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Neuberufung

Wer profitiert, wenn KI entscheidet?

Die Computerlinguistin Dr. Michaela Regneri ist neue Professorin an der HAW Hamburg. Ihre Schwerpunkte: Responsible AI, Generative KI und Datenminimalismus.

Das Foto zeigt die Professorin Michaela Regneri in einer Bürosituation. © Matthias Haslauer

Prof. Dr. Michaela Regneri lehrt ab Oktober 2026 an der HAW Hamburg.

KI ist kein neutrales Werkzeug. Für Dr. Michaela Regneri kommt es deshalb nicht nur darauf an, was eine Technologie leisten kann, sondern auch darauf, unter welchen Bedingungen sie eingesetzt wird und wem sie nützt. Besonders kritisch wird es, wenn KI Informationen bewertet, Entscheidungen beeinflusst oder Inhalte erzeugt. Technologien, die große Mengen an Informationen schnell auswerten können, lassen sich ebenso dafür einsetzen, gezielt falsche Informationen zu verbreiten. 

„Viel verheerender ist es, wenn sie gezielt eingesetzt wird, um falsche Informationen zu verbreiten."

Dahinter können wirtschaftliche Interessen stehen, aber auch demokratiefeindliche Ziele. Dass KI Inhalte schnell, in großer Zahl und gezielt auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten erzeugen kann, verschärft das Problem.

Kritisch denken, gemeinsam entscheiden

Studierende sollen bei ihr lernen, eigene Überzeugungen ebenso zu hinterfragen wie die Antworten von KI. Dazu gehört, die richtigen Fragen zu stellen und die eigenen Grenzen zu erkennen: Wann reicht die eigene Expertise aus und wann ist es sinnvoll, das Wissen anderer einzubeziehen? Welche Rolle KI dabei spielen kann, hängt vom jeweiligen Fachgebiet ab. Für Informatiker*innen stellen sich andere Fragen als für Menschen aus der Medizin oder anderen Disziplinen. Gerade darin sieht Regneri eine Chance für Austausch und Zusammenarbeit: „Im besten Fall entstehen hier Gespräche und Kooperationen.“
KI-Kompetenz bedeutet für sie deshalb mehr, als Systeme bedienen zu können. Es geht darum, die eigenen fachlichen Kenntnisse einzubringen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und gemeinsam zu entscheiden, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann.

Erfahrung aus Forschung und Praxis

Regneri bringt dafür Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen mit. Nach ihrem Studium und ihrer Promotion in Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes forschte und lehrte sie zunächst zu multimodaler künstlicher Intelligenz. Anschließend arbeitete sie als Projektleiterin für Suche und Wissensmanagement beim SPIEGEL-Verlag und wechselte 2016 zu OTTO. Dort beschäftigte sie sich unter anderem mit Datenminimalismus, Automatisierung und KI-Strategien und leitete Transformationsprojekte.
2022 übernahm sie die Geschäftsführung des House of Computing and Data Science (HCDS) der Universität Hamburg und arbeitete anschließend wieder verstärkt in Forschung und Lehre. Heute ist sie dort als Senior Researcher für Maschinelles Lernen tätig, berät zu Responsible AI und Generativer KI und ist Mitglied des Aufsichtsrats von ZDF Sparks.

Dr. Michaela Regneri beginnt im Oktober ihre Professur an der HAW Hamburg. Forschung, Lehre und praktische Erfahrung verbindet sie dabei mit einer Frage, die angesichts immer leistungsfähigerer KI-Systeme an Bedeutung gewinnt: Nicht nur, was KI leisten kann, sondern unter welchen Bedingungen und mit welchem Ziel wir sie einsetzen.

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