Die Wagenbauschule

Auf Grund des Aufschwunges der Technik im Maschinenbau wurde schließlich 1893 die "Höhere Maschinenbauschule" in Tagesform unter dem Dach der Allgemeinen Gewerbeschule gegründet. Ihr Besuch sollte junge Handwerker befähigen, Stellungen als Betriebsleiter oder Konstruktionszeichner auszufüllen. Der Lehrplan sah deshalb hauptsächlich die Fächer Projektionslehre und Darstellende Geometrie sowie Skizzieren und Maschinenzeichnen vor. Grundlagen der Mathematik und Physik waren als Ergänzung gedacht. Bald ergab sich auf Drängen der Industrie die Notwendigkeit, für spezielle Aufgaben Sonderklassen einzurichten. Auch die Wagenbauschule ging aus den Feierabend- und Sonntagskursen der Gewerbeschule hervor.

1895 befanden sich in den Fachklassen für Stellmacher und Schmiede fünfzig Schüler. "Kunst und nützliches Gewerbe" waren für den Wagenbau nicht zu trennen. Die Wagenbauschule wird in einem Jahresbericht von 1895 als neue Abteilung der Tagesgewerbeschule erwähnt. Sie umfasst eine Unterklasse und eine Oberklasse. Der Unterricht beginnt mit einer Unterklasse Anfang April (1896) und in der Oberklasse Anfang Oktober. Auch hier wird der Schwerpunkt auf Fachzeichnen und Konstruktionslehre gelegt.

Die Fächer Mechanik und Festigkeitslehre ergänzten ab 1910 das Lehrangebot. Eine weitere Ergänzung des Lehrangebotes führte 1922 zur Erweiterung der Ausbildungsdauer auf drei Semester. Nach der wirtschaftlichen Stagnation um 1930 wurden erst Mitte der Dreißiger-Jahre mit dem Aufschwung der Automobilindustrie auch die Schülerzahlen größer. Nach dem Krieg wurde die Studiendauer zunächst auf vier, dann 1953 auf fünf Semester erhöht. Damit war eine Anpassung der Lehrpläne an die Anforderungen der modernen Automobilindustrie möglich. In den Lehrplänen dieser Zeit sind auch die Fächer Omnibusbau, Lastwagenbau und Schienenfahrzeugbau nachweisbar. Hauptsächlich wurde weiterhin die Karosserie-Konstruktion betont. Dieses Fachgebiet ist einmalig in Deutschland. Infolgedessen sind die Absolventen in der ganzen Automobilbranche gefragt.

 

Weiterführende Information in der Festschrift ...