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Vignesh Rajamanickam - MSc Pharmaceutical Biotechnology

»In Hamburg fühle ich mich nicht fremd«

26.08.2013

Vignesh Rajamanickam, India - Mit einem B. Tech in Biotechnologie von der Anna University in Chennai, Indien, in der Tasche war Vignesh Rajamanickam auf der Suche nach einem Masterstudiengang mit Schwerpunkt Bioverfahrenstechnik, um sich den Weg für eine Karriere in der Forschung zu ebnen.

Seine Tante, Leiterin des Fachbereichs Bioinformatik an einer Universität in Chennai, ermutigte ihn dazu, sich an einer amerikanischen Universität zu bewerben, aber Vignesh hatte andere Pläne. „Die Hälfte der weltweit führenden Unternehmen im Bereich pharmazeutische Biotechnologie sitzen in Deutschland, und die indischen Zeitungen sind voll mit Artikeln über deutsche Hochschulen, die englischsprachige Master- und Promotionsprogramme für internationale Studierende anbieten“, erklärt er. „Und es war ganz einfach, sich über Studienprogramme in Deutschland zu informieren. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat ein Büro in Chennai, und sie bieten jeden Monat ein Seminar über Studienmöglichkeiten in Deutschland an. Ihre Datenbank war wirklich sehr hilfreich für mich.“ 

Und welche Rolle spielten Studiengebühren bei seiner Entscheidung? „Fünfzig Prozent“, gibt er zu. „Die Tatsache, dass Studiengebühren in Deutschland subventioniert werden, und das sogar für internationale Studierende, war ein wichtiger Aspekt. Nach einem Masterabschluss an einer amerikanischen Universität wäre ich mit einem Riesenberg Schulden in mein Berufsleben gestartet.“ Dennoch waren die Lebenshaltungskosten in Deutschland ein Schock. „Am Anfang multiplizierte ich alles mit 80, um herauszufinden, was die Dinge in Rupien kosten“, lacht er. „Nach ein paar Wochen habe ich das gelassen. Man kann es einfach nicht vergleichen.“ 

Nach zwei Vorlesungssemestern arbeitet Vignesh nun an seiner Masterarbeit, in der er die Prozessoptimierung bei der Automatisierung biotechnologischer Prozesse untersucht. „Das Studieren in Deutschland ist ganz anders als in Indien. Am Anfang fand ich es schwierig, aber die Professoren und meine Kommilitonen waren immer sehr hilfsbereit, und so hatte ich sehr viel Unterstützung.“ Ihm gefällt die Mischung aus Theorie und Praxis an der HAW Hamburg und die modernen Labors, in denen er seine Studienprojekte durchführte und nun seine Forschungsarbeit macht. 

Vignesh teilt sich mit drei anderen Masterstudenten ein kleines Büro im Forschungszentrum für Bioverfahrensautomatisierung der HAW Hamburg. Einer von ihnen ist Jashwant Kumar, der ein Semester über ihm studiert. „Jashwant schrieb mich über Facebook an, nachdem er meinen Namen auf der Liste der neuen Studierenden gelesen hatte. Er hat mich sehr viel unterstützt, als ich in Hamburg ankam. Er half mir dabei, einen Telefonvertrag abzuschließen und Wintersachen zu kaufen, und er zeigte mir, wo ich indisches Essen kaufen kann. Im letzten Semester nahm ich am weBuddy-Programm teil und half einem Studenten aus Russland, sich in Hamburg einzuleben.“ Das weBuddy-Programm ist ein Begleitprogramm für neue internationale Erstsemester der HAW Hamburg. Sie werden von Studenten in höheren Semestern betreut, die ihnen bei Verwaltungsangelegenheiten und bei der Wohnungssuche helfen und ihnen die Hochschule und die Stadt zeigen. Im Rahmen von weBuddy werden vor Semesterbeginn ein Hamburg Orientierungsprogramm und im Semester weitere Veranstaltungen angeboten, wo man sich besser kennenlernen kann. 

An seinen Erzählungen hört man, dass Vignesh viele Freunde in Hamburg hat. Er teilt sich mit fünf anderen Studierenden aus Deutschland, Italien, Finnland und Spanien ein Apartment im Studentenwohnheim Allermöhe, wo sie zweimal pro Woche gemeinsam kochen. Deutsche Freunde aus seinem Masterprogramm haben ihn auch zu sich nach Hause eingeladen, um ihre Familien kennenzulernen oder zusammen Weihnachten zu feiern. „Ich fühle mich in Hamburg nicht fremd“, sagt er. Wenn man so freundlich aufgenommen wird, ist es leicht, sich zu Hause zu fühlen.“ Dass er ein paar Wörter Deutsch spricht, half ihm ebenfalls dabei, sich schnell einzuleben. Sein Masterprogramm Pharmaceutical Biotechnology ist zwar in Englisch, Bewerber müssen aber als Voraussetzung trotzdem Deutschkenntnisse auf A2-Niveau nachweisen. „Das hat mir wirklich dabei geholfen, mich in Deutschland zurechtzufinden. Und jetzt sprechen meine Kommilitonen die meiste Zeit Deutsch mit mir und ich werde von Tag zu Tag besser“, lächelt er. 

Und wie sehen seine Pläne für die Zukunft aus? „Ich würde gern entweder promovieren oder als Forschungsingenieur im Bereich Bioverfahrenstechnik für ein Pharmaunternehmen in Deutschland arbeiten“, sagt er. „Aber zuerst muss ich meine Eltern in Indien besuchen.“ 

iw
11.12.2013 

Links: 

HAW Hamburg, International Master Programmes
weBuddy: www.facebook.com/groups/weBuddy 
DAAD – Studying in Germany: www.study-in.de

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Letzte Änderung: 13.02.14

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