Straßenlampen und Lichtwerbung, angestrahlte historische Fassaden und Flutlicht im Hafen, wo rund um die Uhr gearbeitet wird − künstliches Licht macht überall, vor allem aber in Städten, die Nacht zum Tage. „Die zunehmende Himmelsaufhellung ist eine Begleiterscheinung von Städten“, sagt Carolin Liedtke, Professorin für Lichttechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW Hamburg).
Sie steht an einem Touchscreen-Tisch im Forschungs- und Transferzentrum Digital Reality in der Hamburger Speicherstadt. Auf dem Screen lässt sich mit der Helligkeit und dem Abstand von Leuchten experimentieren – und damit mit der Frage, wann welche Flächen zu dunkel werden. Das für die Stadtplanung wichtige Tool nutzt Liedtke zurzeit, um zu zeigen, wie mehr Dunkelheit ein Gewinn für alle sein kann: für die Natur und die Menschen. Die HAW Hamburg ist einer von 13 Partnern aus vier Ländern, die im Rahmen des EU-Projekts DARKER SKY eine Strategie entwickeln, wie sich Lichtverschmutzung eindämmen lässt.
