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Prof. Dr. Ing. R. Stank am Rednerpult der Tagung „Green and Clean Energy“ in der Hauptstadt Shijiazhuang der Provinz Hebei (China) bei der Vorstellung des Forschungsschwerpunktes Biomassenutzung Hamburg der HAW Hamburg

Feierliche Entrollung der Gründungsurkunde des „Dingzhou Sino-Germany Institute of Agriculture & Biomass Energy“ auf der Tagung „Green and Clean Energy“ in der Hauptstadt Shijiazhuang der Provinz Hebei (China)

Prof. Dr. Ing. R. Stank am Rednerpult der Tagung „Green and Clean Energy“ in der Provinzhauptstadt Shijiazhuang am 20.3.18

Unterstützung der HAW Hamburg mündet in Gründung eines Instituts für Landwirtschaft und Bioenergie in China

17.04.2018

Mit der zusätzlichen Rückendeckung des Forschungsschwerpunkts „Biomassenutzung Hamburg“ der HAW Hamburg hat die Firma Clean Energy Science and Technology Co. Ltd“, Betreiber einer der größten Biomethan-Anlagen in China, im März 2018 mit der Provinzregierung Hebei dort ein Institut für Landwirtschaft und Bioenergie gegründet.

„Experten der HAW Hamburg beraten eine der weltgrößten Biomethan-Anlagen in China“, so lautete die Schlagzeile zu einem Reisebericht im Online Journal der HAW Hamburg im Oktober letzten Jahres. Dieser Expertenratschlag mündete nun in der Gründung des „Dingzhou Sino-Germany Institute of Agriculture & Biomass Energy“ in China. Als Gründungszeremonie wurde eine Tagung in Shijiazhuang ausgerichtet, die vom Forschungsschwerpunkt „Biomassenutzung Hamburg“ der HAW Hamburg mitorganisiert wurde.

Begonnen hat die Kooperation zwischen der Firma „Clean Energy Science and Technology Co. Ltd“ in Dingzhou (Provinz Hebei / China) und dem Forschungsschwerpunkt Biomassenutzung Hamburg der HAW Hamburg durch eine Anfrage des Vorstandsvorsitzenden Chaoyang Hu an Professor Dr. Paul Scherer Mitte des letzten Jahres. Nach einem regen Schriftwechsel konnte der Doktorand von Professor Scherer, Sebastian Antonczyk, für eine Woche die Biogasanlage in Dingzhou besuchen. Sebastian Antonczyk ist Diplomingenieur (FH) und hat bereits viel Erfahrung auf dem Gebiet der Biogasfermentation: So leistete er bei der finnischen Hochschule Hämeenlinna Aufbauarbeit in Sachen Labor und Biogasfermenter.

Biomethan als grundlastfähiger Gas- und Energiespeicher
Die Provinz Hebei im Norden Chinas, etwa 200 km entfernt von Peking, ist mit einer Fläche von 187.700 km² halb so groß wie Deutschland, hat aber eine Bevölkerung von 67,45 Millionen Einwohnern. Die Wirtschaft von Hebei stützt sich vor allem auf die Landwirtschaft und ist Chinas wichtigster Baumwollproduzent. Daneben ist die Provinz wegen großer Kohle- und Eisenerzvorkommen der größte Stahlproduzent der Welt.

Durch die Stahlindustrie ist dieses Gebiet einer hohen Feinstaub- und Smogbelastung ausgesetzt. Das Interesse und die Anstrengungen in Richtung „Green and Clean Energy“ ist daher sehr groß. Biogastechnik ist für die Erzeugung von grüner und emissionsfreier Energie hervorragend geeignet, da sie die einzige Erneuerbare Energie ist, die zugleich grundlast- und speicherfähig ist und dazu auch noch dezentral erzeugt werden kann, mit oder ohne Stromnetz –, also eine ideale Ergänzung zu Windenergie und Photovoltaik.

Forschungsschwerpunkt der HAW Hamburg empfiehlt Gründung eines Instituts
In der Biogasanlage der Clean Energy Science and Technology Co. Ltd arbeiten rund 50 Beschäftigte. Sie liegt zirka 25 Kilometer vor den Toren der Stadt Dingzhou in der Provinz Hebei mit 1,3 Millionen Einwohnern. Ein Resultat des Besuchs von Doktorand Sebastian Antonczyk war, dass der Forschungsschwerpunkt Biomassenutzung Hamburg die Biogasanlage in Dingzhou mit fachlichem Rat unterstützt. Zur Verselbständigung der Arbeit vor Ort hatte man dort den Plan, ein Institut für Landwirtschaft und Bioenergie zu gründen, was der Forschungsschwerpunkt Biomassenutzung mit großer Empfehlung unterstützte.

Im Dezember 2017 gab es mit Professor Scherer und der Gruppe aus Dingzhou bei der weltgrößten Messe für Biogastechnik in Nürnberg ein weiteres Treffen und die Entscheidung zur Gründung des Instituts für Landwirtschaft und Bioenergie wurde weiter gefestigt.

Gründungszeremonie: Tagung „Green and Clean Energy“ in Shijiazhuang
Mit der Tagung „Green and Clean Energy“ am 20. März 2018 in der Provinzhauptstadt Shijiazhuang wurde das Konzept des neuen Instituts der Firma Clean Energy Science and Technology Co. Ltd und der Provinzregierung jetzt feierlich erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Tagung wurde unter der Mithilfe von Professor Scherer beziehungsweise der HAW Hamburg als „Co-Organizer “ ausgerichtet. Der Untertitel lautete: „Hebei – Brandenburg – Agricultural Biomass Energy Industry Forum“, weil auch das Land Brandenburg daran beteiligt war.

Da Prof. Dr. Ing. Rainer Stank, ebenfalls im Team des Forschungsschwerpunkts Biomassenutzung Hamburg, wegen einer weiteren Kooperation der Hochschule mit China bereits vor Ort war – gemeinsam mit der University for Science and Technology Shanghai betreibt die HAW Hamburg das „Shanghai–Hamburg College“ (SHC) –, hat er bei der Tagung Professor Scherer mit seinem Vortrag vertreten.

Im Rahmen der Tagung wurde das Gründungsdokument des „Dingzhou Sino-Germany Institute of Agriculture & Biomass Energy“ feierlich entrollt. Mit auf der Bühne waren bei der Zeremonie lediglich vier Personen: Professor Stank, Herr Hu, der Oberbürgermeister von Dingzhou und der leitende Beamte des Landwirtschaftsministeriums der Provinzregierung.

Insgesamt haben an der Tagung 296 Personen teilgenommen, darunter hochrangige Vertreter der Provinzregierung: der Chefsekretär der Provinz Hebei sowie die leitenden Beamten für Auslandsfragen, für Umweltfragen, für Landwirtschaft und für Entwicklungsangelegenheiten der Provinz Hebei, ferner der Vizepräsident des Biogasverbandes China, Li Jingming. Auch das „Shanghai–Hamburg College“ (SHC) nutzte die Gelegenheit dieser Konferenz, um Kontakte nach Hebei zu knüpfen, so war der Dekan Prof. Dr. Jianqi Shen des SHC ebenfalls dabei.

Biogasanlage in Dingzhou

Im Anschluss an die Tagung konnte Professor Stank am nächsten Tag die Biogasanlage in Dingzhou besichtigen und weitere Fachgespräche führen. Die Biogasanlage in Dingzhou wurde auf der Basis einer Milchstation mit 8000 Kühen gebaut, die jede etwa 8.000-10.000 Liter Milch produziert, und 1 Liter Milch bedeuten etwa 2,5 Liter Gülle. Ohne Biogastechnik würde eine unkontrollierte Methanbildung das Klima weiter belasten. Mit etwa 4 Megawatt Permanentleistung entspricht die Anlage etwa der Leistung eines Windparks mit 15 Megawatt.

Das gereinigte Bio-Methan wird auf der Anlage direkt eingespeist und ersetzt Kohleheizungen oder kann für klimaneutrale beziehungsweise klimapositive Gasfahrzeuge (weitere Informationen dazu: www.cleanmobilitysystems.de) genutzt werden. Nebenbei werden durch sorgfältiges Recycling der Gärreststoffe unter Anleitung des neuen, benachbarten Instituts kosten- und energieträchtige Düngemittel eingespart und der Agrarboden vor Auslaugung, aber auch Überdüngung geschützt. Wenn alles nach den Plänen der Provinzregierung geht, sollen in den nächsten Jahren noch mindestens zehn weitere Anlagen ähnlicher Größenordnung folgen.


Letzte Änderung: 15.03.11

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