Mobile Arbeitnehmer leisten einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Wirtschaft, und ihr Einfluss nimmt weiter zu, sobald sie in die Lage versetzt werden, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Die europäische Freizügigkeit für Arbeitnehmer birgt jedoch auch eine Reihe von Risiken für die Arbeitnehmer. Prävention ist erforderlich.
In Hamburg, Madrid, Sofia und Kiew wird ein Netzwerk transnationaler Zentren eingerichtet, das darauf zugeschnitten ist, die Prekarität mobiler Arbeitnehmer in Europa zu verringern. Mit frühzeitigen Präventionsmaßnahmen wird es die grenzüberschreitende Arbeitskräftemobilität unterstützen und mobile EU-Bürger und Migranten, die mit regulärem Status in Aufnahmeländern in der EU arbeiten, vor Ausbeutung, Diskriminierung und Dequalifizierung schützen.
Die Zentren werden sowohl transnationale Migrantenberatung anbieten als auch hochspezialisierte Berater zu den Anforderungen der Arbeitsmärkte im Kontext der zirkulären Migration ausbilden. Den Auszubildenden wird ein Mentor zugewiesen, und sie lernen die neuesten nationalen und internationalen Trends kennen, entwickeln innovative Fähigkeiten, sammeln praktische Erfahrungen und unterstützen Ratsuchende.
Die Beratungszentren sind die Flaggschiff-Initiative eines vom Erasmus+-Programm finanzierten Projekts mit dem Namen „Transnational Migrant Counselling for Decent Work” (TRAM4DW). Unter der Leitung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) wird das Projekt von einer Partnerschaft aus neun Organisationen – Universitäten, Forschungszentren und NGOs – aus fünf Ländern durchgeführt: Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Bulgarien und der Ukraine.
Angesichts des europaweiten Mangels an qualifizierten Arbeitskräften in Branchen wie dem Bauwesen, der Landwirtschaft oder der Pflege zielt das Projekt TRAM4DW darauf ab, die Arbeits- und Sozialteilhabe mobiler Arbeitnehmer in der EU durch den Aufbau präventiver Beratungskapazitäten zu verbessern.
Neben der Einrichtung transnationaler Hubs wird in den nächsten drei Jahren eine Reihe von Schulungs- und Netzwerkaktivitäten durchgeführt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Schaffung neuer Berufsprofile im Zusammenhang mit der transnationalen Migrantenberatung liegt.
Bei diesen Aktivitäten handelt es sich um hybride und online stattfindende Fortbildungsseminare, Workshops und Networking-Veranstaltungen, die sich an Fachleute für Migrationsberatung, Arbeitsberater, Sozialarbeiter, Studierende und Wissenschaftler, Arbeitgeber, Vertreter der Sozial- und Arbeitsbehörden sowie der Zivilgesellschaft richten.
Projektwebsite: www.tram4dw.eu