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01.09.2011 14:44 Alter: 6 yrs
Kategorie: HAW Hamburg, Campusleben
Borgerding

Streit um das Hochschulmagazin info-parkour

"Das unabhängige Online-Studenten-Magazin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, info-parkour.de, stellt seinen Betrieb bis auf Weiteres ein." Dieser Satz samt einer Stellungnahme der info-parkour-Redaktion ist zurzeit das einzige, was auf den sonst recht bunten Seiten des studentischen Online-Magazins zu finden ist. Hintergrund ist ein Konflikt der Redaktion mit dem AStA der Hochschule, der das Projekt seit 2010 mit rund 45.000 Euro (Angaben des AStAs) finanziert. Eine Weiterfinanzierung steht jetzt auf der Kippe.


Sreenshot info-parkour

Für die Redaktion des info-parkour geht es um Pressefreiheit, der AStA pocht als Geldgeber auf den vorgeschriebenen Rechenschaftsbericht. Neben Fragen nach dem genauen Einsatz der Gelder und nach Erfolgen wollte der AStA wissen, wie das Profil des Online-Magazins aussieht und was konkret für die Geschlechtergerechtigkeit unternommen werde. Denn für diese einzutreten, ist ein erklärtes Ziel des AStAs. Ausgerechnet um diesen Punkt gibt es jedoch nun seit ein paar Wochen Streit, der auf den Kommentarseiten des info-parkours und nun auch in den Verhandlungen um die Weiterfinanzierung erbittert ausgetragen wird.

Studenten oder Studierende - das ist die Frage, an der sich die Geister scheiden. Der Begriff Studierende sei sperrig, werde von Suchmaschinen schlechter gefunden und bezeichne außerdem eigentlich nur diejenigen, die aktiv studierten und nicht etwa gerade schliefen oder Zähne putzten. Außerdem würden auch zahlreiche deutsche Zeitungen und Zeitschriften von Studenten sprechen, sagt Christine Gärtner, Chefredakteurin des info-parkour." Natürlich versteht die Redaktion unter Studenten Frauen genauso wie Männer", sagt sie. Der AStA der Hochschule sieht dagegen in dem Begriff "Student" ein "generisches Maskulinum", eine verallgemeinernde männliche Wortform also, die die Frauen außen vor lasse. Da die Redaktion des info-parkour sich nicht hineinreden lassen möchte, hat sie bis jetzt noch keinen Rechenschaftsbericht vorgelegt. Die finanzielle Förderung durch den AStA lief deshalb zum 31. August aus.

Tilmy Alazar aus dem AStA-Vorstand bedauert die jetztige Entwicklung zutiefst. Eigentlich sei der Plan gewesen, dass das Magazin eine andere juristische Gesellschaftsform annimmt, eine neue Förderung beantragt und dann unabhängig vom AStA arbeiten kann. "Die Mittel sind immer noch da. Wir würden es begrüßen, wenn sich der info-parkour erneut um eine Förderung bewerben würde", sagt Alazar. Allerdings untersteht der info-parkour zurzeit noch dem AStA und müsse deshalb auch für dessen satzungsgemäße Ziele einstehen, sagt er weiter. Letzlich gehe es aber nicht um Begrifflichkeiten, sondern darum, dass das Thema auf der Agenda des info-parkours stünde: "Uns würde es auch reichen, wenn vielleicht jeder fünfte Artikel in weiblicher Form verfasst wäre oder wenn geschlechtergerechte Sprache zum Thema gemacht würde."

Letzteres ist nun ja bereits geschehen, wie die hitzige Diskussion zeigt, so dass nun hoffentlich auch bald die Einigung folgt.

Weitere Informationen:
info-parkour-Stellungnahme
Stellungnahme des AStA der HAW Hamburg
Zeit online: Generisches Maskulinum zwingt Studentenmagazin in die Knie


Letzte Änderung: 25.04.08

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