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Die DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten bei einem Ausflug. Foto: Amena Ahmad

Die DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten in Berlin. Foto: Amena Ahmad

Bianca aus Südafrika spricht mit ihrer Gruppe über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Foto: Britta Sowa / HAW Hamburg

Hadeel aus Jordanien und Wisdom aus Nigeria sprachen mit uns über ihre Erfahrungen an der HAW Hamburg. Foto: Britta Sowa / HAW Hamburg

Hanna und Alissa studieren den Master „Multichannel Trade Management in Textile Business“ an der HAW Hamburg. Foto: Britta Sowa / HAW Hamburg

Auf Plakaten fassten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Werte zusammen und entdeckten sowohl Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten. Foto: Britta Sowa / HAW Hamburg

EARTHS Summer School an der HAW Hamburg

24.06.2019
Im Juni findet zum dritten Mal die EARTHS Summer School an der HAW Hamburg statt. 26 DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 14 verschiedenen Ländern bilden sich an der Fakultät Life Sciences weiter, besuchen Hamburger Unternehmen und lernen die deutsche Kultur und die Kulturen der Teilnehmenden kennen.

In kleinen Gruppen sitzen die Studierenden am vergangenen Mittwochnachmittag, den 12. Juni 2019 über bunte Plakate gebeugt und diskutieren – Eigentlich nichts Besonderes an der HAW Hamburg. Aber an diesem Tag haben sich 26 DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 14 verschiedenen Ländern mit Studierenden aus dem Modul „Intercultural Management“ des Studiengangs „Multichannel Trade Management in Textile Business (M.A.)“ zusammengefunden, um sich über ihre kulturellen Identitäten, Gesundheit und textile Rohstoffe unterhalten. Aber wie kam es dazu?

EARTHS Summer School schon zum dritten Mal an der HAW Hamburg

Die internationalen Studierenden besuchen im Juni die EARTHS Summer School, die bereits zum dritten Mal an der Fakultät Life Sciences der HAW Hamburg stattfindet. Sie kommen aus Benin, Burundi, Kamerun, Äthiopien, Kenia, Myanmar, Nigeria, Palästina, Ruanda, Südafrika, Sudan, Uganda, Jemen und Zimbabwe. Sie sind Master- und PhD-Studierende und alle kommen aus dem Gesundheitsbereich.

Die Koordinatorin, Professorin Dr. Amena Ahmad freut sich, dass es gelungen ist, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wieder ins Boot zu holen und erklärt worum es geht: „Die Summer School dient den Stipendiaten als zusätzliche Qualifizierung. Das Ziel ist die Lehr- und Forschungskompetenzen zu stärken, um sie für Aufgaben im Hochschulbereich in Ihren Ländern vorzubereiten.“

Fachliche Kompetenzen und kultureller Austausch

Dazu besuchen sie zum Beispiel Didaktik-Workshops, Veranstaltungen am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin oder lernen Grundlagen der Forschungsmethoden, Statistik und Epidemiologie.

„An meiner Heimatuniversität ist Statistik zum Beispiel nicht Teil meines Studienprogramms. Ich bin in meiner Forschung immer auf andere Menschen angewiesen, die mich unterstützen. An der Summer School habe ich schon viel gelernt und wir profitieren gegenseitig voneinander und den Lehrpersonen“, erzählt Hadeel aus Jordanien.  

Aber nicht nur die fachlichen Kompetenzen stehen im Vordergrund. Der persönliche Austausch zwischen den Studierenden und das Kennenlernen der deutschen Kultur und Geschichte spielen eine große Rolle. Bestandteil der Summer School sind auch Besuche von Forschungseinrichtungen, sowie eine Exkursion nach Berlin, wo sie zum Beispiel den Bundestag oder das Holocaust Mahnmal aber auch Institutionen wie das Robert Koch Institut und das Bundesministerium für Gesundheit besuchen. „Das ist für einige Studierende sehr beeindruckend, weil sie es aus ihren Ländern nicht kennen, dass das Volk das Parlament besuchen kann. Aber sie bauen nicht nur Vorurteile gegenüber der deutschen Kultur ab, sondern auch gegenseitig über die Länder aus denen die Stipendiaten kommen", sagt Ahmad.

Workshop „Interkulturelle Kommunikation“ mit Masterstudierenden der HAW Hamburg

Den Austausch mit den deutschen Studierenden bekommen sie zum Beispiel bei dem Workshop am 12. Juni vermittelt. Denn es geht weniger um Gesundheit und textile Rohstoffe, sondern mehr darum, im Team etwas gemeinsam zu erarbeiten und zu schauen, worin der Mehrwert einer interkulturellen Teamarbeit bestehen kann. „Wir haben im Vorfeld persönliche Profile erstellt, in denen wir festgehalten haben wo wir leben, ob wir Geschwister haben, ob wir arbeiten und so weiter. So können wir nachvollziehen was unsere Werte und Einstellungen prägt. Die Profile haben wir dann in Gruppen miteinander verglichen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet“, sagen Hanna und Alissa, die an der HAW Hamburg den Kurs „Intercultural Management“ bei Professorin Adelheid Iken besuchen. Sie hat ihre Studierenden in diesem Workshop mit den DAAD-Stipendiatinnen und Stipendiaten zusammengebracht.

„In einigen Punkten haben wir andere Ansätze. Für einige unserer Gruppenmitglieder sind die Themen Freiheit, die wir als selbstverständlich wahrnehmen, und der Glaube sehr wichtig. In anderen Punkten gibt es Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die Bedeutung der Familie, Offenheit für andere Kulturen und Liebe“, sagt Alissa.

Stimmen einiger Stipendiatinnen und Stipendiaten zur Summer School

Noch bis zum Ende des Monats verbringen die Studierenden an der Summer School in Hamburg. „Vieles was ich hier lerne, möchte ich mit nach Hause nehmen. Darum haben auch meine Kollegen gebeten, bevor ich nach Deutschland gereist bin. Vieles ist hier viel gesünder: der Umgang mit Diskriminierung, Sexismus, die Kommunikation und Teamwork“, sagt Hadeel.

Auch Wisdom aus Nigeria erzählt, dass er schon viel gelernt hat: „Gerade in den Workshops trainiert man seine Kommunikationsfähigkeiten. Dabei helfen uns die Lehrenden aber auch wir Studierenden können viel voneinander lernen.“ Im Vergleich zum Unterricht in seiner Heimat gibt es hier mehr Interaktion und insbesondere die Einheiten über Lehrtechniken hat ihm Spaß gemacht.

Auch Bianca, die aus Südafrika kommt, konnte bereits viel lernen: „Ich wusste vorher nicht, was ich bei der Summer School zu erwarten habe. Es ist absolut toll dabei zu sein. Mir hat auch der Kontakt zu den anderen Teilnehmenden sehr geholfen meinen eigenen Hintergrund mit etwas Abstand zu betrachten und ins Verhältnis zu setzen.“ (Autorin: Britta Sowa)  

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