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Besuch der Jugend Forscht Preisträgerin bei der Bundeskanzlerin

Durch unsere Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“  und den Gewinn des 3. Preises im Fachbereich Chemie wurden wir zu einem Empfang bei Bundeskanzlerin Merkel eingeladen. Dieser fand am 22. September 2010 statt. 

Bei unserer Anreise am sonnigen Mittwochvormittag im Bundespresseamt trafen wir alle anderen Preisträger, mit denen wir ein Wochenende lang gebangt, gelacht und getratscht haben, wieder. Zwar funktionierte das Namensgedächtnis nicht, aber zum Glück gab es noch die Identifikation anhand der Projekte: „Ach, du warst doch der mit den Flechten?“, „Nee, der mit der Alpha Cam, Jonas übrigens.“ Gemeinsam wurden wir dann durch enge Sträßchen in Berlin zum Bundeskanzleramt mit einem zweistöckigen Bus gefahren.

Alle mussten dort durch eine Sicherheitskontrolle, wodurch wir viel Zeit zum Klönen hatten. Aber sobald wir im Bundeskanzleramt waren, verstummten die Gespräche, da jeder versuchte, sich so viel wie möglich vom Amt in kurzer Zeit anzuschauen. Unseren Plätzen gegenüber waren ein Rednerpult und das Exponat der originellsten Arbeit aufgestellt. Nach einer kurzen, allgemeinen Rede von Frau Merkel über die Stiftung „Jugend forscht“ wurde das Exponat von den drei Preisträgern persönlich vorgestellt. Frau Merkel war sehr beeindruckt von der Feuerwehrseile aufwickelnden Maschine, die aufgrund der langen Wickelzeit von Seilen entwickelt wurde.

Im Anschluss an die Formalien hatten wir eine halbe Stunde Zeit mit der Bundeskanzlerin zu sprechen. Sie war unerwarteterweise sehr offen und beantwortete in einer unpolitischen Umgangssprache selbst persönliche Fragen wie „Packen Sie Ihren Koffer überhaupt selber?“, „Sie dürfen Ihre Meinung doch gar nicht sagen!“ oder „Was stört Sie an diesem Beruf? Ist er im Verhältnis zur Arbeit nicht unterbezahlt?“. Sie ist eine aufgeschlossene, geduldige und zielbewusste Kanzlerin. Manche hatten gehört, dass sie sehr dominant sei und es schwierig sein soll, mit ihr Verhandlungen zu führen – klar, wusste sie, was sie wollte und ein wenig Dominanz benötigt sie, um Vorhaben durchzusetzen, was man schließlich auch von ihr erwartet. Trotz der großen Anstrengungen der New York Reise vom Vortag, meisterte sie die Stunde mit einem Haufen Jungforscher bestrebt den Charakter des Staatsoberhaupts zu erforschen.

Als Frau Merkel sich  zum Treffen der OECD aufgemacht hatte, bekamen wir eine Führung durch das symmetrisch gebaute Bundeskanzleramt mit all seinen Besonderheiten. Um 17:30 Uhr brachen wir ebenfalls zum Einchecken ins Hotel und anschließend zum Essen ins Hotel „Luise auf. Die Bayern stöhnten über die bayerische Woche, die gerade in dem Hotel war, da sie schließlich täglich bayrisch aßen. Dann beschwerten sie sich aber, dass das Essen nicht wirklich bayrisch war (Reis mit Paprika und Putenschnitzel – tja, was soll man machen). Manche von den Hartgesottenen gingen nach dem Abendbrot noch in die Stadt, die meisten jedoch schlichen sich ins Hotel und gingen schlafen.

Am nächsten Morgen hatten wir eine kleine Stadtrundfahrt, die an der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen endete. Ein Zeitzeuge führte uns durch das ehemalige Stasi-Gefängnis und erzählte uns die an ihm selbst erlebten Methoden der Stasi die Psyche der Menschen zu brechen (dazu eine Dokumentation „Der irrationale Rest“ und ein Buch „WALL-Die Kontrolle der Bilder“). Es war schrecklich zu zuhören, da man die Qualen aus erster Hand erfuhr, die zwischen 1953 und 1991 den unschuldigen Insassen zugefügt wurden.

Danach kam der erträglichere Teil der Führung: Man zeigte uns die detektivische Arbeit, wie Kommunikationsschriften an Wänden gesichtet und gesichert werden. Meist waren es winzig kleine, kaum lesbare eingekratzte Notizen an den Wänden. Zuletzt aßen wir gemeinsam im Hotel Kolumbus zu Mittag und wurden dann zum Bahnhof gefahren. Viele, die später fuhren, begleiteten ihre neuen Freunde zum Gleis und winkten so lange, bis der Zug nicht mehr zu sehen war.

Kontakt:

HAW Hamburg
Fakultät Life Sciences
Prof. Dr. Gesine Witt
T +49.40.428 75-6417
M 01520-1801731
gesine.witt(@)haw-hamburg.de

Letzte Änderung: 01.09.11

An die Redaktion

Gotja Schaffrath im Gespräch mit Frau Bundeskanzlerin Merkel.

Dagny Ullmann und Gotja Schaffrath im Bundeskanzleramt in Berlin