Ein Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Wissenschaftskommunikation im Zeitalter Künstlicher Intelligenz. Greussing untersucht, wie Menschen generative KI nutzen, um sich über wissenschaftliche Themen zu informieren und wie sich dies auf ihren Zugang zu und ihren Umgang mit wissenschaftlichen Informationen auswirkt.
Eine besondere Herausforderung liegt für sie in der Überzeugungskraft sogenannter Large Language Models (LLMs). Sie können Texte formulieren, die schlüssig und wissenschaftlich klingen. Das allein mache eine Aussage jedoch noch nicht verlässlich. Entscheidend sei vielmehr, nachvollziehen zu können, woher eine Information stammt, wie transparent ihre Quellen sind und ob sie auf belastbaren wissenschaftlichen Prozessen beruht. „Es geht letztlich darum, das Vertrauensurteil auf eine informierte Grundlage zu stellen.“ Vertrauen in Informationen sei dabei keine Frage des Bauchgefühls, sondern eine Fähigkeit, die sich erlernen und einüben lasse.
Esther Greussing studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und promovierte dort im Bereich Sozialwissenschaften. Seit 2019 arbeitete sie am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Braunschweig, zuletzt als Post-Doc. Dort leitete sie unter anderem das deutsche Teilprojekt des Forschungsprojekts ALIES zur Wissenschaftskommunikation im Zeitalter Künstlicher Intelligenz. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die University of Wisconsin-Madison.