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Forschungsthema des Monats

Professor Stöcker mit Studierenden im Newroom.

Der erste Jahrgang Masterstudierende Digitale Kommunikation; hier im Treppenhaus des Neubaus in der Finkenau. Fotos: Sebastian Isacu

Erster hochschuleigener Newsroom in Deutschland

05.05.2017

Der Wandel der Medienwelt ist in vollem Gang. Traditionelle Geschäftsmodelle und Akteure werden abgelöst. Jeder kann potentiell global publizieren. Medienhäuser, Rundfunkanstalten und Kommunikationsabteilungen müssen reagieren. Höchste Zeit, die journalistische Ausbildung neu auszurichten.

Mit dem Erfolg des World Wide Web änderte sich die Art, wie Nachrichten und andere Informationen publiziert und rezipiert werden. Soziale Medien und Suchmaschinen eröffneten neue Formen der Erschließung und Weiterreichung von Inhalten. Der Siegeszug des mobilen Internets stellte dann einmal mehr nicht nur journalistische und mediale Darstellungs- und Darreichungsformen auf den Kopf; auch etablierte Erlösmodelle des Onlinejournalismus müssen sich neu erfinden.

Sowohl die großen Medienhäuser und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als auch die Kommunikationsabteilungen von Unternehmen und Organisationen sehen sich einer in ständigem Wandel befindlichen Umwelt gegenüber. Nutzungsweisen, Zugänge, Plattformen und die Interessen und Vorlieben der Nutzer verändern sich fortlaufend. Traditionelle Geschäftsmodelle und Methoden der Reichweitengewinnung sind in ihrer Existenz bedroht. Plötzlich spielen vergleichsweise neue Akteure zentrale Rollen auf der medialen Bühne.

Algorithmen und Suchmechanismen beispielsweise spielen nun bei der Zusammenstellung der "Informationsdiät" einer ständig wachsenden Zahl von Lesern oder Zuschauern eine zentrale Rolle. Neue Verbreitungswege berauben die klassischen Gatekeeper wie Journalisten ihrer Alleinstellungsmerkmale. Auf Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube oder Instagram kann potentiell jeder global publizieren. Neue Verbreitungswege, die sich stark an gemessenem Nutzerinteresse orientieren, können den Inhalten ein weltweites Publikum verschaffen, bei denen das früher unmöglich gewesen wäre.

Entwicklungen erfordern neue Wege in Lehre und Forschung

Unter dem Dach des Competence Centers Communication, kurz CCCOM, lernen seit dem Sommersemester 2017 jeweils 24 Masterstudierende den Umgang mit und die souveräne Bewegung in dieser neuen Medienwelt; in einem eigens dafür eingerichteten Newsroom in der Fakultät Design, Medien und Information (DMI) am Kunst- und Mediencampus Hamburg/Finkenau. (Die HAW Hamburg berichtete.)

Nach dem Vorbild US-amerikanischer Journalistenschulen funktioniert der Newsroom als teaching hospital: Die Studierenden lernen nicht nur Grundlagen, Darstellungsformen und Anwendungsgebiete der Digitalen Kommunikation, sie produzieren ebenfalls ein eigenes Onlinemagazin: FINK HAMBURG.

Es berichtet über das Geschehen in und um Hamburg, tagesaktuell, multimedial, sowohl im stationären WWW als auch mobil. Darüber hinaus werden die relevanten Social-Media-Plattformen in Berichterstattung, Themenfindung und Reichweitensteigerung einbezogen – ganz so, wie das Medienhäuser und Kommunikationsabteilungen längst tun müssen. Ziel des Studienganges ist die Befähigung der Studierenden, sich sowohl wissenschaftlich als auch als Praktiker mit der neuen Medienwelt auseinanderzusetzen.

Der HAW-Newsroom als Forschungslabor

In der Planung ist beispielsweise ein Projekt, das sich mit der Entwicklung von audiovisuellen Medienformaten für den öffentlichen Raum auseinandersetzt, in Kooperation mit Professorinnen und Professoren aus dem Department Medientechnik. Ein departmentsübergreifender Projektantrag ist in Arbeit zur Einrichtung eines Labors für die Erforschung von Anwendungen im Bereich von: Augmented Reality, Virtual Reality und öffentlich zugänglichen Multimediawänden. An der Produktion von Inhalten ist der HAW-Newsroom beteiligt. Auch die Entwicklung anderer innovativer Medienformate ist geplant, in enger Zusammenarbeit mit den zahlreichen Praxispartnern des Studiengangs, darunter die Deutsche Presseagentur, SPIEGEL ONLINE und Unternehmen wie Olympus, Beiersdorf, Evernote sowie das Hamburger Start-up Just Software.

In Aussicht steht ebenso die Beteiligung an einem umfangreichen Kooperationsprojekt unter anderem mit den Universitäten Münster und Braunschweig. Darin geht es um die Erkennung und Abwehr automatisierter Propaganda-Angriffe in Internetforen und sozialen Medien. Dieser Bereich wird aktuell unter dem Schlagwort "Social Bots" verhandelt. Dieses Projekt wird von Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. 

Lehrprojekt "HAW-Newsroom" an der Fakultät DMI

Das Projekt „HAW-Newsroom“ unter dem Dach des CCCOM an der Fakultät DMI ist mit dem Sommersemester 2017 gestartet. Die ersten Studierenden, die ihren Masterabschluss in Digitaler Kommunikation erhalten, werden die Hochschule am Ende des Wintersemesters 2018/19 verlassen. Nach dem Jahr im Newsroom erarbeiten die Studierenden im zweiten Studienjahr zwei Praxisprojekte, in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder einer Organisation. Die Masterarbeit entsteht gleichfalls in Kooperation mit Partnern aus der Praxis.

Organisation

Leiter des CCCOM ist Prof. Dr. Steffen Burkhardt, Prodekan der Fakultät DMI für den Bereich Internationales. Leiter des Studiengangs "Digitale Kommunikation" ist Prof. Dr. Christian Stöcker. Bis August 2016 leitete er das Ressort „Netzwelt“ von SPIEGEL ONLINE. Zum Team des HAW-Newsrooms gehören außerdem Lena Frommeyer, ehemals Leiterin der Online-Redaktion von „Szene Hamburg“, Lea Wolz, zuvor Onlineredakteurin für Gesundheit und Wissenschaft und Teamleiterin Wissen beim stern, sowie Dr. Hanna Klimpe, vorher Redakteurin Digitale Medien/Presse des Thalia Theater Hamburg. Das Projekt ist zunächst auf vier Jahre angelegt.

Perspektive

Ein Ende der exponentiell verlaufenden Digitalisierung von Wirtschaft, Gesellschaft und Medienwelt ist nicht absehbar. Der Studiengang Digitale Kommunikation reagiert darauf mit flexiblen Strukturen, einem Austausch mit Praxispartnern und einem hochkarätig besetzten Beirat. Für eine Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten aus Design, Fotografie, Medientechnik, Medieninformatik, Game Design oder Suchmaschinenforschung bietet die Fakultät DMI ideale Voraussetzungen. 

All das stellt sicher, dass die Lehre im Newsroom wie auch die praktischen Projekte der Studierenden stets auf der Höhe der Zeit sind. Im CCCOM werden darüber hinaus Forschungsprojekte zu einschlägigen medienwissenschaftlichen Fragen bearbeitet – aktuell etwa die Wechselwirkung von sozialen und traditionellen Medien. Weiterhin ist ein Projekt geplant, das sich mit "Social Bots" und anderen automatisierten Systemen zur versteckten Beeinflussung der öffentlichen Meinung wissenschaftlich auseinandersetzt. (Text: CCCOM, redaktionell bearbeitet von HAW Hamburg/Presse und Kommunikation)

Weitere Informationen:
FINK HAMBURG Website: www.fink.hamburg
FINK HAMBURG auf Facebook: www.facebook.com/fink.hamburg
FINK.HAMBURG‏ auf Twitter: twitter.com/Fink_Hamburg
FINK HAMBURG auf Instagram: www.instagram.com/fink.hamburg
FINK HAMBURG auf YouTube: bit.ly/FINK_HAMBURG
CCCOM Website: www.haw-cc.com/digitale-kommunikation

KONTAKT
Fakultät Design, Medien und Information (DMI)
Competence Center Communication (CCCOM) am Department Information
Prof. Dr. Christian Stöcker
Studiengangleiter Digitale Kommunikation
christian.stoecker(@)haw-hamburg.de
 

Letzte Änderung: 18.07.16

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