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Informationen für:

Studierfähigkeit von Geflüchteten - Kompetenzen für eine plurale Gesellschaft

Mit dem Projekt „Studierfähigkeit von Geflüchteten – Kompetenzen für eine plurale Gesellschaft“ setzt sich die HAW Hamburg zum Ziel, durch konsequente Lebenslagen- und diversitätssensible Ressourcen- und Kompetenzorientierung Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung ihren Fähigkeiten entsprechende Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen. Um dies zu ermöglichen, versteht sich die HAW als Lernende Organisation, die bereit ist, Veränderungsprozesse einzuleiten, welche die Pluralität der Gesellschaft als Potenzial und Impuls für die eigene Entwicklung aufgreift. Hierfür wurden und werden zukünftig konkrete Maßnahmen zur bedarfsgerechten Unterstützung und Begleitung von Geflüchteten und Migrant*innen bei der Vorbereitung und Aufnahme eines Studiums an der HAW Hamburg sowie über den gesamten Student Life Cycle hinweg initiiert und umgesetzt.

Die erste Maßnahme im Rahmen des Projektes "Studierfähigkeit von Geflüchteten" ist das Programm KOMPETENZ KOMPAKT, ein konsequent kompetenz- und lebenslagenorientiertes Studienvorbereitungsangebot für geflüchtete Studieninteressierte. Mit KOMPETENZ KOMPAKT bietet die HAW Hamburg qualifizierten geflüchteten Studieninteressierten ein kostenloses Vorbereitungs-Semester an, das Beratung rund um das Studium, den Besuch von ausgewählten Lehrveranstaltungen und eine Begleitung durch multilinguale Fach- und Welcome-Tutorien umfasst. Derzeit nehmen 25 geflüchtete Studieninteressierte am Studienvorbereitungssemester KOMPETENZ KOMPAKT teil, besuchen 32 Lehrveranstaltungen aus allen 4 Fakultäten (Schwerpunkt: Technik und Informatik 80%) und 18 studienbegleitende Tutorien und Kurse.

In Zusammenarbeit mit dem Garantiefonds Hochschule und einem auf Hochschulsprache spezialisierten Sprachkursanbieter (IBH Hamburg e.V.) hat das Projekt einen zusätzlichen Hochschulsprach-Kurs in den Räumen der Hochschule ermöglicht. Der Intensivsprachkurs, an dem 18 geflüchtete Studieninteressierte teilnehmen, ist eingebettet in das Rahmenprogramm KOMPETENZ KOMPAKTlight, das den Besuch von regulären Lehrveranstaltungen, ein gestrecktes Orientierungsmodul und multilinguale Fachtutorien umfasst.

Parallel zur Konzeptentwicklung und Umsetzung dieser konkreten Unterstützungsmaßnahmen für geflüchtete Studieninteressierte, arbeiteten die Projekt-Mitarbeiterinnen intensiv an Kultur- und Strukturtransformationsprozessen an der Hochschule:

  • Softwaretechnische Unterstützung des Gasthörer-Verfahrens für Geflüchtete über HISinOne
  • Einrichtung eines offenen Studier- und Lernraumes für Geflüchtete 
  • Mitarbeit an der Änderung der Immatrikulationsordnung und der Auswahlordnung für geflüchtete Studieninteressierte (derzeit in der Umsetzung)
  • Akquise erheblicher zusätzlicher Drittmittel (DAAD-Integra und -Welcome, Unternehmensspende zur Ausstattung des offenen Studierraumes, Privatspende für das Projekt etc.). 


Weiterer wichtiger Baustein des Projektes „Studierfähigkeit von Geflüchteten“ ist die Konzeption, Entwicklung und Erprobung eines Kompetenzerfassungsinstrumentes als Grundlage zur Zulassung von Geflüchteten ohne formal nachweisbare Studienqualifikation entsprechend des KMK-Beschlusses vom 03.12.2015: „Hochschulzugang und Hochschulzulassung für Studienbewerberinnen bzw. Studienbewerber, die fluchtbedingt den Nachweis der im Heimatland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung nicht erbringen können.“ Am 30. Mai hat hierzu eine Informationsveranstaltung zu „KODE – Kompetenz, Diagnostik und Entwicklung“ sowie ein Sollprofil-Workshop mit dem Modell-Department Informatik stattgefunden.  

Mit der Änderung der Immatrikulationsordnung der HAW Hamburg und der Aufnahme des § 15 Geflüchtete Studieninteressierte/Vorbereitungsstudium ist ein wichtiger Schritt getan, um die Hochschulentwicklung der HAW Hamburg entlang der Kategorie Flucht und Migration voranzutreiben, um sie damit als Hochschule in einer pluralen Gesellschaft zu positionieren. Die wachsende migrationsbedingte Pluralisierung der Studentenschaft in der Metropolregion Hamburg lässt die Prognose zu, dass der HAW zukünftig eine noch zentralere Rolle bei der Aufnahme einer heterogenen Studierendenschaft zukommt. Um den damit verbundenen Herausforderungen, aber auch Chancen in Richtung einer gelebten Internationalisierung, gerecht werden zu können, bedarf es mehr als einer „Gleichstellung“ von Studienbewerber*innen – vielmehr gilt es konsequent, die Lebenslage der Studierenden zu berücksichtigen und strukturelle Barrieren, wie sie z.B. Kapazitätsbegrenzungen mit sich bringen, weiter systematisch in Transformationsprozesse zu überführen.

Siehe auch: "Neues Vorbereitungssemester für geflüchtete Studieninteressierte", Blaupause 01.06.2017

Laufzeit: Dezember 2018

Letzte Änderung: 09.09.17

An die Redaktion

Studierfähigkeit von Geflüchteten an der HAW Hamburg - Kompetenzen für eine plurale Gesellschaft

Projektkoordination

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20099 Hamburg
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