US-College-Leben mit Global E3

Seit mehr als einem Jahr dominiert die US-Politik die Nachrichtenlage. Ein Ende der negativen Schlagzeilen ist nicht in Sicht. Gleichzeitig engagieren sich unsere US-Partner weiterhin für den Studierendenaustausch. Sechzehn Studierende der HAW Hamburg absolvierten im Wintersemester 2025/26 ein Semester in den USA und lebten ihren lang gehegten Traum vom US-College-Leben. Einer der Studierenden war der Masterstudent Louis Treinies, der über das Global E3-Netzwerk am New Jersey Institute of Technology (NJIT) studierte.

Male student sitting on steps© HAW Hamburg/I. Weatherall

Louis Treinies, MSc student - Global E3 exchange 2025

Louis Treinies studiert seit dem Wintersemester 2024/25 im Masterstudiengang Produktionstechnik und -management an der HAW Hamburg. Er wechselte nach Hamburg, weil er seine technischen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen aus seinem Bachelorstudium des Wirtschaftsingenieurwesens vertiefen wollte, um sich stärker auf die Schnittstelle zwischen Produktion, Management und Nachhaltigkeit auszurichten. Er hatte keine Möglichkeit, im Bachelor-Studium ins Ausland zu gehen. So wurde ein Auslandssemester ein festes Ziel für das Masterstudium, um sein Wissen erweitern. „Die USA waren mein klarer Favorit für ein Auslandssemester, weil ich langfristig mit dem Gedanken spiele, mich selbstständig zu machen. Das „American Mindset“ im Bereich Entrepreneurship ist weltweit bekannt und bietet aus meiner Sicht ein besonders inspirierendes Umfeld, um unternehmerisches Denken, Praxisnähe und Netzwerkbildung zu erleben.“

Als Gasthochschule wählte er das New Jersey Institute of Technology (NJIT) in Newark (nahe New York City). Die HAW Hamburg pflegt eine Kooperation mit der NJIT durch ihre Mitgliedschaft im Global E3-Netzwerk und somit wurde Louis von den Studiengebühren befreit. Überzeugt hat ihn die Kombination aus Standort, internationalem Umfeld und praxisorientierter Ausrichtung der Hochschule. Er nutzte die Möglichkeit der fakultätsübergreifenden Kurswahl und belegte die Master-Module „Supply Chain Engineering“, „Total Quality Management“ und „Introduction to Entrepreneurship“. „Mit diesen Kursen konnte ich einerseits mein technisches und analytisches Profil schärfen, andererseits gezielt Kompetenzen aufbauen, die für eine spätere Tätigkeit im internationalen Umfeld – und perspektivisch auch für eine eigene Gründung – besonders relevant sind.“

Mein Auslandssemester an der NJIT war ein lang ersehnter Traum. Fachlich habe ich unglaublich viel mitgenommen, aber nicht nur das. Was ich mitnehme, ist ein Paket aus fachlichem Wachstum, Selbstständigkeit, internationalem Netzwerk, Reisen und einer College-Erfahrung, die sich tatsächlich so angefühlt hat, wie man sie aus Filmen kennt.

Das Studium an der NJIT beschreibt Louis als sehr anwendungsorientiert und war an Projekten und realen Fragestellungen gekoppelt. Sowohl im Modul „Total Quality Management“ als auch „Introduction to Entrepreneurship“ hat er an einer eigenen Geschäftsidee gearbeitet und während des Semesters schrittweise die Theorie des Kurses in die Praxis umgesetzt. Im „Supply Chain Engineering“ übertrug er Modelle in reale „case studies“ und stärkte seine Kompetenzen in datengetriebener Entscheidungsfindung, systemischem Denken und Supply-Chain-Optimierung. Mit Quizzes, Hausaufgaben, Midterms und Projekten wurde er in allen Fächern kontinuierlich über das Semester geprüft und konnte so seine Endnote meist zu mehr als achtzig Prozent vor der jeweiligen finalen Prüfung erarbeiten. Abgeschlossen hat er das Semester in allen Kursen mit der Bestnote.

Louis fand alle drei Kurse sehr spannend und sein Lieblingskurs, „Introduction to Entrepreneurship“, hat seine Erwartungen übertroffen. „Der Kurs war so aufgebaut, dass man zu Beginn des Semesters eine eigene Geschäftsidee vorgestellt hat. Diese Idee wurde anschließend Schritt für Schritt über das gesamte Semester weiterentwickelt, mit dem klaren Ziel, am Ende einen finalen Businessplan zu erstellen. Dadurch wurde nicht nur kreativ gedacht, sondern konsequent in Richtung Marktfähigkeit und Investorentauglichkeit gearbeitet.“

Das Auslandssemester an der NJIT hatte auch andere Vorteile. Aus seinem Wohnheimfenster im 7. Stock konnte Louis die Skyline von New York City mit dem Empire State Building sehen und mit der Bahn war er in ca. zwanzig Minuten in Manhattan. So war er zwei oder dreimal pro Woche in New York und hat die Vielfalt dieser spannenden Stadt erkundet. Aber auch auf dem Campus war immer etwas los. Das Wohnheim organisierte jede Woche Spiele- und Filmabende und weitere Events, um die Studierenden zu vernetzen. Gerade am Anfang halfen diese Angebote, um schnell Anschluss zu finden und sich auf dem Campus einzuleben.

Wieder in Hamburg angekommen, fasst er das Semester für sich zusammen: „Ein Auslandsaufenthalt fördert die Fähigkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zusammenzuarbeiten – eine Kompetenz, die im späteren Berufsleben, insbesondere in internationalen Projekten, zunehmend entscheidend ist. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen: neue Sprache, neues System und ein komplett neuer Alltag. Genau diese Mischung aus Selbstorganisation, Anpassungsfähigkeit und Networking war für mich ein wesentlicher Motivationsfaktor. Die Lage, so nah an New York City, hat das Erlebnis zusätzlich besonders gemacht. Mein Auslandssemester an der NJIT war ein lang ersehnter Traum. Fachlich habe ich unglaublich viel mitgenommen, aber nicht nur das. Was ich mitnehme, ist ein Paket aus fachlichem Wachstum, Selbstständigkeit, internationalem Netzwerk, Reisen und einer College-Erfahrung, die sich tatsächlich so angefühlt hat, wie man sie aus Filmen kennt.“

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Text & Foto: I. Weatherall

Global E3-Netzwerk

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Ingrid Weatherall
"HAW goes USA"-Strategie
International Office

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