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Von links: Nico Baumgarten, Stefan Rahner, Teresa Pistorius, Linn Schröder, Marie Hoffmann, Hasibe Lessmann, Signe Heldt, Antonio Adam, Vincent Kohlbecher. Foto: Thomas Engel

„Haus/Behausung/Obdach“ – Semesterprojekt auf der Triennale 2018

07.06.2018
Im Rahmen der diesjährigen Triennale der Photographie werden ausgewählte Arbeiten eines Fotoprojekts von Studierenden der HAW Hamburg im Altonaer Museum ausgestellt. Die Eröffnung am Mittwochabend war bereits ein voller Erfolg, während die zentrale Eröffnungswoche der Triennale am 7. Juni beginnt.

Das Semesterprojekt der HAW Hamburg ist Teil der Gruppenausstellung [HOME] zur Triennale der Photographie in Hamburg. Vom 8. bis zum 26. Juni 2018 setzt sich die Ausstellung auf kritische Weise mit dem Ort und dem Gefühl des „Zuhauseseins“ auseinander. „Es geht darum, wie wichtig ein Zuhause ist und inwiefern diese private Sache des Zuhauseseins auch mit großen politischen Sachverhalten zu tun hat“, erklärt Kurator Nico Baumgarten in seiner Begrüßung dem vielzähligen Publikum, das sich am 6. Juni zur Ausstellungseröffnung im Foyer des Altonaer Museums versammelt hat. Da geht es beispielsweise um die persönliche Geschichte von Joseph Maher der von Homs in Syrien nach Moers in Deutschland geflüchtet ist – oder aber um die Esso-Häuser in Hamburg.

Im Publikum anwesend sind auch die sechs Studierenden Antonio Adam, Signe Heldt, Hasibe Lessmann, Teresa Pistorius, Marie Hoffmann und Evan Berg der HAW Hamburg, deren Arbeiten im Zuge eines Semesterprojekts für die Ausstellung ausgewählt wurden. Die Dozenten Prof. Vincent Kohlbecher und Prof. Linn Schröder erzählen, dass dieses Projekt zum ersten Mal stattgefunden und wie es angefangen hat. „Wir wurden ein Jahr vor der Triennale direkt von Stefan Rahner angesprochen mit dem Vorschlag ein Projekt zum Thema [HOME] zu leiten“, erzählt Kohlbecher. Der Vorschlag den Titel mit „Haus/Behausung/Obdach“ offener zu gestalten, kam von den Dozenten selbst. Damit waren die Studierenden sehr frei, woran sie im Laufe eines Semesters arbeiten wollten. Der Begriff Obdach zum Beispiel wurde von einigen Studierenden in seinem offensichtlichen Zusammenhang zur Obdachlosigkeit betrachtet. So auch von Hasibe Lesmann, die in ihrem Projekt die Schlafplätze von Hamburger Obdachlosen fotografierte.

Sie und circa 25 weitere Studierende arbeiteten für ein Semester an ihren eigenen Projekten mit dem Wissen, dass am Ende eine Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten auf der Triennale entstehen soll. Ungefähr vor einem halben Jahr wurde dann eine Vorauswahl von 16 Arbeiten den Kuratoren Rahner und Baumgarten vorgelegt von denen letztendlich fünf für die Ausstellung ausgewählt wurden – eine große Ehre finden sowohl Dozenten wie Studierende!

Darunter sind auch die Studentinnen Marie Hoffmann und Teresa Pistorius, die ihre Arbeit „350 Lumen“ zu zweit realisiert haben. 350 Lumen steht für die Lichtstärke der Taschenlampe, mit der die beiden Frauen im Dunkeln verschiedene Behausungen ausgeleuchtet haben. Es ging dabei darum verschiedene Behausungsarten darzustellen – egal ob von Mensch oder Tier. „Es war ein sehr aufwendiges Projekt, weil wir die Fotos nur nachts machen konnten und viel ausprobieren mussten. Aber es macht so viel Spaß, dass wir es auch nach der Ausstellung weiterführen werden“, erzählt Teresa Pistorius. Kurator Nico Baumgarten beschreibt die Fotografien als „Plattformen seiner Phantasie, die es erlauben die Gedanken fließen zu lassen“. Und so erklärt sich Marie Hoffmann auch, warum die Reaktionen auf ihre Arbeiten so unterschiedliche sind. „Das grelle, weiße Licht der Taschenlampe führt dazu, dass das Innere der Behausung nicht fassbar ist“, sagt sie, „dadurch wird die Fotografie eine Projektionsfläche der eigenen Phantasie. Während einige Betrachter sich vor diesem Ungewissen eher fürchten, betrachten es andere als ein heimeliges Gefühl“.

Auch Student Antonio Adam beschreibt seine Fotografien, die im Wald entstanden sind als Phantasieraum. „Es sind eher Vorstellungen von Behausung oder Metaphern, die an Unterschlüpfe aus der Kindheit oder aus der Survival-Szene erinnern“, erklärt Adam. Die „Behausungen“ sind vielmehr intuitive Grundformen wie die Blätter eines Baumes, die sich als Dach aufspannen oder aus Ästen gebaute A-Frames. Für das Projekt hat er viele lange Spaziergänge durch Wälder gemacht, Unterschlüpfe gebaut, Lagerfeuer gemacht und gekocht – und natürlich fotografiert. „Ich will mit den Bildern den Wald als Lebensraum zeigen. Es kann ein Rückzugsort aber auch Schutzraum sein. Nicht nur physisch, sondern auch als mentaler Erholungsort.“

Die Triennale der Photografie 2018 eröffnet am Abend des 7. Juni in den Deichtorhallen. Mehr Information gibt es auf der Homepage.

(Autorin: Britta Sowa)

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Vincent.Kohlbecher(@)haw-hamburg.de

 

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Professur für Fotografie
Fakultät Design, Medien und Information
T (040) 42875 - 4771
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