Die Fragestellungen reichen dabei von der Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen über das Teilen von Lehrmaterialien auf Social Media oder in Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Telegram bis hin zum Hochladen von Skripten in KI-Tools zur Übersetzung oder Zusammenfassung.
Aus den Materialien geht hervor, dass eigenständige Audio- oder Videoaufnahmen von Lehrveranstaltungen grundsätzlich nicht erlaubt sind. Betroffen sind dabei Persönlichkeits-, Urheber- und Datenschutzrechte von Lehrenden und, je nach Beteiligung, auch Studierenden. Sollten doch unabgesprochene Mitschnitte vorliegen, dürfen diese weder veröffentlicht noch über Social Media, Messenger oder Plattformen wie Discord oder LinkedIn geteilt werden. Bezüglich Lehrmaterialien gilt, dass diese grundsätzlich nur mit Teilnehmenden derselben Lehrveranstaltung geteilt werden dürfen. Eine Weitergabe an Außenstehende oder größere Messenger-Gruppen ist ohne Zustimmung der Lehrenden nicht erlaubt. Ausnahmen gelten bei offen lizenzierten Materialien, beispielsweise unter Creative Commons.
„Uns geht es dabei um einen gegenseitig respektvollen Umgang – denn selbstverständlich betreffen die Aspekte nicht nur Studierende. Lehrende sollten sich ebenfalls an den rechtlichen Vorgaben orientieren und beispielsweise keine Arbeiten von Studierenden in KI-Tools oder -Detektoren hochladen oder ungefragt Inhalte aus Abschlussarbeiten nutzen,“ so Schlotfeldt weiter.
Um die jeweiligen Zielgruppen des Code of Conduct bestmöglich abzuholen, sind die Inhalte für Studierende auf der HOOU-Plattform im Lernangebot „Gute wissenschaftliche Praxis - Verantwortung von Anfang an“ abrufbar. Hier finden sie im Abschnitt „GWP konkret: Redliches und verantwortungsvolles Verhalten im Studium“ 1-2-minütige Videos, eingesprochen von Ellen Pflaum, sowie eine Aufbereitung der Fragestellungen in Textform. Für Lehrende gibt es im Webauftritt des Zentrums für Lernen und Lehren (ZLL) die PowerPoint-Präsentation mit Rechtsinformationen und Folienvorlagen, die Lehrende in ihren Lehrveranstaltungen zur Sensibilisierung der Teilnehmenden nutzen können sowie ein FAQ mit sieben Fragestellungen.
„Wir besprechen derzeit, auf welchen Wegen und Kanälen wir zusätzlich auf das Thema aufmerksam machen können“, sagt Andrea Schlotfeldt. „Und natürlich werden sich die Materialien aufgrund der schnellen Veränderungen im digitalen Raum weiterentwickeln, so dass wir uns freuen, von Studierenden und Lehrenden weitere Aspekte zu diesem Thema zu hören, die wir aufnehmen könnten.“