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Prof. Dr. Micha Teuscher, Präsident der HAW Hamburg

Begrüßungsrunde

Podiumsrunde

Graphic Recording von Marie Seeberger; Fotos: Jonas Fischer

Professur, ahoi!

05.12.2018
Eine Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist vielseitig, bietet einen engen Austausch mit den Studierenden und viel individuellen Freiraum. Außerdem werden im Moment geeignete Kandidatinnen und Kandidaten gesucht. Mit dieser Botschaft richtete sich Prof. Dr. Micha Teuscher, Präsident der HAW Hamburg, am vergangenen Freitag im Forum Finkenau an rund 90 Interessierte.

„Wir brauchen und suchen motivierte und kluge Köpfe, die den Transfer von Lehre und Forschung in die Praxis umsetzen“, so der Präsident. Dies konnten Prof. Dr. Ute von Lojewski, Präsidentin der FH Münster und Prof. Dr. Andreas Zaby, Präsident der HWR Berlin und Vorsitzender des Hochschulverbundes UAS7, nur bestätigen. Sie waren im Rahmen der UAS7-Roadshow nach Hamburg gereist. In dem Veranstaltungsformat, das in Hamburg seinen Abschluss fand, haben die sieben großen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (die UAS7-Hochschulen) an den jeweiligen Standorten mit den Vorzügen einer Professur geworben. 

Begeisterung für den Beruf
Unterstützt wurden sie in Hamburg von fünf Professorinnen und Professoren der HAW Hamburg, die auf einem Podium Einblicke in das Berufungsverfahren, den Berufseinstieg und das Berufsfeld gaben. Und die Begeisterung für ihre Arbeit war sowohl bei den erfahrenen Lehrenden wie bei denjenigen, die erst seit kurzem dabei sind, deutlich zu spüren. Prof. Dr. Susanne Töfke ist schon seit über zwanzig Jahren an der Fakultät Life Sciences als Professorin in der Instrumentellen Analytik tätig und darüber hinaus auch Berufungsbeauftragte. Sie berichtete beispielsweise, dass sie zwar immer auch sehr gerne in der Industrie gearbeitet habe, jetzt aber die Begleitung der Studierenden und den Gestaltungsraum als Professorin sehr schätze.

 „Wenn Sie Ihr Thema lieben und leben und gerne vor Leuten reden, dann kann eine Professur für Sie interessant sein“, sagte Prof. Dr. Jan Neuhöfer. Der Professor für Virtuelle Systeme und Computergrafik ist erst seit einem knappen halben Jahr an der HAW Hamburg. Er betonte, dass es zwar sofort losgehe, aber man auch große Freiheiten in der Lehrgestaltung habe: „Sie können Industriepartner einladen, Exkursionen planen und auch Gruppenarbeiten kommen gut an.“

Vom Welpenschutz bis zur Gremienarbeit
Trotzdem sei sein Start an der Hochschule schon etwas holprig gewesen, erzählte Prof. Dr. Carsten Frank, der erst seit drei Monaten an der HAW Hamburg Mess- und Elektrotechnik lehrt. Am Anfang brauche man einfach doch sehr lange für die Vorbereitung der Lehrveranstaltungen und wisse noch nicht so genau, wie alles funktioniere. „Dafür genießt man zu Beginn aber auch einen gewissen Welpenschutz und wird von den Kolleginnen und Kollegen gut unterstützt und auch nicht gleich zu Gremienarbeit verdonnert.“

Aus dem bunten Strauß der Gremienarbeit könne man sich außerdem die Arbeiten heraussuchen, die einen besonders interessieren, ergänzte Prof. Dr. Anja Behrens-Potratz, die mit ihrer Professur für BWL und Management im Gesundheitswesen auf eine für sie optimal passende Stelle berufen wurde. So gebe es zum Beispiel die Möglichkeit, sich bei der curricularen Entwicklung bestehender und neuer Studiengänge zu engagieren.

Forschung und Lehre gehören zusammen
Bei den großen Freiheiten die eine Professur an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften bietet, ist eines klar:  Anwendungsbezogene Forschung und Lehre gehören untrennbar zusammen. Das schätzt auch Informatikprofessorin Dr.-Ing. Marina Tropmann-Frick, die nach Anstellungen in Unternehmen, unter anderem bei Dataport, jetzt Data Science an der HAW Hamburg lehrt.

Sie schätzt an ihrer Arbeit insbesondere die Freiheit, auch an Dingen zu forschen, die nicht sofort effizient sein müssen. Denn am Ende stünden doch Ergebnisse, mit denen die Wirtschaft arbeiten könne. Ein Student, der bereits während seines Studiums in einer Firma arbeitete, habe ihr sogar einmal zurückgemeldet: „Das, was sie uns vorgeschlagen haben, machen wir jetzt in unserem Start-up!“

Prof. Dr. Anja Behrens-Potratz unterstützte: „Die Themen entwickeln sich weiter, und wir auch! Durch einen engen Kontakt zur Praxis sowie anwendungsorientierte und gegebenenfalls gemeinsame Projekte können wir die Studierenden in Hinblick auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen optimal ausbilden!“

Der lange Atem auf dem Weg zur Professur

So verlockend die Angebote und Möglichkeiten einer Professur an einer HAW, so zahlreich auch die konkreten Fragen aus dem Publikum. Welche entscheidenden Auswahlkriterien gibt es? Ist immer ein Dr.-Titel nötig? Wie sieht es mit älteren Bewerberinnen und Bewerbern aus? Im Prinzip ist sehr Vieles möglich, wenn es denn inhaltlich passt. Nachfragen lohne aber im Zweifel immer, so Micha Teuscher.

Für gute Kommunikation während der Veranstaltung sorgte Dr. Christoph Porschke, Leiter der Stabsstelle Forschung und Transfer, der launig durch den Nachmittag führte. Marie Seeberger, Design-Studentin der HAW Hamburg, fasste die Diskussionsbeiträge mit einem sogenannten Graphic Recording zusammen. Nach der Diskussionsrunde war deshalb der Platz für angeregten Austausch nicht nur bei den Thementischen und dem Buffet beliebt, sondern auch vor ihrem beeindruckend anschaulichen Werk.

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