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Social Responsibility in der Textilindustrie

26.04.2016
Woher kommen unsere Textilien? Welche Materialien werden verwendet? Unter welchen Bedingungen werden sie hergestellt? Das Symposium „GREEN CYCLES: Social Responsibility im Textilen Kreislauf“, das von den Professoren Renata Brink und Patrick Kugler an der HAW Hamburg entwickelt wurde, beantwortet diese Fragen. Es zeigt auf, wie zukunftsfähige Konzepte für eine nachhaltige textile Welt aussehen und Ideen zur Nachhaltigkeit wirtschaftlich werden. Im Mai steht eine neue Ausgabe des Forums an – in Bangkok und Hamburg.

Das Forum „GREEN CYCLES – Social Responsibility im Textilen Kreislauf“ wurde 2010 von der Professorin Renata Brink und dem Professor Patrick Kugler an der HAW Hamburg im Department Design etabliert. Ziel der beiden Professoren war es, die Lehre in den sensiblen Nachhaltigkeitsproblematiken der Textil- und Modeindustrie zu unterstützen, kurzfristig auf Weiterentwicklungen zu reagieren und neue Gedanken anstoßen zu können. Für diese vielfältigen Voraussetzungen und Anforderungen wählten sie deshalb das Format des Symposiums. Es sollte als Think-Tank dienen und durch Dialog, Austausch und Ausloten für die verschiedenen Inhalte geprägt sein.

Themen der GREEN CYCLES-Symposien

Die GREEN CYCLES-Symposien an der HAW Hamburg umfassten bislang folgende Themen: die Komplexitäten der Materialgewinnung, neue Materialien sowie der Kreislaufgedanke (cradle-to-cradle®). Hinzu kommen Aspekte aus der Fertigung und der Zertifizierung, Design-Strategien zum Up- und Recycling, Tausch- und Leihkonzepte oder die Rolle des Internets. Neben den digitalen Dokumentierungsmöglichkeiten zum Beispiel durch Mobile Tagging stehen hier ebenfalls die Gewinnung, Herstellung und Produktion wie Vermarktungs- und Entsorgungsstrategien auf dem Plan. Im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten in den Design-Studiengängen „Modedesign, Kostümdesign, Textildesign“ und „Bekleidung –Technik und Management“ konnten bereits viele Themen bearbeitet und von den Studierenden und Absolventinnen und Absolventen auf den Symposien vorgestellt werden.

Die textile Kette – der textile Kreislauf ist komplex

Der textile Kreislauf ist inzwischen zumeist global, oft wenig transparent und im Massensegment in viele Sub-Sub-Sub-Unternehmen ausgefranst. Unternehmen und Konsumenten schieben sich oftmals gegenseitig die Verantwortung für die Ausweitung ökologischer Missstände und menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen zu. Auf der einen Seite gibt es die Käufer, die trotz besseren Wissens konsumieren, auf der anderen Seite stehen die Firmen, die angeblich den Konsumentenwünschen nachkommen. Dennoch gibt es nach den ökologischen Ansätzen der 1980er Jahre inzwischen viele kreative und innovative Gegenkonzepte. Sie reichen von Up- und Recycling, Second-Life, Repair oder Zero Waste bis hin zu Service-Konzepten wie Tausch, Verleih oder Schenkung. Die kreative Subkultur zeigt demnach Möglichkeiten des Wandels auf, die inzwischen auch von großen Unternehmen aufgegriffen werden.

Nach regionalen Kooperationen von GREEN CYCLES mit der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA) 2013 und dem Museum für Kunst und Gewerbe (MK&G) 2015 gibt es in 2016 erstmals die Gelegenheit zu einer internationalen Kooperation in Thailand. Die internationale Ebene ist für den textilen Kontext besonders schlüssig, da die Textil- und Modeindustrie international und global verortet ist – vor allem mit Schwerpunkten in Südostasien. Diese Kooperation verbindet das 7. Symposium GREEN CYCLES über das Goethe-Institut Thailand mit dieser Region. Zusammen mit dem Symposium wird das große Regionalprojekt IKATeCUT der Goethe-Institute Südostasien eröffnet, das zusammen mit Partnern aus Deutschland und Südostasien veranstaltet wird. Ziel der Kooperation ist es, einen textilen und nachhaltigkeits-orientierten Dialog East-West zu initiieren. (https://www.goethe.de/de/uun/prs/med/20726866.html).

Das Symposium GREEN CYCLES findet 2016 in Bangkok und in Hamburg statt

Für GREEN CYCLES Bangkok 2016 stehen insbesondere Zusammenhänge von Design und Gestaltung im Mittelpunkt. Ebenfalls werden Chancen für Initiativen kreativer und nachhaltiger Ideen in internationalen und wirtschaftlichen Zusammenhängen ausgelotet. In Vorträgen gehen die Referenten auf den textilen CSR-Ansatz ein, mit dem Fokus, perspektivisch nachhaltigere textile Produkte zu konzipieren und zu vertreiben. Weitere behandelte Fragestellungen sind: die ökologischen und arbeitsethischen Aspekte, textile Nachhaltigkeit, die Entwicklung visionärer und übergreifender Zukunftsstrategien und Strategien der Umsetzung von Design und Ökonomisierung in den Creative Industries. Ebenfalls werden Möglichkeiten zum Erhalt von handwerklichem Know-how südostasiatischer Bergvölker und anderer indigener lokaler Gruppen aufgezeigt.

Ankündigung des Symposiums „GREEN CYCLES – Creative Industries East and West go Sustainable Business” in Bangkok (Thailand)
7. Symposium Corporate Social Responsibility im Textilen Kreislauf
HAW Hamburg // Department Design
11. + 12. Mai 2016 Bangkok Art & Culture Center // Thailand

Weitere Informationen: Thailand: „IKAT/eCUT“ – Textilien zwischen Tradition und Zukunft

Nachlese GREEN CYCLES 2016 (Deutschland)
27. Mai 2016 Aula Armgartstrasse 24 // 22087 Hamburg
10.00 – 14.00 Uhr

Kontakte:
Fakultät Design, Medien, Information (DMI)
Department Design
Prof. Renata Brink, Professorin für Textildesign
Tel.: Tel.: 040 42 875-4687
renata.brink(@)haw-hamburg.de

Prof. Patrick Kugler, Professor für Bekleidungstechnik, Supply Chain Management und Produktmanagement
Tel.: 040 42 875-4645
patrick.kugler(@)haw-hamburg.de

http://vorlesungsverzeichnis.design.haw-hamburg.de/person/