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Luftrettung im Studiengang Rescue Engineering

Jeorgakopulos26.05.2010


Er kommt, wenn sonst keiner mehr kommt: der Marine-Hubschrauber Seaking MK 41 von Search and Rescue (SAR) des Marinefliegergeschwaders 5 in Kiel. Um die 20 dieser gewaltigen Hubschrauber stehen an der Kieler Förde, einer davon jederzeit für Notfälle in der Küstenregion abrufbereit. Studierende des Studiengangs Rescue Engineering durften sich den Rettungshelikopter vor Ort ansehen.

Ganze drei Minuten braucht der riesige und wenig aerodynamisch aussehende Heli, um sich in die Luft zu erheben und Schiffsbrüchige auf hoher, meist stürmischer See zu retten. Gerade in der vergangenen Woche war es wieder so weit: Ein Arbeiter von einer Off-Shore-Windkraftanlage fiel auf eine acht Meter tiefer gelegene Plattform. In einem spektakulären Manöver flog der Seaking nahe an die Windmühle heran und konnte den Schwerverletzten retten, direkt vor ihm der Rotor der Windkraftanlage. Keine einfache Übung, so der Pilot Philipp M., der bei der Bundeswehr Karriere gemacht hat und der heute den Seaking fliegt.


Besichtigungstermin an der Kieler Förde; Foto: Katharina Jeorgakopulos

Die Seenotrettung der Marine steht auch auf dem neuen Vorlesungsplan im Studiengang Rescue Engineering der Fakultät Life Sciences der HAW Hamburg in Bergedorf. Das Modul Luftrettung wird dort seit einem Jahr angeboten. „Die Studenten kommen zahlreich und beteiligen sich höchst engagiert an dem neuen Thema“, sagt der Dozent Christian Müller-Ramcke, Betriebswirt und Rettungsassistent bei der DRF-Luftrettung  und stellvertretender Fachbereichsleiter Medizin.

„Menschen schnell, effektiv und hochprofessionell zu helfen ist Aufgabe der DRF-Luftrettung“, sagt er. „Und dafür brauchen wir guten und qualifizierten Nachwuchs.“ Aus diesem Grund hat Müller-Ramcke zusammen mit Prof. Jürgen Lorenz von der Fakultät Life Sciences die Studienkooperation zwischen der HAW Hamburg und der DRF-Luftrettung ins Leben gerufen – und konnte viele Dozenten aus dem Bereich der Luftrettung (Medizin, Flugbetrieb, Technik und Management) gewinnen.

Höchst spannende findet dieses neue Studienmodul auch Julia Somborn (26) im siebten Semester Rescue Engineering. „Eigentlich bin ich mit meinen Scheinen schon durch“, sagt sie, „aber mich interessiert einfach das Thema.“ Auch ihr Kommilitone Sebastian Steder (23), im gleichen Semester, ist begeistert. „Der Studiengang profiliert zwar nicht auf einen Beruf hin. Aber wenn man sich festgelegt hat und sich engagiert, stehen einem alle Türen offen.“

Das hat er gerade in einer Sicherheitsfirma in Farmsen bei seinem fünfmonatigen Praktikum erfahren. In seiner Bachelorarbeit entwickelt er Bewertungskriterien für Sicherheitssysteme, die werden gleich in der Firma eingesetzt. „Deshalb fange ich auch an zu arbeiten und verdiene erstmal gutes Geld.“ Die Rettungsassistentin Julia Somborn ist da anders eingestellt. „Ich würde gern in die höhere Verwaltung. Deshalb studiere ich gleich durch und mache den Master an der FFH Köln.“

Weitere Informationen:
Studiengang Rescue Engineering

Kontakt:
Christian Müller-Ramcke: christian.mueller-ramcke(@)drf-luftrettung.de

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