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Open Access – Rechtliche Fragen

Bei der Publikation von Open-Access-Publikationen müssen auch rechtliche Aspekte beachtet werden. Das Urheberrecht ist dafür am wichtigsten. Es schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen und in der Nutzung des Werkes.

Im Gegensatz zur Veröffentlichung über einen Verlag, bei der regelmäßig weitreichende Nutzungsrechte zu Lasten des Autors auf den Verlag übertragen werden, verbleiben die Rechte für die weitergehende Nutzung bei einer Open Access Veröffentlichung beim Autor. Es werden nur einfache Nutzungsrechte erteilt.

Empfehlenswert ist, erst gar keine ausschließlichen oder weitreichenden Nutzungsrechte auf den Verlag zu übertragen oder über Embargofristen zu verhandeln. Das Urheberrecht gehört dem Autor!

Goldener Weg

Der Goldene Weg bezeichnet die Erstveröffentlichung eines Werkes in einer Open-Access-Zeitschrift, -Monografie oder -Sammlung.

Beim Goldenen Weg wird das Werk meist über eine sogenannte Freie Lizenz bzw. Open-Content-Lizenz veröffentlicht, die bestimmt, in welchem Rahmen Nutzungsrechte vergeben werden und wie die Nutzer mit dem Werk umzugehen haben.   

Der wesentliche Vorteil beim Goldenen Weg ist, dass Sie als Urheber weniger Rechte abtreten. Während beim normalen Verlagsvertrag ausschließliche Nutzungsrechte an den Verlag abgetreten werden, werden beim Open Access Verlagsvertrag meist nur einfache Nutzungsrechte erteilt.

Das Werk wird dann über eine Freie Lizenz veröffentlicht, in der die Voraussetzungen für die Vervielfältigung und Nutzung geklärt sind. Meist geschieht dies in der Form einer Open Content Lizenz(Link zu Open Content Lizenzen), also einen standardisierten Vertrag, durch den der Autor Nutzungsrechte für die allgemeine Öffentlichkeit erteilt, um ein möglichst großes Publikum erreichen zu können.

Entgegen der allgemein häufig anzutreffenden Befürchtung, der Autor würde durch eine Open-Access-Veröffentlichung all seine Rechte verlieren, bleibt für diesen Schutz bestehen. Sowohl das Recht auf Anerkennung des Werkes als auch die Garantie, dass das Werk nicht entstellt werden darf, bleiben bestehen.

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Grüner Weg

Als Grüner Weg wird die Zweitveröffentlichung in einer Open Access Publikation/Repositorium, bezeichnet. Das bedeutet, dass das Werk bereits auf dem klassischen Weg über einen Verlag veröffentlicht wurde. Hier ist zu beachten, welche Rechte an den Verlag abgetreten wurden, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung. Es muss also geprüft werden, ob man immer noch das Recht hat, das Werk zu vervielfältigen, und in welcher Form. Die meisten Verlage räumen das Recht ein, Preprints zu veröffentlichen. Preprint meint die Version des Werkes ohne Revisionen und Formatierungen des Verlags. Selbst das ist jedoch nicht bei allen Verlagen zulässig, während andere auch die Verbreitung von Verlagsversionen erlauben. Wichtig: Sonderabsprachen sollten immer in Schriftform eingeholt werden, um Rechtssicherheit zu gewährleisten.

Auf Sherpa Romeo – einem Vergleichsportal für Verlagsverträge - können Sie prüfen wie einzelne Verlage und Zeitschriften mit den Rechten des Autors normalerweise umgehen und wie diese Verlage zu Zweitveröffentlichungen in Hochschulrepositorien stehen.

SHERPA/RoMEO Search

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Miturheberschaft, Datenschutz und Embargofristen

Es muss zudem beachtet werden was die Miturheber denken. In der Wissenschaft werden viele Werke schließlich von mehreren Urhebern veröffentlicht. Dabei haben grundsätzlich alle Urheber die gleichen Rechte. Will nun einer der Autoren ein mit anderen zusammen verfasstes Werk veröffentlichen, bedarf er der Genehmigung der Mitautoren. Dementsprechend müssen alle Urheber dem Publikationsweg und etwaigen Zweitveröffentlichungen zustimmen, bestenfalls schriftlich.

Abgesehen vom eigentlichen Text ist auch zu beachten, welche Daten verwendet wurden. Wenn das Werk in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen entstanden ist, können sensible Daten enthalten sein, die unter das Betriebsgeheimnis fallen. Unter Umständen dürfen diese erst nach bestimmten Fristen veröffentlicht werden.

Bei personenbezogenen Daten müssen ebenfalls Verschwiegenheitsklauseln und Fristen beachtet werden.

Das Urheberrechtsgesetz sieht eine Sonderstellung für Sammlungsbeiträge vor und benennt eine Sperrfrist von einem Jahr (Embargofrist), wenn der behandelte Beitrag in einer Sammlung erscheint. Danach kann der Urheber des Beitrages sein Werk wieder verbreiten, vervielfältigen und veröffentlichen, z.B. auch im Open Access. Nachzulesen ist dies im Paragraph 38 des Urheberrechtsgesetzes.

Sprich, manche Daten dürfen gar nicht, andere erst nach einer bestimmten Zeit, veröffentlicht werden.

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Fotos und Abbildungen

Auch Fotos und Abbildungen sind häufig urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit Zustimmung des Fotografen veröffentlicht werden.

Des Weiteren ist das Recht am eigenen Bild zu beachten. Wenn eine Person auf einem Foto identifizierbar ist, so muss die abgebildete Person der Veröffentlichung zustimmen. Dies gilt jedoch nicht bei Fotos von großen Gruppen oder wenn die Person Teil des Hintergrunds ist. Im Zweifelsfall ist es immer besser, die Erlaubnis einzuholen.

Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie

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Open Content Lizenzen

Open Content-Lizenzen sind standardisierte Verträge, durch die der Rechteinhaber Nutzungsrechte an jedermann einräumt. Die dient dazu, das Werk einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wichtig hierbei zu beachten ist die Frage, ob man nicht bereits einem Verlag ausschließliche Nutzungsrechte eingeräumt hat.

Open Content Lizenzen dienen dazu, Inhalte unter klaren Bedingungen frei verfügbar zu machen. Dafür gibt es verschiedene Lizenzanbieter. Die Hauptunterschiede zwischen den Lizenzen beziehen sich meistens auf die kommerzielle Nutzung. Hier wird meist klar unterschieden, ob Inhalte kommerziell oder nur privat genutzt werden dürfen. Namensnennung des Urhebers und Nennung der Lizenz sind fast immer notwendig.

Im Zuge der Berliner Erklärung wurde festgelegt, dass ein Werk dann als “echte Open Access” Veröffentlichung gewertet werden kann, wenn sie allen Nutzern unwiderruflich das freie, weltweite Zugangsrecht zu den jeweiligen Veröffentlichungen gewährt - in jedem beliebigen digitalen Medium und für jeden verantwortbaren Zweck. Dies umfasst das Kopieren, Nutzen, Verbreiten, Übertragen und öffentliches Wiedergeben, ebenso wie Bearbeitungen - sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird.

Der größte Unterschied zum Verlagsvertrag liegt darin, dass eben nur einfache Nutzungsrechte - keine ausschließlichen - übertragen werden. Der Autor behält demnach eine stärkere rechtliche Position als bei einer Verlagsveröffentlichung.

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CC-Lizenzen

Creative Commons sind die meistverbreiteten Open Content Lizenzen. Deshalb kann man auch bei Google nach Inhalten mit bestimmten CC-Lizenzen Suchen. Es gibt bei CC-Lizenzen drei Stufen der erlaubten Nutzung, jeweils für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung. Die Namensnennung (Namensnennung CC BY) ist die simpelste Nutzungslizenz, hier muss nur der Urheber genannt werden. Die nächste Stufe ist die Weitergabe unter gleichen Bedingungen (Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-SA). Das bedeutet, wenn man die Inhalte in einem neuen Werk verarbeitet, muss dieses auch unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht werden. Die strikteste Lizenz lässt schließlich nur das Ansehen und Verbreiten der Inhalte zu, jedoch nicht die Bearbeitung (Namensnennung-Keine Bearbeitung CC BY-ND). Der Zusatz NC zeigt außerdem an, dass nur nicht-kommerzielle Nutzung zulässig ist.

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Letzte Änderung: 06.02.18

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