15:42

proTechnicale ist ein elfmonatiges Programm zur Studienorientierung für junge Frauen. Das Besondere an diesem Angebot ist, dass es fachlich auf ein MINT-Studium vorbereitet und durch Veranstaltungen über Verhandlungsgeschick und rhetorische Fähigkeiten abgerundet wird. Interessierte junge Frauen können sich für den kommenden Jahrgang hier bewerben.

Kontakt

Aleksandra Doneva
Öffentlichkeitsarbeit
Department Informations- und Elektrotechnik
T +49 40 428 75-8302
aleksandra.doneva (@) haw-hamburg.de

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