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Armand Tamouafo Fomé - BSc Flugzeugbau

»Die Erfahrung unter Deutschen zu sein, kam erst in Hamburg«

26.01.2014

Armand Tamouafo Fomé, Kamerun - Draußen ist es am späten Nachmittag schon dunkel und die Temperaturen sind knapp über dem Gefrier­punkt.

Armand Tamouafo Fomé aus Kamerun erscheint zum Gespräch, warm eingepackt und mit einem neuen Schal, den ein Freund ihm vor kurzem geschenkt hat. "Ich bin schon über vier Jahre in Deutschland, aber der Winter ist immer wieder eine Überraschung“, lacht er, auf die Frage, ob er sich inzwischen an die kalten Winter gewöhnt hat.

Armand ist 2009 nach Deutschland gekommen. Nach einem Deutschkurs an der TU in Dortmund wechselte er im Sommersemester 2010 an die HAW Hamburg, um Flug­zeug­bau zu studieren. In seinem Heimatland hatte er bereits zwei Jahre Physik studiert, aber Lehrer zu werden oder in die Forschung zu gehen, waren für ihn keine Optionen. So entschied er, seinen Cousins zu folgen und in Deutschland Ingenieur­wissenschaften zu studieren. „Ich wollte etwas Praktisches studieren und Deutschland ist sehr bekannt für Ingenieurwissen­schaften.“ 

Er kann nicht sagen, dass er schon immer davon geträumt hat, Flugzeugbau zu studieren, aber das Studium macht ihm großen Spaß, auch wenn er mit manchen Fächern zu kämpfen hat. „Im ersten Semester habe ich in den Vorlesungen nur zugehört und habe dann Zuhause vieles nachgelesen. Was sehr geholfen hat, war meine Lerngruppe“, erzählt er. In der ersten Semesterwoche werden Gruppen von fünf oder sechs Studie­renden gebildet, die das Orientierungsprogramm gemeinsam durchlaufen und hinterher eine Lern­gruppe bilden. „Ich habe auch an den Tutorien von Team Studieneinstieg (TSE) teilgenommen. Hier lernt man wie man sein Studium organisiert, strukturiert studiert und seine Zeit gut managt. Aber am Ende ist es auch sehr viel Selbstdisziplin. Es hat ein paar Semester gedauert bis ich das wirklich drauf hatte“, gibt er zu.

Inzwischen ist auch er Tutor geworden – für »PSI: Projekt Studium International«. Er leitet eine internationale Kleingruppe für das Fach Maschinenelemente und unter­stützt Kommilitonen und Kommilitoninnen mit Übungen und Prüfungsvor­bereitungen. Er ist auch Tutor im Carl Malsch Haus, im Wohnheim in Altona, wo er seit 2010 in einer WG mit zehn anderen Studierenden wohnt. „Beim Deutschkurs in Dortmund war ich nur mit Kamerunern zusammen. Wir haben Französisch gesprochen und es war schön, nicht allein in einer fremden Welt zu sein“, erzählt er von seinen ersten Monaten in Deutschland. „Die Erfahrung unter Deutschen zu sein, kam erst in Hamburg.“ Das Wohnheim spielte hierbei eine wichtige Rolle. Das Haus achtet darauf, dass es einen Nationalitätenmix gibt und dass 50% der Bewohner Deutsche sind. Es werden gemeinsame Kultur- und Kochabende sowie Sommer­­feste organisiert. „Meine Mitbewohner sind richtig nett und offen. Wir machen viele Sachen zusammen. Die Kameruner haben zum Beispiel für alle Mitbewohner einen Kamerun-Abend organisiert. Wir haben gemeinsam gekocht und eine Modenschau veranstaltet.“

Integriert zu sein ist für Armand sehr wichtig und mit ein Grund dafür, dass er seit drei Semestern im Blended-Wing-Body (BWB) Team mitarbeitet. In den ersten zwei Semestern gehörte er zur Gruppe „Campus Präsenz“, mit der Aufgabe, Plakate und Flyer zu entwickeln sowie die Website zu pflegen, um das BWB Team in der Hochschule und auf Messen bekanntzumachen. In diesem Semester ist er Mitglied in der Gruppe „Instand­setzung“. „Beim letzten Testflug gab es bei der Landung leider einen Crash. Wir werden das Flugzeug wieder herrichten, damit es weiterhin auf Messen gezeigt werden kann.“ Mit dem BWB Team hat er gelernt, in einer Gruppe zu arbeiten, aber auch das Studium an der HAW Hamburg hat ihm viel Praxis­nähe gebracht. „Wir machen Exkursionen, hören Vorträge von Menschen aus der Industrie und machen Studien­projekte. Das alles vermittelt mir eine gute Vorstellung von dem, wie es in der Industrie läuft.“

Armand steht kurz vor dem Abschluss seines Flugzeugbaustudiums. Nächstes Semester will er seine Bachelor-Thesis bei Airbus schreiben. Durch seinen Professor für sein Schwerpunktprojekt hat Airbus ihm ein Thema angeboten. Er soll Versuche mit Faserverbundmaterialien durchführen, Modelle testen und bewerten. „Es ist für mich eine große Chance für Airbus zu arbeiten. Ich fühle mich sehr wohl in Deutsch­land und möchte hier gern als Ingenieur arbeiten.“ Wir wünschen viel Erfolg!

iw
05.12.2103

Links: 

HAW Hamburg, Department Fahrzeugtechnik & Flugzeugbau
BWB Website 
Team Studieneinstieg (TSE)  
Projekt Studium International PSi 
Carl Malsch Haus

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Letzte Änderung: 13.02.14

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