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Fakultät Technik und Informatik
Department Informations- und Elektrotechnik
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Mario Wegner (2. v.l.) bei der Preisverleihung

Mobilität der Zukunft: Max-Brauer-Preis für Absolventen der HAW Hamburg

15.11.2017

Mario Wegner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department Informations- und Elektrotechnik. In seiner Bachelorarbeit entwickelte er einen autonom arbeitenden GPS-Datenlogger für die Anwendung in Nahverkehrsbussen. Dafür erhielt Wegner nun den dritten Preis der Max Brauer-Stiftung der Hamburger Hochbahn.

Für die Umstellung der Busflotte auf emissionsfreie Fahrzeuge benötigt die Hamburger Hochbahn eine neue Infrastruktur von Ladestationen für elektrisch angetriebene Busse. Für die Planung einer solchen Infrastruktur nutzt das Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) eine Simulationssoftware. Auf Basis von Positions- und Geschwindigkeitsdaten lassen sich mit der Software theoretische Reichweiten und Ladezeitpunkte ermitteln, die Anhaltspunkte für Standorte von Ladestationen geben.

Mario Wegner entwickelte in seiner Bachelorarbeit einen neuen, kostengünstigen, autonom arbeitenden Datenlogger auf Basis des Global Positioning Systems (GPS), der diese Positions- und Geschwindigkeitsdaten aufzeichnet. Dieser Logger wurde in Hamburger Linienbusse eingebaut und nahm ohne weiteres Eingreifen die benötigten Messdaten  auf und übertrug sie selbstständig auf einen Server. Insgesamt wurden Informationen über mehr als 300000 km Fahrtstrecke in einem Jahr Betrieb gesammelt. 

Der bisherige Datenlogger des IVI konnte die Daten nicht ohne menschliche Unterstützung aufzeichnen. Damit ließ sich das Liniennetz der Hochbahn nicht vollständig erfassen. Wegners Entwicklung machte dies nun möglich. Seine Abschlussarbeit entstand als Teil des Projekts BEEDeL (Bewertung des Einsatzes von Elektrobussen mit Dezentraler Ladeinfrastruktur in Metropolen am Beispiel der HOCHBAHN). Für Wegner war es spannend, an BEEDeL mitzuwirken: „Ich wurde tief in die Realisierung des Projektes integriert, indem ich beispielsweise aktiv in Meetings mit den Projektpartnern mitwirken durfte.“ Prof. Dr. rer. nat. Rasmus Rettig betreute Wegners Abschlussarbeit: „Marios Arbeit war Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt, wurde exzellent umgesetzt und hat – über die Nutzung im Projekt hinaus – ein Vielzahl neuer Einblicke in den Verkehr in der Hansestadt ermöglicht, sodass zwischenzeitlich auch weitere Ergebnisse international veröffentlicht werden konnten“

Neben der Hamburger Hochbahn und der HAW Hamburg war das Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) an dem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten Projekt beteiligt.

Nach seinem Bachelorabschluss studierte Wegner im Masterstudiengang Informations- und Kommunikationstechnik an der HAW Hamburg. Auch seine Masterarbeit beschäftigte sich mit einer hochpräzisen Lokalisierung von Fahrzeugen in urbanen Gebieten. Wegners nächstes Ziel steht auch schon fest: die Promotion am Urban Mobility Lab der HAW Hamburg. Als Kooperationspartner dafür ist die Universidad Politécnica de Valencia (UPV) vorgesehen.

„Um autonomes Fahren umzusetzen, brauchen wir eine präzise Lokalisierung. Systeme wie das GPS können das in urbanen Gebieten nicht leisten“, ist Wegner überzeugt und gibt einen Ausblick auf das weitere Vorgehen: „Aktuell ist die Lokalisierung nur mit sehr kostspieliger Sensorik möglich. Unser Ziel ist die Entwicklung eines kosteneffizienten Systems.“

Kontakt:
Fakultät Technik und Informatik
Department Informations- und Elektrotechnik
Prof. Dr. rer. nat. Rasmus Rettig
Prodekan für Forschung der Fakultät TI, Professor für die Grundlagen der Elektrotechnik und Sensorik
T +49 40 428 75 8004
Rasmus.Rettig(@)haw-hamburg.de

Letzte Änderung: 31.05.13

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