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Der Leiter des CCG Dr. Joachim Westenhöfer begrüßt die vielen Gäste im Forum Finkenau bei der Abschlussveranstaltung der Ringvorlesung. Foto: Beatrice Król

Aufmerksame Zuhörer während der Vorträge. Foto: Beatrice Król

Plakatkampagne "Du hast es in der Hand", die an dem Abend ausgezeichnet wurde. Foto: Beatrice Król

Organspende in Deutschland – Wie Studierende das Thema sehen

05.02.2019
Mehr als 10.000 Menschen in Deutschland warten auf eine überlebenswichtige Organspende. Gleichzeitig liegt Deutschland mit nicht einmal elf Organspendern pro Millionen Einwohner ganz hinten im europäischen Vergleich. Woran liegt das, wie funktioniert eine Organspende überhaupt und was steckt hinter der Hirntoddebatte? Um das und anderes ging es in der CCG Ringvorlesung im Wintersemester 2018/19.

Die Ringvorlesung des Competence Center Gesundheit (CCG) der HAW Hamburg behandelte in diesem Semester ein besonders aktuelles und relevantes Thema. Die Organspende entfacht immer wieder gesellschaftliche Debatten wie zuletzt durch den Gesundheitsminister Jens Spahn, der 2018 für die sogenannte Wiederspruchlösung plädierte. Also dafür, dass jeder, der nicht widerspricht, nach dem Tod als Organspender infrage kommt. Denn viele Menschen warten nur deshalb vergeblich auf eine Spende, weil die Hürden zu groß und nicht der Wille zur Organspende zu klein ist.

Zur Ringvorlesung kamen von Oktober bis Januar Experteninnen und Experten aber auch persönlich Betroffene an die HAW Hamburg, um den Gästen aus der Theorie und der Praxis zu berichten. Mit Vorträgen rund um Hirntoddebatte, Recht, Ethik oder Medizin lernten die Studierenden, die die Veranstaltungsreihe selbst organisierten, auch was gute Gesundheitskommunikation ausmacht und wie Aufklärungskampagnen umzusetzen sind.

Diese wurden bei der Abschlussveranstaltung am 23. Januar im Forum Finkenau vorgestellt. In seinen Begrüßungsworten sagte Dr. Joachim Westenhöfer, Professor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie und Leiter des CCG: „Wenn die Gäste der Ringvorlesung sich nach diesem Abend für oder gegen die Organspende entscheiden, dann haben wir unser Ziel erreicht“ und betonte, dass es gar nicht darum gehe, dass jeder eine zustimmende Entscheidung, sondern überhaupt eine bewusste und informierte Entscheidung für sich selbst treffen könne. 

Die Studierenden griffen bei ihren Abschlusspräsentationen immer wieder Themen und Fragestellung der Ringvorlesung auf und versetzen sich in die Situation fiktiver Krankenkassen, die für unterschiedliche Zielgruppen Kampagne entwickelten. 

Heraus kamen dabei sehr kreative und professionelle Formate. Wie zum Beispiel eine Plakat-Kampagne, die mit dem Slogan „Du hast es in der Hand“ auf sich aufmerksam macht. Zu sehen sind Bilder von Menschen, die Spenderorgane vor sich in den Händen halten. Oder auch ein eigen produzierter Podcast, in dem grundlegende Fragen der Zielgruppe beantworten werden und der schlussendlich den Hörer zu einer bewussten Entscheidung verhelfen soll. Viele Kampagnen der Studierenden wurden multimedial aufgezogen. So errichteten sie Instagram-Accounts und WhatsApp-Chats, entwickelten Hashtags und Poster oder schickten Influencer auf Youtube.  

Face-to-face und aktiv ging es aber auch. Zum Beispiel bei der „Aktionswoche Organspende“, bei der mit verschiedenen Aktionen in Hamburg eine Diskussion zum Thema angeregt werden sollte. Ebenso organisierte die fiktive Gesundheitskasse „Lebenskasse“ einen Aktionstag an Schulen, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler in einer Rallye mit Quiz oder Geschicklichkeitsspielen beweisen mussten. 

„Die Leistungen unserer Studierenden haben unsere Erwartungen wieder voll getroffen und wir hoffen natürlich, dass diese auch in die Praxis übertragen werden“, resümiert Katharina Kolbe, die ehemalige Leiterin des CCG, die als Moderatorin durch den Abend führte.

Auch CCG-Leiterin Prof. Dr. Susanne Busch ist zufrieden mit der Veranstaltungsreihe: „Die Ringvorlesung Organspende hat gezeigt, dass das CCG der geeignete Ort ist, um über gesellschaftlich hochrelevante Themen aufzuklären und die Studierenden zu kompetenten Multiplikatoren bezüglich dieser sensiblen Thematik zu machen. Die große Resonanz auf diese Ringvorlesung, das durchweg positive Feedback und die von den Studierenden erarbeiteten Materialien zeigen, dass mit diesem Thema der Puls der Zeit getroffen wurde.“

Mit den Präsentationen der Studierenden geht eine weitere CCG-Ringvorlesung zu Ende und man freut sich schon auf eine Fortsetzung. Dann zum Thema „Resiliente Städte“. (Autorin: Britta Sowa)

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