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Informationen für:

Fakultät Technik und Informatik
Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau
Fakultät Technik und Informatik

Die drei Studierenden Tanja Wedel, Bastian Kirczuk und Kenneth Hansen nahmen am Wettbewerb teil, Foto: HAW Hamburg

HAW-Studierende beim internationalen Airbus Wingbox Competition in Wichita/USA

09.01.2018

Der Airbus Wingbox-Wettbewerb wurde von der Wichita State University in Kansas (USA) sowie von Airbus Americas Engineering ausgeschrieben. Drei Master-Studierende des Flugzeugbaus nahmen die Herausforderung an.

Die Aufgabe war dabei genau definiert: Die Wingbox sollte bei vorgegebener Außengeometrie bestimmten Lasten standhalten und besonders leicht sein. Prof. Dr. Markus Linke vom Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau der HAW Hamburg hatte die Wichita State University besucht und das Thema zurück nach Hamburg gebracht, um seine Studierenden dafür zu gewinnen. Die Master-Studierenden Tanja Wedel, Bastian Kirczuk und Kenneth Hansen waren von der Idee sofort begeistert. Prof. Linke betreute das Team daraufhin als Mentor. Finanziell unterstützt wurde es durch den Förderkreis Wagenbauschule e.V. 

In wöchentlichen Besprechungen wurden die Fragestellungen diskutiert. Dabei wurden längst vergessene Kenntnisse aus der Technischen Mechanik und der Festigkeit im Leichtbau ausgegraben. "Die Teilnahme am Wettkampf rief eine ganze Reihe Fertigkeiten wieder ins Gedächtnis, die im Laufe des Studiums zwar erlernt, aber genauso schnell auch wieder verdrängt wurden, im Sinne von ‘Use it or lose it‘. Das Studium allein gibt nicht oft Gelegenheit, Fertigkeiten zu erproben. In dieser Hinsicht war die Projektarbeit sehr nützlich“, beschreibt Tanja Wedel ihre Projekterfahrungen. 

Der Leichtbau durch Balsaholz war eine echte Herausforderung

Insbesondere die Arbeit mit Balsaholz war eine Herausforderung. Mit diesem Material hatten die Studierenden bislang nicht gearbeitet. Im Studium des Flugzeugbaus liegt der Schwerpunkt auf Werkstoffen wie Metallen und Faserverbundkunststoffen mit leicht reproduzier­baren Eigenschaften. Mit jedem Schritt hatten die Studierenden deshalb das Gefühl, Neuland zu betreten. Dabei wurde vieles ausprobiert, bevor die eigentliche Wingbox gebaut werden konnte. "Ein Testbalken, der bereits wesentliche Wettkampf­anforder­ungen berücksichtigte, wurde hergestellt und getestet. Dafür mussten wir Berechnungen anstellen, Konstruktionszeichnungen erstellen, uns mit dem Laser-Cutter vertraut machen und schließlich mit dem Messsystem ARAMIS umgehen", erläutert Wedel die einzelnen Schritte.

Professor Linke betreute das Studierenden-Team während der Projektdauer und arbeitete zum Teil auch mit im Labor. Er fasst das Projekts zusammen: "Leichtbau ist ein interdisziplinäres Fachgebiet. Die erforderlichen Fähigkeiten kann man sich gewöhnlich nur einzeln in verschiedenen Lehrveranstaltungen aneignen. Deshalb ist ein solcher Wettbewerb wie die Airbus Wingbox Competition eine tolle Chance, Leichtbau in seiner ganzen Breite kennen zu lernen und die einzelnen Fertigkeiten ganzheitlich zusammenzuführen. Darüber hinaus macht es natürlich Spaß, sich mit anderen in einem Wettbewerb zu messen."

Der Head of Engineering von Airbus Americas betreute den Wettbewerb persönlich

Durch die finanzielle Unterstützung der Fakultät Technik und Informatik konnten die Studierenden im November 2017 nach Wichita in die „Air Capital of the World“ reisen und an den experimentellen Tests der Wichita State University teilnehmen. Der Wettbewerb fand im Beisein von Gil Perez-Abraham, Airbus Americas Head of Engineering A350XWB Program statt. Dieser gratulierte dem HAW-Team zu ihrer Konstruktion und den guten Ergebnissen. Prof. Dr. Eckart Nast begleitete die Studierenden und stellte stolz fest: "Die HAW-Wingbox-Konstruktion hat sich hervorragend geschlagen und lag bei der erreichten Last ziemlich genau auf dem berechneten Wert. Die Verformung war deutlich unterhalb der Vorhersage. Ein weiteres Highlight: wir hatten die leichteste Wingbox am Start!"

Der Aufenthalt bot den Studierenden allerdings noch mehr. Sie hatten die Möglichkeit, die Labore und den Campus der Hochschule sowie das neue Airbus Americas Bürokomplex auf dem neuen „Innovation Campus“ der Wichita State University zu besuchen. "Die Anzahl und die Ausstattung der den Studierenden zur Verfügung stehenden Labore, Maschinen, Räumlichkeiten, und anderes ist beeindruckend. Die Ausstattung ist in weiten Teilen auf dem absolut neuesten Stand der Technik und alles ist doppelt so groß wie an der HAW Hamburg", schwärmt Wedel.

Für alle drei war es ein besonderes Erlebnis gegen internationale Teams anzutreten, sich über Konzepte auszutauschen und sich zu vergleichen. "Alles in allem war dieser Wettbewerb ein wirklich toller Abschluss meines Master-Studiums an der HAW Hamburg", resümiert sie. "Die Durchführung von Projektarbeiten über ein ganzes Semester ist Bestandteil des Studiums. In der Regel erfolgt aber eine wöchentliche Abfrage des Arbeitsstands und es werden Methoden vorgegeben. Eine völlig selbständige Projektarbeit, nur beraten durch einen Mentor, ist aus diesem Grund lehrreich und hat – nebenbei gesagt – um einiges mehr Spaß gemacht." (Autorin: Ingrid Weatherall)

Kontakt:
Prof. Dr. Markus Linke
Department Fahrzeugtechnik & Flugzeugbau
markus.linke(@)haw-hamburg.de

Letzte Änderung: 31.05.13

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