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Der Landesfrauenrat Hamburg zeichnete am 16. Januar Prof. Christine Färber mit der Hammonia aus; Fotos. Katharina Jeorgakopulos/HAW Hamburg

Prof. Färber ist zeigt sich kämpferisch: Sie setzt sich konsequent für Frauenförderung ein

Viele ihrer Studierenden und Kollegen und ihre Familie begleiteten sie zur Preisverleihung

Hammonia-Preis für Sozialforscherin Christine Färber

19.01.2018

Unermüdliches Engagement für Frauenförderung und Gleichstellung: Professorin Christine Färber erhält den diesjährigen Hammonia-Preis. Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. zeichnete am 16. Januar Dr. Christine Färber aus, Professorin für empirische Sozialforschung an der Fakultät Life Sciences. Sie erhielt den Preis für ihr Engagement im Bereich des Gender Budgetings und der Frauenförderung – auch in der Flüchtlingspolitik.

Der Preis, benannt nach der Hamburger Stadtpatronin Hammonia, wird Frauen verliehen, „die sich beruflich, ehrenamtlich oder politisch für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen“ sagt Cornelia Creischer, 1. Vorsitzende des Landesfrauenrates Hamburgs bei der Preisverleihung. Die Delegierten der über 60 im Landesfrauenrat organisierten Frauenverbände hätten mit großer Mehrheit für Christine Färber als diesjährige Preisträgerin gestimmt. Ihre konsequente Forschung für die Rechte von Frauen habe dabei überzeugt.

Bereits seit ihrer Magisterarbeit 1990 mit dem Titel: „Gibt es ein frauenspezifisches Partizipationsverhalten?” arbeitet sie wissenschaftlich an frauenspezifischen Themen. Ihr liegt besonders die Förderung von Frauen in der Hochschullandschaft und im breiteren akademischen und gesellschaftlichen Umfeld am Herzen. Ihre Forschung im Bereich Gender Budgeting findet dabei auch bundesweit Anerkennung – für die Bundesregierung analysierte sie die Instrumente einer Ressourcenverteilung und führte eine Studie durch. Dabei geht es ihr um die gerechte Ressourcenverteilung unter Männern und Frauen. „Denn öffentliche Haushalte bilden die Verteilungsverhältnisse ab und sind Ausdruck von politischer Prioritätensetzung“, so Färber.

Die Ressourcen Geld und Zeit in öffentlichen Verwaltungen, im Hochschulbetrieb oder sogar im Öffentlichen Nahverkehr stehen dabei auf dem Prüfstand. „Hier findet kaum eine gleichstellungsorientierte Verteilung statt“, sagt Färber. Wirkungsanalysen zu Gesetzen und Haushaltsposten heißt der wissenschaftliche Terminus dafür und so lautet auch der Name der Arbeitsgruppe, die Färber auf Bundesebene leitete. So sind zum Beispiel an staatlichen Hochschulen die 50 Prozent Frauenanteil noch nicht erreicht: „Wer sich auf deine FH-Professur bewarb, musste fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen. Jetzt dürfen auch Teilzeitkräfte angenommen werden. Ein Fortschritt für Frauen, die Kinder erzogen haben“, führt Färber aus.

Ein weiterer großer Punkt ist für sie die Steuerpolitik. „Hier wird immer noch nach Trauschein besteuert. Neben dem meist männlichen Gutverdiener steht die Frau mit geringerem Einkommen, das am stärksten besteuert wird. Das ist unfair und rächt sich dann später bei ihrer Rente. Solche Verteilung ist nicht mehr zeitgemäß und muss dringend geändert werden.“ Aber auch die Akademisierung der Gesundheitsbereiche ist für sie ein Thema: „In den 70-ger Jahren wurden die Ingenieurberufe akademisiert und damit aufgewertet. Nicht dagegen die Gesundheitsberufe wie die Pflege und vor allem Hebammenkunde, die meist typische Frauenberufe sind. Hier ist großer Nachholbedarf“, so Färber.

In ihrer Dankesrede auf der Preisverleihung betont Färber deshalb: „Mir ist es wichtig Ungleichheiten zu identifizieren und Gerechtigkeitslücken zu schließen. Gleichstellungsanalysen zum Haushalt schaffen Transparenz. Es macht die Haushaltspolitik nachvollziehbarer, wenn die Menschen wissen, bei wem das Geld ankommt. Dann lässt sich leichter klären, wessen Interessen es dient und ob die Bedürfnisse und Bedarfe von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen gleichermaßen berücksichtigt werden.“ Laudatorin Creischer ist überzeugt, dass Gender Budgeting einen wichtigen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit in der Haushaltspolitik leistet. „Hier ist unsere Preisvergabe durchaus auch eigennützig zu sehen, da sie eine klare Botschaft an die Politik richtet.“ Aber auch persönlich freut sich die Professorin über den Preis: „Ich kam vor elf Jahren nach Hamburg. Diese Ehrung zeigt mir, dass ich mit meiner Arbeit hier angekommen bin. Das macht mich ungeheuer stolz!“

Färber kam nicht alleine. Viele ihrer Studierenden und Kollegen auch aus dem Ausland und ihre Familie begleiteten sie zur Preisverleihung, die vor 100 geladenen Gästen im Rahmen des Neujahrsempfangs des Landesfrauenrats stattfand. (Autorin: Katharina Jeorgakopulos)

Kontakt:
Fakultät Life Sciences
Department Gesundheitswissenschaften
Prof. Dr. Christine Färber
Professorin für empirische Sozialforschung
T +49.40.428 75-6115
christine.faerber@haw-hamburg.de

Verlinkt zum pdf Artikel in der Bergedorfer Zeitung vom 3.1.2018

Letzte Änderung: 15.03.11

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