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Kantinenessen für Kinder auf dem Prüfstand. Foto: Fakultät LS/HAW

Ernährungsstudie bei Kitas zeigt: Zu viel Fleisch zu wenig Gemüse kommt auf die Teller

dpa/Jeorgakopulos28.01.2016
An vielen Schulen und Kitas gelten nicht die empfohlenen Qualitätsstandards. Dick- und Fettleibigkeit kosteten das Gesundheitswesen jährlich 17 Milliarden Euro. Nun liegt eine Ernährungsstudie der HAW Hamburg unter der Federführung von Ernährungsexpertin Prof. Ulrike Arens-Azevedo (HAW-Fakultät Life Sciences) vor. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) nimmt diese zum Anlass, um "Dampf zu machen" für besseres Mittagessen für Kinder.

Nach Angaben der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg gehen gegenwärtig bundesweit 2,8 Millionen Kinder im Alter bis zu sieben Jahren in die derzeit mehr als 54 000 Kitas. Dort kämen täglich mehr als zwei Millionen Essen auf den Tisch - Tendenz steigend.

Die meisten Schulen und Kitas lassen sich das Essen liefern. Nur in rund 30 Prozent der Kindertagesstätten werde vor Ort gekocht. Nach Meinung der Ernährungsexpertin Prof. Ulrike Arens-Azevedo von der Fakultät Life Sciences (LS) verfügten nur 38,4 Prozent der Kitas über "einschlägiges Fachpersonal", das für den Speiseplan zuständig sei. Nur wenige hätten auch voll ausgestattete Küchen.

Ende 2014 hatten Studien ergeben, dass ein Mittagessen im Schnitt 2,83 Euro in Grundschulen und 3,05 Euro in weiterführenden Schulen kostet. Manche öffentliche Schulträger geben Zuschüsse. An Kitas müssten Eltern im Mittel aktuell nur 2,42 Euro zahlen, sagt Arens-Azevedo: "Diese Größenordnung verblüfft." Eigentlich seien weit höhere Preise nötig.

Für eine gesunde Ernährung, die auch Übergewicht vorbeugt, gibt es als Empfehlung einen Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Danach sollte es täglich Gemüse und Salat geben. Jedes Mal dabei sein sollten abwechselnd Getreide und Kartoffeln. Maximal zweimal pro Woche sollten Fleisch und Wurst auf den Tisch kommen.

Nach der Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sind die DGE-Standards 29 Prozent der Kitas bekannt. Und beim Gemüseangebot seien Kitas zwar schon "relativ gut". 100 Prozent der Standards erreichten aber nur 6,5 Prozent der Kitas. Fleisch werde noch zu viel angeboten, auch bei Salat und Rohkost werde der Standard noch nicht erreicht. (Quelle: Morgenweb)

Studie zur ersten Studie Schulverpflegung September 2015

Siehe auch Artiekl in ZEIT Online:

Kontakt:
Fakultät Life Sciences
Department Ökotrophologie
Prof. Ulrike Arens-Azevedo
Professorin für Ernährungswissenschaften/ Gemeinschaftsverpflegung
T +49.40.428 75-6111
ulrike.arens-azevedo(@)haw-hamburg.de

Presse und Kommunikation

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