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Verfahrenstechnik studieren, Produktentwicklerin werden

18.05.2017
Faresta Amiry hat Verfahrenstechnik an der HAW Hamburg studiert. Jetzt arbeitet sie als Produktentwicklerin bei der Hermes Schleifmittel GmbH in Hamburg. Wie hat sie das Studium auf ihren Beruf vorbereitet und was gefällt ihr daran?

Würde sie einen weißen Kittel tragen, könnte man Faresta Amiry auf den ersten Blick für eine Kinderärztin halten. Mit ihrer ruhigen Art und ihrem besonnen Witz strahlt sie Offenheit und Souveränität zugleich aus. Vielleicht hätte auch Lehrerin gut zu der 28-Jährigen gepasst. Schließlich schätzt sie den Umgang mit Menschen und freut sich täglich auf neue Herausforderungen. Doch Amiry hält keine Sprechstunden und auch keine Elternabende ab. An einem typischen Arbeitstag zieht sie morgens ihren blauen Laborkittel über und setzt Ihre vorab entwickelten Produktideen an einer ungewöhnlichen Maschinerie um.

Seit drei Jahren arbeitet die junge Ingenieurin in einem Bereich, den viele immer noch für eine klassische Männerdomäne halten: Als Produktentwicklerin bei der Hermes Schleifmittel GmbH arbeitet sie an der Schnittstelle zwischen Wunsch (Kunde) und Wirklichkeit (Material). Innerhalb dieses Spannungsfeldes immer das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, das ist ihr Job – und der macht ihr richtig viel Spaß. Damit gehört Faresta Amiry zur wachsenden Zahl der so genannten MINT-Absolventinnen, die sich nach dem erfolgreichen Abschluss ihres technischen Studiums für eine Karriere im Bereich der industriellen Forschung & Entwicklung entschieden haben. Aber wieso?

„Ich habe eine künstlerische Neigung“, gesteht Amiry und strahlt. „Eigentlich wollte ich bildende Kunst studieren.“ Aber da sei eben auch diese Neugierde gewesen, etwas ganz anderes machen zu wollen. „Technische Zusammenhänge haben mich in der Oberstufe fasziniert. Letztlich wollte ich ein Fach studieren, in dem ich einerseits meine Stärken ausbauen kann und andererseits spannende berufliche Perspektiven habe“, so die Absolventin des Bachelor of Science. Das praxisorientierte Studium der Verfahrenstechnik an der HAW Hamburg war dafür wie geschaffen.

Praxisorientiertes Studium der Verfahrenstechnik 

„Der Studiengang ist stark interdisziplinär geprägt. Langeweile kommt hier so schnell nicht auf.“ Und tatsächlich finden sich auf dem Lehrplan klassische naturwissenschaftliche Fächer und Informatik neben ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen und Vertiefungen, BWL und Projektmanagement. Kein Wunder also, dass sich Verfahrensingenieure/innen auf dem Arbeitsmarkt nicht verstecken müssen. So findet man sie bei Lebensmittelherstellern, in der Kosmetikindustrie, im medizintechnischen Bereich und natürlich in der Chemiebranche. 

Zunehmend begeistern sich dabei Studienanfängerinnen für das Fach Verfahrenstechnik. „Der Anteil meiner weiblichen Kommilitonen war mit gut 20 Prozent nicht gerade gering“, bestätig Amiry diesen Trend. Und wer als Frau mit einem technischen Studium beginnt, das zeigen entsprechende Untersuchungen, schließt hier in der Regel auch mit dem angestrebten akademischen Grad ab. Zumeist sogar überdurchschnittlich gut. 

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Industrie, knüpfen viele der Studierenden schon während ihrer obligatorischen Praxissemester Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern. So auch Faresta Amiry. Über ihren Professor lernte sie den Leiter F&E der Hermes Schleifmittel GmbH kennen, der ihr die Möglichkeit eines studienbegleitenden Praktikums im Bereich Prozessoptimierung anbot. 

Und weil alles gestimmt hat - die Kollegen, der Job, die Schnittstellen - ist Amiry auch nach ihrem Bachelor of Science bei dem familiengeführten Schleifwerkzeug-Hersteller geblieben. Als Produktentwicklerin in der Zentrale Hamburg-Lurup leitet sie heute die Produktentwicklungszyklen von der Idee bis zur Produktionsstabilität.  Amiry ist für den gesamten Produktzyklus verantwortlich: „Das macht meine Tätigkeit letztlich auch so spannend.“

Weitere Informationen:

Informationen zum Studiengang Verfahrenstechnik

www.hermes-schleifwerkzeuge.com

Presse und Kommunikation

news(@)haw-hamburg.de

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