Zwischen Campus und Klinik

Maria Isea Leal aus Venezuela hat einen für internationale Studierende ungewöhnlichen Weg für ihr Studium in Deutschland gewählt: Sie studiert an der HAW Hamburg den dualen Bachelor-Studiengang Pflege. Das Studium verbindet Semester am "Lernort Hochschule" und Semester am "Lernort Praxis" in verschiedenen Handlungsfeldern der Pflege. Damit gehen Theorie und Praxis Hand in Hand.

Maria Isea Leal, Nursing student© HAW Hamburg/I.Weatherall

Maria Isea Leal, Nursing student

Maria beginnt gerade ihr viertes Semester und absolviert am Campus Berliner Tor ein weiteres Semester am Lernort Hochschule. Im zweiten Semester hatte sie ein Semester mit Praxismodulen in der pflegerischen Praxis - u.a. in der Helios Endo-Klink, die der Träger für den praktischen Teil des Pflegestudiums von Maria ist. Am Anfang des zweiten Semesters ist sie erst einmal im Praxisfeld ”angekommen", mit der Zeit übernahm sie immer mehr Verantwortung und hat in der postoperativen Pflege Patient*innen nach Hüftoperationen unterstützt. Sie beschreibt, was sie aus dieser Zeit mitgenommen hat: „Ich entwickelte nicht nur meine pflegefachlichen Kompetenzen in der Orthopädie weiter, sondern habe auch meine kommunikativen Fähigkeiten erweitert und mein Verantwortungsbewusstsein gestärkt.“ 

Die Theorie- und Praxisphasen in dualen Studiengängen bauen aufeinander auf. Im siebensemestrigen dualen Studiengang Pflege absolvieren Studierende vier Semester am Lernort Hochschule, zwei Praxissemester sowie ein Abschluss-Semester mit der Anfertigung einer Bachelor-Thesis und Teilen der berufszulassenden Abschlussprüfungen. Durch den sogenannten Ausbildungsvertrag mit einem Träger erhält Maria als duale Studierende eine monatliche Vergütung von ca. 1.300 Euro. 

Für Maria, die sich gegen eine berufliche Pflegeausbildung entschieden hat, war die Akademisierung des Pflegeberufs ausschlaggebend für die Wahl des Studiums: „Ich denke, dass sie langfristig dazu beitragen kann, den Beruf weiterzuentwickeln, die Qualität der Versorgung zu verbessern und auch das gesellschaftliche und politische Interesse an der Pflege zu stärken. Gleichzeitig eröffnet sie mehr Möglichkeiten, später auch in Bereichen wie Forschung, Management oder Lehre tätig zu sein.“

 

Ein wichtiger Unterschied zur klassischen Pflege-Ausbildung ist der stärkere Fokus auf wissenschaftliches Arbeiten und Forschung. Im Studium beschäftigen wir uns nicht nur mit der praktischen Pflege, sondern auch mit Themen wie Pflegewissenschaft, evidenzbasierter Praxis und der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems.

Maria lernt in ihrem Studium neben der akut-stationären Versorgung von Menschen im Krankenhaus ganz verschiedene Handlungsfelder der Pflege von Menschen aller Altersstufen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen kennen z.B. im Bereich der Geriatrie, der Intensivpflege, der Pflege von Kindern und Jugendlichen, der Psychiatrie, der ambulanten und langzeitstationären Versorgung.

Im dritten Semester hat Maria vor allem die Vorlesung zur Pflege von Schwangeren sowie die Kinderkrankenpflege sehr gefallen. Insbesondere schätzt sie in ihrem Studium die medizinischen und klinischen Inhalte und die Möglichkeit, die theoretischen Inhalte direkt mit praktischen Beispielen zu verknüpfen. „Themen wie Anatomie, Pathologie und pflegerische Zusammenhänge interessieren mich sehr, weil sie mir ein tiefes Verständnis für Krankheitsbilder und Behandlungsprozesse vermitteln. Generell gefällt mir an meinem Studium, dass Theorie und Praxis eng miteinander verbunden sind. Dadurch kann ich das Gelernte direkt anwenden und vertiefen.“

Aber für Maria geht es bei ihrem Studium um mehr als nur die Verbindung von Theorie und Praxis. Ein wichtiger Unterschied zur beruflichen Pflege-Ausbildung ist der stärkere Fokus auf wissenschaftliches Arbeiten und Forschung im Bachelor-Studium. „Wir beschäftigen uns nicht nur mit der praktischen Pflege, sondern auch mit Themen wie Pflegewissenschaft, evidenzbasierter Praxis und der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems,“ erzählt sie und sagt weiter: „Es werden von Beginn an verschiedene Spezialisierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt, zum Beispiel durch Masterstudiengänge. Das eröffnet mittelfristig weitere Entwicklungsmöglichkeiten und trägt zur weiteren Professionalisierung der Pflege bei.“

Im Wintersemester 2025/26 erhielt Maria ein Leistungsstipendium der HAW Hamburg für ihre exzellente Noten. Diese Anerkennung bedeutet ihr sehr viel: „Das Stipendium motiviert mich, weiterhin engagiert und zielstrebig zu arbeiten. Es zeigt mir, dass sich Disziplin und Einsatz lohnen und gibt mir Sicherheit für meinen weiteren Studienverlauf.“ 

Maria ist Anfang 2023 von Venezuela nach Hamburg gezogen. Sie hat Deutsch bis Niveau C1 gelernt und das Studienkolleg besucht, um die Voraussetzungen für das Studium in Deutschland zu erfüllen. Der Anfang war nicht ganz einfach, aber sie hatte Unterstützung von Freunden ihrer Familie bekommen, die ihr beim Einleben geholfen haben. Sie beschreibt sich selbst als eher schüchtern und findet es nicht immer leicht, neue Freundschaften zu schließen. Inzwischen fühlt sie sich sehr wohl in der Stadt und genießt das entspannte Leben in Hamburg mit vielen internationalen und deutschen Freund*innen. Nach einem erfolgreichen Bachelor-Abschluss und den staatlichen Prüfungen kann Maria von der Endo-Klinik übernommen werden. So plant sie in Deutschland zu bleiben und ihren Weg als Pflegefachperson fortzuführen.

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Text & Foto: Ingrid Weatherall

Kontakt

Ingrid Weatherall
International Office

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