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Eine Reise in die Zukunft

Das Berufsleben nach einem Studium an der HAW Hamburg

Geht es in einer Moderedaktion wirklich zu wie bei „Der Teufel trägt Prada“?

Bedeutet IT = NERD?

Was genau macht ein Marketingmanager eigentlich?

Und was war noch gleich dieses SEO?

Im Rahmen des Projektes BelAmi- Final Cut sind wir diesen und noch vielen weiteren Fragen und Klischees auf den Grund gegangen und haben in persönlichen Interviews mit einigen MuI- und IMB-Alumni einen Blick hinter die Kulissen der Medienbranche geworfen. Mit Fragen nach einem typischen Arbeitsalltag in der jeweiligen Branche, Highlights des Jobs oder Tipps und Tricks für HAW-Studenten haben wir den Marketingmanagern, Redakteuren und Bibliothekaren unserer Universität auf den Zahn gefühlt und viele interessante Antworten bekommen.

Um einen vielfältigen Eindruck der Medienbranche abbilden zu können, haben wir die wichtigsten Erkenntnisse, hilfreichsten Antworten und witzigsten Fun-Facts aus den Interviews sowie den Talkshows auf den folgenden Seiten gesammelt

Selbstständig und angestellt: The best of both worlds

Als MuI-Studierender sollte man den Namen Mario Galla zumindest schon einmal gehört haben. Nicht nur, weil er 2014 sein Bachelorstudium an der HAW erfolgreich abgeschlossen hat, sondern weil er eine Person des öffentlichen Geschehens ist. Genauer gesagt: Ein Topmodel mit Handicap. Seit seinem dritten Lebensjahr trägt er eine Beinprothese, was seinem Erfolg als Model aber nicht im Wege zu stehen scheint. Doch dies ist nicht sein einziges Standbein. Mario Galla ist seit zweieinhalb Jahren als Online Marketing Manager beim Zeitverlag in Hamburg angestellt. In der Kantine des ZEIT-Gebäudes erzählt er mir mehr über seine Karriere in der Medienbranche. 

In der Umfrage haben wir nach dem goldenen Tipp für uns Studierende gefragt. Was ist deiner für uns?

Ich würde empfehlen seinen Interessen nachzugehen. Das zu machen, wofür man eine Affinität hat. Vielleicht merkt man auch irgendwann, dass die Medienbranche doch nichts für einen ist. Und dann würde ich auch dazu raten etwas ganz Anderes zu machen. Sei es Biologie zu studieren oder einen Kiosk aufzumachen. Ich selbst bin ein Bauchgefühl-Mensch. Ich habe nie gesagt ich muss Medizin studieren, weil ich weiß, dass man als Arzt viel Geld verdienen kann. Ich wollte etwas studieren, was mich interessiert und das waren eben Medien. Ich habe bis heute nicht das Interesse verloren. Deswegen rate ich, mach das, was dich wirklich interessiert und schau nicht zu viel aufs Geld.

Hast du neben dem Studium noch andere Qualifikationen?

Ich arbeite seit zehn Jahren als Model und jetzt auch immer mehr als sogenannter Content-Creator, was ja quasi das neue Wort für Influencer ist. Ich denke mir etwas aus, um die Werbebotschaft einer Marke in den Markt tragen. Das ist breit gefächert, das können Vorträge für Unternehmen sein oder klassische Modelkampagnen. Das mache ich auch noch immer nebenbei. 

Und wieso nicht hauptberuflich?

Das war tatsächlich längere Zeit mein Hauptstandbein. Ist es auch noch, wenn man es am reinen Ertrag des Geldes misst. Das Leben als Model, bringt eine Zeit lang echt Spaß und ist interessant, aber dazu auch super anstrengend und es fehlt der Input. Mit Bezug auf mein Studium wollte ich zum Model/TV-Kosmos noch eine Parallele schaffen, die mich da rausholt und auf der Ebene ich mich weiterentwickeln kann. Natürlich hätte ich auch eine eigene Agentur gründen können, aber das war mir viel zu komplex und anstrengend. Ich habe eineinhalb Jahre von zu Hause alleine Kunden akquiriert, das war unglaublich intensiv, da ich echt alles alleine machen musste. Das heißt ich musste alle Treffen mit potentiellen Kunden selbst wahrnehmen und habe dabei auch viele Absagen bekommen. Da lass ich mich lieber in ein Unternehmen fallen und schaue, dass ich noch viel lerne. Inzwischen habe ich als Model auch ein Netzwerk und gehe aktiv mit Konzepten für Kampagnen auf Kunden zu. Da merke ich, dass mittlerweile immer mehr beide Felder zusammenführen und ich alle Fähigkeiten, die ich in diesen Bereichen habe, nutzen kann.

Wie würdest du den Aufgabenbereich in deinem aktuellen Job bei der ZEIT beschreiben?

Es geht darum bezahlte Probe-Abos zu generieren. Dafür denken wir uns als Team Kampagnen aus und ich setze die für alle Social-Media-Kanäle um. Wenn du ein Banner von der Zeit auf Facebook siehst, dann habe ich den höchstwahrscheinlich gemacht und auch geschaltet. Das heißt ich kümmere mich um alle Kampagnen, die online auf Facebook, Instagram, Twitter und Co. stattfinden. Zu Freunden oder Familie sage ich ganz einfach, ich mache Facebook-Werbung für die ZEIT. Das hört sich nach nicht viel an, aber da steckt einiges hinter.

HOME OFFICE – FÄLLT EINEM DA NICHT DIE DECKE AUF DEN KOPF?

Arbeiten in Jogginghose? Für Rebecca Klose kein Problem! Denn sie hat das Privileg jeden Tag von zu Hause aus zu arbeiten – ob es ein Vor-oder Nachteil ist, verrät sie uns in diesem spannenden Interview.Vom Schmeißen des ersten Jobs, welcher ein sicheres Einkommen und einen geregelten Arbeitsalltag mitbrachte, bis hin zum völligen Neuland eines Start-up-Unternehmens. Von dieser jungen Frau werden wir in den nächsten Jahren sicherlich noch einiges hören!

REBECCA KLOSE ÜBER IHREN SPANNENDEN JOB ALS SEO-SPECIALIST beim Start-Up OTL - Online Trainer GmbH

Du hast gesagt, dass du durch deine ehemalige Dozentin an deinen ersten Job gekommen bist? Wie genau lief das ab?

Ja genau, das hat sich echt super gut für mich ergeben. Im dritten Semester hatte ich einen SEO Wahlpflichtkurs und ich bin dort ohne jegliche Erwartungen und Vorwissen reingegangen. Und dann saß ich da jeden Dienstagabend, das werde ich nie vergessen, und ich habe es einfach nur aufgesaugt. Es war so spannend! Und die Dozentin brannte auch total dafür. Das hat sie dann auch so rübergebracht. Nach meinem Praxissemester war ich dann auf der Suche nach einem Werkstudentenjob und ich dachte mir ich frage sie einfach mal, ob sie von jemanden weiß, der eine Stelle vergibt. Ich mein, sie hat es mir ja beigebracht, sie weiß ja wie viel ich kann, oder halt auch nicht kann. Dann habe ich ihr einfach eine E-Mail geschrieben. Und sie hatte tatsächlich etwas frei in ihrer Firma. Dann konnte ich da anfangen und wurde danach dann auch übernommen.

Nun hast du ja gesagt, dass nach einem Jahr deinen Job an den Nagel gehangen hast um für ein Start-up-Unternehmen zu arbeiten. Wie kam es zu dem Entschluss? Hattest du bei der Entscheidung auch manchmal bedenken, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war?

Ja klar, Bedenken gab es natürlich. Das war natürlich ein Sprung ins kalte Wasser. Will ich jetzt wirklich von meinem relativ gut bezahlten Job ins kleine Start-up wechseln, mit einer erstmal schlechteren Bezahlung? Zudem ein kleineres Team, welches ich nicht einmal kannte. Aber irgendwie hatte ich so Lust darauf das zu machen. Und letztendlich war es die richtige Entscheidung. Ich mache endlich alles selber und habe am Ende des Tages das Gefühl: „Du hast heute etwas optimiert!“. 

Das hört sich doch gut an! Welche Vorteile hat ein Start-Up Unternehmen denn gegenüber einer größeren Agentur?

In der Agentur hatte ich halt meine drei Kunden und habe diese betreut. Fachlich habe ich in der Agentur sehr viel gelernt. Allerdings bin ich jetzt seit sechs Monaten in meinem neuen Job und ich habe in der Zeit so viel gelernt, wie ich vorher die ganze Zeit in der anderen Firma nicht gelernt habe. Im Start-Up musst du so viel eigenverantwortlich machen, dass du dich einfach weiterentwickeln musst. Dann heißt es: „Ja Becci, mach mal einen Blog!“ Plötzlich setzte ich einen eigenen Blog auf, bin Blogredaktionsleiterin und habe drei Leute die für mich Blogartikel schreiben, die ich koordinieren muss. Es fallen einfach tausende von Sachen an. Man lernt extrem viel dazu, auch im Projektmanagement. Außerdem ist das Team viel jünger und wir haben viele gemeinsame Interessen. Leider sehe ich meine Arbeitskollegen aber ja nicht so oft...

... da du im Home-Office arbeitest, richtig?

Ja genau. Meetings finden bei uns nur über Skype statt. Die Kollegen kommen von überall her: aus Dublin, Wien, Berlin, Hannover und Hamburg. Das ist schon immer sehr spannend!

Alles unter einem Hut - Als Projektmanagerin in einer Digitalagentur

Du arbeitest bei Fork als Junior Projektmanager. Hattest du schon immer vor, in der Agenturbranche zu arbeiten?

Man muss ein bisschen differenzieren. Projektmanagement wollte ich von vornherein gerne machen, in einer Agentur zu arbeiten war nicht geplant. Dort bin ich ein bisschen reingerutscht, da ich im 5. Semester des Bachelors ein Praktikum machen musste, was ich in Hamburg bei Jung von Matt absolviert habe. Ich hatte noch keine Ahnung von der Branche, aber als ich dort ein halbes Jahr als Projektmanagerin gearbeitet habe, fand ich es vor allem im digital Bereich total spannend. Aber Agentur war nicht konkret geplant, das hat sich durch das Praktikum ergeben.

Wie könnte denn ein typischer Arbeitsalltag als Projektmanager aussehen?

Ja, das ist schwierig zu verallgemeinern. Natürlich kommst du erstmal an, machst dir einen Kaffee und rufst deine Mails ab. Hoffst das über Nacht nicht irgendwas Schlimmes passiert ist und falls doch, wird das als erstes angegangen. Ansonsten ist es sinnvoll sich am Ende oder Anfang der Woche einen Plan zu machen, was genau ansteht und dann diesen Plan tageweise abzuarbeiten. Man kann aber nicht generell sagen, was ein Projektmanager jeden Tag für Aufgaben hat. Da gehören verschiedene Bereiche zu, wie Buchhaltung, Rechnungen und Kostenvoranschläge schreiben, aber vor allem die Kommunikation mit dem Kunden. Da kommt es auf den Kunden an, manche wissen sehr genau was sie möchten, andere wiederum wollen gerne beraten werden und freuen sich über Input aus der Agentur. Dort geht es dann viel um organisatorische Aufgaben, es müssen Statuslisten gepflegt werden, die Aufgaben im Team sinnvoll verteilt und vor allem Ressourcen rechtzeitig gebucht werden, damit dann auch wirklich jemand nächste Woche Zeit für den Kunden hat. Die Aufgaben sind also vor allem von den Gegebenheiten am Tag abhängig. Du kannst nicht pauschal sagen, wie ein typischer Arbeitstag aussieht.

Welche Charakterzüge muss man mitbringen, um deinen Job ausüben zu können? Ganz nach dem Motto: „Mein Beruf ist was für dich, wenn...“.

Kommunikationstalent ist auf jeden Fall wichtig. Vor anderen Leuten zu sprechen, auch Kunden, die man noch nie persönlich getroffen hat, etwas am Telefon zu erklären. Das ist sowas, was man im Studium nicht unbedingt lernt, sondern einfach so kommt. Besonders wichtig ist aber auch die Freude daran, etwas zu organisieren. Organisationstalent sollte man schon haben, denn es gibt nichts Schlimmeres als chaotische, nicht organisierte Projektmanager. Da merkt das Team schnell, dass es sich selbst organisieren muss und das sollte gerade der Job des Projektmanagers sein, als Schnittstelle zwischen Gewerken und dem Kunden. Wenn man daran keinen Spaß hat, sollte man nicht ins Projektmanagement gehen. Kommunikation und Organisation sind das A und O, dann gibt dir der Job auch unheimlich viel zurück, weil du an jedem einzelnen Schritt im Projekt involviert bist und von Anfang bis Ende mitbekommst und den Überblick über alles behältst. Was ich von Anfang an sehr cool fand. Das du halt derjenige bist, der die Fäden in der Hand hat, der dann am Ende natürlich auch schuld ist, wenn mal was nicht läuft und man bleibt dann auch mal mit dem Team bis zum Ende, wenn noch etwas erledigt werden muss und geht nicht um Punkt 18 Uhr. Du musst dann halt verstehen, dass du dafür verantwortlich bist. 

Zeit lassen und Zeit nehmen – der Einstieg als Junior Produktmanagerin

Lara Köster hat uns eingeladen, das Interview direkt vor Ort bei Check 24 zu führen. Bei so einem namenhaften Unternehmen stellt man sich eigentlich vor, dass viel Trubel los ist. Da das Interview aber zur Mittagspausen-Zeit geführt wurde, waren die Räumlichkeiten recht leer. Begrüßt wurden wir dann von einer jungen, sehr sympathischen Frau, die an der HAW ihren Master in „Medien, Information, Bibliotheken“ absolviert hat. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens blieben aber noch einige Fragen offen, die wir in dem Interview mit der Junior Produktmanagerin abgecheckt haben...  

Warum hast du dich überhaupt für einen Master entschieden?

Ich habe während dem Bachelorstudium als Werkstudentin in einer Werbeagentur gearbeitet, die mir dann eine feste Stelle angeboten haben. Ich habe erst mit dem Gedanken gespielt, dort zwei oder drei Jahre zuarbeiten und dann den Master nachzuholen. Ich habe mir dann aber selbst eingestanden, dass ich nach drei Jahren mit festem Einkommen und eigener Wohnung sehr wahrscheinlich keine Lust mehr auf das typische Studentenleben mit Nebenjobs und WG-Zimmer haben würde. Daher habe ich mich entschieden, den Master direkt im Anschluss an das Bachelorstudium zu beginnen.

Du hast angegeben, dass du den Master nicht noch einmal machen wollen würdest. Meintest du damit den Master allgemein oder speziell den Master „Medien, Information, Bibliothek“ und woran liegt das?

Ich hatte gehofft, dass ich mich mit dem Master noch mehr spezialisieren könnte. Das war leider nicht der Fall. Es gab viele interessante Inhalte, aber wenig Kurse, die aufeinander aufgebaut haben. Vielleicht war das auch nicht der Sinn des Masters und ich hatte einfach nur zu hohe Erwartungen. Ich habe mich nach dem Master nicht wirklich als Informations-Expertin gefühlt, dann aber schnell gemerkt, dass man die meisten Sachen erst im Berufsalltag lernt und versteht. Einen Master würde ich in jedem Fall noch einmal machen, aber vielleicht nicht unbedingt an der HAW. Rückblickend betrachtet wäre ein anderer Masterstudiengang für den Beruf des Produktmanagers - beispielsweise in Wirtschaftsinformatik oder E-Business - vielleicht passender gewesen. 

 

Hast du aus deiner Position heraus noch einen Tipp an die Studenten?

Also bezüglich der Bewerbung hätte ich wohl noch einen Tipp. Am Anfang habe ich immer Bewerbungen raus geschickt und nur die Infos zum Unternehmen ausgetauscht. Das geht auch, wenn man eine Praktikumsstelle oder einen Werkstudenten-Job sucht, aber nicht bei der richtigen Jobsuche. Irgendwann habe ich mich selber gefragt, wenn ich Personaler wäre, worauf würde ich dann achten? Dann habe ich gedacht, dass so ein Standarttext wohl nicht ausreicht. Teilweise habe ich dann auch einen Tag an der Bewerbung gesessen und dann nochmal zwei Tage, um mich auf das Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Wenn du den Job wirklich willst, reicht es nicht, einmal kurz auf die Webseite zu gucken. Man muss sich auch mit der Jobbeschreibung auseinander setzen. Von daher ist Vorbereitung wirklich wichtig.

Außerdem wäre mein Tipp noch, nach dem Master oder dem Bachelor nicht direkt in den Beruf bzw. in den Master einzusteigen, sondern sich noch ein paar Monate Auszeit zu gönnen und vielleicht nochmal zu reisen, wenn man kein Auslandssemester gemacht hat. Denn besonders das mit dem Reisen verbundene Kennenlernen von fremden Kulturen, anderen Denkweisen sowie Sprachen fördert deine persönliche Entwicklung. 

Letzte Änderung: 30.01.18

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