Frau Dr. Tecklenburg, Sie beschäftigen sich seit Jahren wissenschaftlich mit dem Thema „nachhaltige Ernährung“. Wann ist unsere Ernährung nachhaltig?
Wenn wir der Definition der Federal Organisation for Agriculture (FAO) folgen, besteht eine nachhaltige Ernährung aus Ernährungsmustern, die unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden fördern und geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben. Gleichzeitig soll sie verfügbar, bezahlbar, sicher und fair sein sowie kulturell akzeptiert werden. An eine nachhaltige Ernährung werden also vielfältige Anforderungen gestellt.
Es geht zunächst darum, die Lebensmittel so zu erzeugen, herzustellen und zu vertreiben, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird und alle die Möglichkeit haben, einwandfreie Lebensmittel zu kaufen und aus verschiedenen Lebensmitteln auszuwählen. Wenn wir unsere Ernährungssysteme transformieren und weniger tierische Produkte essen, schaffen wir Voraussetzungen dafür, dass auch künftige Generationen ihre Bedürfnisse befriedigen können.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat diese Anforderungen in ihren Empfehlungen berücksichtigt: Wir sollten viel Gemüse inklusive Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse und Vollkornprodukte essen, um uns nachhaltig zu ernähren. Diese können wir mit tierischen Produkten wie Milch, Käse, Fleisch und Wurstwaren ergänzen. In verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst, Gebäck, Süßwaren oder Fast Food steckt oft viel Salz, Zucker und Fett, daher sollten wir sie besser stehen lassen.
