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Quelle: CC4E/HAW Hamburg

Energiewende muss verständlicher werden: Erste Ergebnisse der NEW 4.0-Akzeptanzstudie veröffentlicht

05.02.2018
Für eine schnelle Umsetzung der Energiewende braucht es nicht nur technologische Innovationen: Unverzichtbar ist auch die Zustimmung der Bevölkerung. Eine repräsentative Studie liegt dazu jetzt vor.

Eine repräsentative Studie des Verbundprojekts NEW 4.0 (Norddeutsche EnergieWende) bestätigt nun die hohe Sorge der Norddeutschen gegenüber dem Klimawandel und die daraus resultierende Zustimmung zur Energiewende. Nachbesserungsbedarf besteht jedoch hinsichtlich der Verständlichkeit von Hintergründen und Zusammenhängen.

Unter dem Titel „Einstellungen zur Energiewende in Norddeutschland – erste Befragung im Rahmen der Akzeptanzforschung für das Projekt NEW 4.0“ legt die Studie offen, inwieweit die Bevölkerung in Schleswig-Holstein und Hamburg den Zielen der Energiewende und dem damit verbundenen Umbau des Energiesystems zustimmt.

Die Mehrheit der Befragten (85 %) schätzt die Bedrohung durch den Klimawandel durchaus als groß ein und steht der Energiewende positiv gegenüber (73 %). Auch erreicht das Thema „Umwelt-/ Klimaschutz und Energiefragen“ im Ranking der wichtigsten Themen für Deutschland bereits Rang 5. Über die genauen Zusammenhänge der Energiewende fühlen sich aber viele nicht richtig informiert. So findet ein Großteil der Befragten (48 %) die technischen Details nur schwer verständlich. 9 % der Befragten gaben sogar an, dass sie nicht wüssten, was der Begriff „Energiewende“ bedeutet.

„Solche Informationsdefizite gefährden die eigentlich hohe Zustimmung zur Energiewende. Unser Projekt legt deshalb einen besonderen Fokus auf die Akzeptanzförderung: Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern in Schleswig-Holstein und Hamburg transparent, anschaulich und lebensnah aufzeigen, welche großen Chancen eine verlässliche und klimafreundliche Energieversorgung für die Region und Deutschland hat“, betont NEW 4.0-Projektkoordinator Prof. Dr. Werner Beba.

Dem Verbundprojekt selbst stellt die Studie ein gutes Zeugnis aus: Obgleich die Bekanntheit des Ende 2016 gestarteten Verbundprojekts in der ersten Befragungswelle noch nicht allzu groß war, weckt die  Projektbeschreibung doch das Interesse von 66 % der Befragten. Die Mehrheit begrüßt außerdem die für das Projekt wesentliche Allianz von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie die Erprobung neuer Technologien.

Wie sich die Einstellungen zur Energiewende im Laufe des für vier Jahre angesetzten Projekts weiter verändern, soll in zwei folgenden Wellen erhoben werden. Insgesamt wurden zwischen Juni und Juli 2017 für die Studie 1010 Menschen ab 18 Jahren aus Schleswig-Holstein und Hamburg per Online-Erhebung befragt. Durchführendes Institut war Ipsos Public Affairs aus Berlin, konzipiert und ausgewertet wurde die Befragung durch das CC4E (Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, einem von insgesamt rund 60 Projektpartnern des Verbundprojekts NEW 4.0.

Die komplette Studie ist hier abrufbar.

Über NEW 4.0
 Unter dem Titel NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende 4.0 hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein eine einzigartige Projektinitiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet, die in einem länderübergreifenden Großprojekt eine nachhaltige Energieversorgung realisieren und zugleich die Zukunftsfähigkeit der Region stärken will. Rund 60 Partner bilden eine wirkungsvolle „Innovationsallianz" für das Jahrhundertprojekt Energiewende mit gebündeltem Know-how, unterstützt von den Landesregierungen beider Bundesländer. Gemeinsam legen sie den Entwicklungspfad zu dem Ziel, die Gesamtregion bis 2035 zu 100 Prozent mit regenerativem Strom zu versorgen – versorgungssicher, kostengünstig, gesellschaftlich akzeptiert und mit wesentlichen CO2-Einsparungen. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ mit rund 46 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Weitere 60-80 Millionen Euro investieren die beteiligten Unternehmen.

Für die Projektsteuerung von NEW 4.0 ist ein sechsköpfiges Führungsgremium aus Wirtschaft und Forschung zuständig: Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender HanseWerk AG sowie Vorstand Schleswig-Holstein Netz AG, Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer ARGE Netz, in der rund 300 Unternehmen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien gebündelt sind, Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer Vattenfall Europe Innovation GmbH, Michael Westhagemann, Vorsitzender Industrieverband Hamburg, Dr. Christian Schneller, Leiter Recht TenneT Holding sowie Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des Competence Centers für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) an der HAW Hamburg. Er ist zugleich Sprecher der Projektsteuerungsgruppe und Koordinator von NEW 4.0.

Kontakt:
Sandra Annika Meyer
Öffentlichkeitsarbeit & Akzeptanzförderung NEW 4.0
T +49 40 428 75 9208
F +49 40 428 75 9869
SandraAnnika.Meyer@haw-hamburg.de
facebook.com/norddeutscheenergiewende4.0
new4-0.de

 

 

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