Kateryna Bodrova studiert Regenerative Energiesysteme und Energiemanagement, um aktiv an der Transformation des Energiesektors mitzuwirken. „Das Studium macht mir wirklich Spaß“, sagt sie.
2018 kam Kateryna als Au-pair aus der Ukraine nach Deutschland. Bald stand für sie fest: Sie möchte hierbleiben und ihren Bildungsweg fortsetzen. Am Studienkolleg erwarb sie die Hochschulzugangsberechtigung und verbesserte ihr Deutsch. Heute studiert sie im siebten Semester Regenerative Energiesysteme und Energiemanagement an der HAW Hamburg. Besonders schätzt sie die enge Betreuung: „Unsere Professorinnen und Professoren gehen auf Fragen ein und unterstützen uns aktiv. In den kleinen Gruppen mit 15 bis 18 Studierenden fühlt es sich fast an wie in einer Schulklasse.“
Fachlich interessiert sie sich besonders dafür, wie verschiedene Energiequellen ins Stromnetz integriert werden können – und welche Grenzen heutige Konzepte haben. Das Thema Energieunabhängigkeit hat für sie auch eine persönliche Bedeutung: „In der Ukraine sieht man, wie wichtig eine stabile Energieversorgung für ein Land ist – das hat mein Interesse an diesem Fach geprägt.“
Kateryna findet vor allem die vielen praktischen Übungen im Studium spannend. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Laborprojekt zur Netzeinspeisung: „Wir haben das Netz mit einer Synchronmaschine synchronisiert. Dabei haben wir mit einer Gleichstrommaschine Energie verbraucht und mit der Synchronmaschine elektrische Energie ins Netz eingespeist. Es war faszinierend zu sehen, wie Theorie und Praxis dabei zusammenkommen.“
Der Studiengangstitel führt ihrer Meinung nach manchmal in die Irre: „Eigentlich studieren wir Informations- und Elektrotechnik mit Schwerpunkt auf regenerativen Energiesystemen. Das wird durch den Namen nur teilweise deutlich.“
Neben dem Studium arbeitet Kateryna bei einem Übertragungsnetzbetreiber. Dort entwickelt sie Skripte, also eine Reihe von Befehlen, die von bestimmten Programmen ausgeführt werden. Als Schnittstellen zu Programmen, die das Stromnetz simulieren, helfen diese Skripte, projektspezifische Studien auszuwerten und auf Richtigkeit zu prüfen – alles Aufgaben, die direkt an ihr Studium anknüpfen. „Ich programmiere viel und lerne, wie komplex die Systeme im Energiesektor tatsächlich sind“, erzählt sie. Nach dem Bachelor möchte sie in der Energiebranche bleiben, am liebsten im Bereich Simulation und Netzplanung. „Mich motiviert es, Systeme zu verstehen, zu optimieren und realistische Lösungen für eine zuverlässige Energieversorgung zu entwickeln.“
